Wie Cartoons unseren Alltag prägen

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Cartoons spielen in unserem Leben relativ unbemerkt eine doch recht wichtige Rolle.

Cartoons, einst mal zur Unterhaltung vornehmlich kindlicher Personen gedacht, prägen schon längst unseren Alltag.

Mal nutzen wir völlig unbewusst Zitate aus beliebten Cartoons, mal werden wir mit ihnen beim Spielen konfrontiert, mal haben sie sich gar als Accessoires getarnt in das alltägliche Leben geschlichen. Und mal verlassen Cartoons auch den gezeichneten Comic oder Trickfilm und werden zu echten Charakteren in riesigen Filmen. Dieser Artikel zeigt einige Beispiele.

Lustige Zitate in der Alltagssprache 

Hand aufs Herz: Wer denkt bei Klempnern, Rohren und natürlich bei einem Dixiklo samt Kranwagen in der Nähe nicht direkt an "Werner"? Oder wer hat sein Bier niemals "Bölkstoff" genannt oder die Berufsbezeichnung von Installateuren kurzerhand in "Gas, Wasser, Scheiße" geändert? Wer es weniger plakativ schätzt, der mag sich hingegen wundern, dass Holstein Kiel im Stadion und nicht auf dem Marktplatz vom Kiel spielt. Oder, dass der Gegner nicht Süderbrarup heißt. Comics, Anime, animierte Geschichten und der herkömmliche Zeichentrick schleichen sich ständig in unser Leben und beeinflussen teilweise gar die Alltagssprache:

  • Flintstones/Familie Feuerstein – ja, und nun haben wohl die meisten den Ursprung des der Geissens zugeschriebenen "Rooobert" im Kopf. Fred Feuerstein rief schließlich schon lautstark Wiiiiiilmaaa durch die Ortschaft, als die Geissens nicht mal geplant waren.
  • Garfield – nicht nur ist er das Synonym für den couchgefälligen Kater, er hat auch das geprägt, was sich jeder wöchentlich denkt: "Montage sind scheiße" alternativ "Ich hasse Montage".
  • Simpsons - für Zitatesammler sind sie ein Segen. Und mal ehrlich, wer kann schon "Lieber Gott, wir danken dir für gar nichts, wir haben alles selbst bezahlt" abschmettern?

In der etwas entfernteren Richtung, die nicht direkt zu Cartoons zählt, dürften auch "Die Dinos" bei so manchen Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Sie haben einst die Kinder geprägt und manchmal klappt es auch heute noch: "Nicht die Mama, nicht die Mama!".

Cartoons in der Spielewelt

In der Spielewelt sind Cartoons, oder aber das animierte moderne 3D-Äquivalent ungemein wichtig. Sie führen Spieler praktisch in das Spiel ein, erzählen vorab die Hintergrundgeschichte und geben zwischen den einzelnen Stufen immer wieder nötiges Wissen weiter, um den Spieler auf den richtigen Weg zu bringen. Ob nun voll animierte Personen, die beinahe real aussehen, zum Einsatz kommen, Figuren im Anime-Stil oder aber klassische 2- und 3D-Figuren, bleibt dem Spielehersteller und dem Spiel selbst vorbehalten. Einige Beispiele:

  • Gewidmete Automaten - es gibt so etliche Spielautomaten, die Fernsehserien und Cartoons gewidmet sind. Insbesondere der Hersteller IGT trumpft mit diesen Spielen auf. Aber auch Playtech kann hier punkten: So zum Beispiel mit einem Slot speziell zum Flintstones-Thema.
  • Mobile Spiele - Moorhuhn, Angry Birds, Farmville, Hayday - all dies sind nichts anderes als Spiele, die auf Comicfiguren basieren und die Figuren für das Spiel nutzen. Im Fall von Angry Birds hat sich das vollends gelohnt, immerhin wurde längst ein Hollywoodfilm über die Vögel gedreht.
  • Browsergames – hier gilt beinahe dasselbe wie für die oberen Kategorien. Immerhin kann alles, was in einer Handyapp realisiert werden kann, auch im Browser dargestellt werden.
  • Figuren – Cartoonfiguren gibt es längst als Sammelfiguren. Was einst von der Spieleindustrie als Kinderspielzeug gemeint war, hat sich über die Jahre jedoch als Trend unter Erwachsenen etabliert. Und in dieser Richtung geht es sogar noch weiter, denn selbst animierte TV-Serien, die auf einstigen Figuren basierten, werden heute teils häufiger von Erwachsenen gesehen, als von der eigentlichen Zielgruppe. "My Little Pony" gehört dazu. Die heute Erwachsenen sammelten früher die cartoonartigen Ponyfiguren und begeben sich heute natürlich auf eine gemeinsame Reise mit der Serie.

Abgetrennt von diesen Beispielen befinden sich die Kinderspiele in einem gesonderten Bereich. Auch sie greifen auf Cartoonfiguren zurück und führen beispielsweise Kleinkinder durch einen spannenden Farbenwald, der ihnen am Ende die Farbenlehre beibringt. Gerade bei Kindern wird gerne auf Zeichentrickfiguren oder knuffige animierte Figuren zurückgegriffen, da die Kleinen mit diesen neuen Freunden gerne gemeinsam lernen.

Weitere Einflüsse

Bei vielen Cartoons ist es gerade für jüngere Personen heute schwer, überhaupt noch zu wissen, dass die von ihnen geliebten Figuren einst ein Cartoon oder Comic war. Die meisten Kinder kennen heute wohl Batman oder Superman – doch wer von ihnen weiß auch, dass die Helden einst in Comicheften oder Cartoonserien zu finden waren? Ein sehr aktuelles Beispiel ist wohl die Serie Lucifer. Obgleich die Vorlage im Intro erwähnt wird, sind doch viele überrascht, dass die Serie auf einem Comic basiert. Und trotzdem sind das beides perfekte Beispiele für den Einfluss von Cartoons und cartoonartige Beispiele, die sich klammheimlich in das Leben schleichen:

  • Snoopy – aktuell gibt es wohl kein Kleidungsgeschäft mit Schlafanzügen oder Nachthemden, das kein Shirt mit Snoopy anbietet. Der knuffige Hund ist dennoch ein Cartooncharakter, der wohl das Leben aller Personen prägte, die bereits das 25. Lebensjahr überschritten haben.
  • Minions – Handyhüllen, Shirts, Pullis, Einkaufsbeutel, Handtaschen, Haarreifen, Schmuck ... die Liste ist endlos. Natürlich steckt bei den Minions ein gewaltiger Marketingapparat hinter den Kulissen, dennoch lassen sich auch Erwachsene davon prägen. Warum sonst nutzen sie eben diese Produkte, wo es doch zig andere Shirts oder Handyhüllen gibt? Sogar im kulinarischen Bereich sind die kleinen gelben Helfer vertreten.
  • Erklärungen/Werbung – Unternehmen, Behörden oder Organisationen: Sie alle greifen gerne auf selbst produzierte Cartoons zurück, um etwas zu erklären oder um ein Produkt näher zu erläutern. Der Cartoon hebt die Deutlichkeit des "Erklärbarstils" auf und vollbringt es, einen Kontext werbend herüberzubringen, ohne dass er nach offensichtlicher Werbung ruft.
  • Sammelwahn – Cartoons und cartoonierte Comics bieten sich fast ideal an, um gesammelt zu werden. Wie viele Menschen kaufen sich noch heute jedes Lustige Taschenbuch, damit die Sammlung bloß vollständig bleibt? Wie viele Personen haben alle Ausgaben des Yps-Heftes, obgleich sie den Comic stets weniger interessiert hat, als das Gimmick?

Fazit – Cartoons sind faszinierend 

Vielleicht könnte gesagt werden, dass Cartoons und all ihre Ableger klammheimlich die Welt erobert haben. Teilweise stimmt es gar, denn man muss die Augen schon fest verschließen, um an einem Tag nicht mit einem Cartoon konfrontiert zu werden. Und andere sind längst so fest in unseren Grundfesten verankert, dass sie sich zum Sprach- und Wissensschatz gewandelt haben. Faszinierend, was so kleine, sich bewegende Zeichnungen doch vollbringen.

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