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Apple verzahnt seine Geräte stärker

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Apple MacBook Air
Neue Apple MacBook Air Computer mit M2-Prozessoren werden nach der Keynote-Präsentation der World Wide Developer Conference von Apple gezeigt. © Noah Berger/AP/dpa

Mac-Computer bekommen leistungsstärkere Prozessoren und Apple-Nutzer sollen ohne Passwörter sicherer sein. Auch im Auto will Apple künftig eine größere Rolle spielen - sofern die Hersteller mitmachen.

Cupertino - Apple setzt im Wettbewerb mit Android-Smartphones und Windows-PCs auf mehr Leistung und ein besseres Zusammenspiel seiner Geräte. Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC kündigte der US-Konzern unter anderem einen neuen Prozessor für seine neuen Mac-Computer an.

Die am Montag vorgestellten nächsten Generationen der Laptops Macbook Air und Macbook Pro bekommen als erste den neuen M2-Prozessor. Das Chipsystem soll bei gleichem Stromverbrauch mehr Leistung als Apples erster M1-Chip bieten. Unter anderem habe der M2 ein Viertel mehr Transistoren, betonte der zuständige Apple-Manager Johny Srouji. Mit dem M1 kehrte Apple Prozessoren des Branchenriesen Intel den Rücken und brachte alle seine Geräte vom iPhone bis zum Mac auf eine technologische Basis.

Zugriff auf Auto-Funktionen

Eine potenzielle Revolution bereitet Apple bei seiner Auto-Software CarPlay vor. Bisher war sie dafür da, Inhalte von einem iPhone auf den Infotainment-Bildschirm zu bringen. Die kommende Version soll nun aber auch Zugriff auf Auto-Funktionen wie die Steuerung der Klimaanlage bieten - und auch das komplette Instrumenten-Cluster zum Beispiel mit der Geschwindigkeits-Anzeige betreiben können.

Erste Fahrzeuge, die darauf zurückgreifen, sollen Ende kommenden Jahres vorgestellt werden, wie es hieß. Unter den Herstellern, die laut Apple bei dem Projekt mitmachen, sind Mercedes, Audi und Porsche sowie unter anderem Ford, Renault, Nissan und Volvo. Google arbeitet bereits seit Jahren daran, neben seiner CarPlay-Konkurrenz Android Auto den Herstellern auch eine Android-Version für Fahrzeug-Funktionen anzubieten.

Verzicht auf Passwörter

Mit der Funktion Passkeys sollen Nutzer von Apple-Geräten auf Passwörter verzichten können. Stattdessen wird ein Krypto-Schlüssel zur biometrischen Anmeldung mit der Gesichtserkennung FaceID oder dem Fingerabdruck erstellt. Diese Krypto-Schlüssel können quer über verschiedene Apple-Geräte und dank der Kooperation mit anderen Unternehmen auch plattformübergreifend geteilt werden.

Der Vorteil des Verfahrens ist, dass dabei keine Passwörter erstellt werden, die sich von Dienst zu Dienst wiederholen oder von Hackern mit Hilfe von Phishing-Mails erbeutet werden können.

Personalisierung mit Widgets

Auf dem iPhone bringt das neue Betriebssystem iOS 16 unter anderem mehr Möglichkeiten zur Personalisierung des Sperrbildschirms mit sogenannten Widgets für Funktionen wie die Anzeige der Wettervorhersage.

Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android können schon lange Widgets auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Apple wird Entwicklern auch eine Live-Schnittstelle anbieten, über die zum Beispiel die Ankunftszeit eines Fahrdienstes oder der Stand bei einem Spiel auf dem Sperrbildschirm in Echtzeit angezeigt werden können.

In Apples SMS-Alternative Messages wird man Nachrichten eine Zeit lang nachträglich korrigieren und zurückziehen können. In der Karten-App können künftig Routen mit bis zu 15 Stopps geplant werden. Apps können künftig Bilder aus Apples „Look Around“-Straßenansichten integrieren - was zum Beispiel Immobilien-Anwendungen zugutekommt. Die Apple Watch wird auch Schlafphasen aufzeichnen und die Nutzer daran erinnern können, ihre Medikamente einzunehmen.

Mit der neuen App „Freeform“ will Apple eine Art digitales Whiteboard bieten, auf dem mehrere Nutzer geräteübergreifend nicht nur Text, sondern auch Zeichnungen, Fotos und Videos teilen und bearbeiten können. Zunächst in den USA baut der Konzern seinen Vorstoß ins Finanzgeschäft mit der Möglichkeit aus, über den Bezahldienst Apple Pay getätigte Käufe in vier Raten ohne Zinsen zu begleichen.

Datenbrille auch diesmal nicht vorgestellt

Eine Datenbrille von Apple, über die schon seit Jahren spekuliert wird, wurde auch diesmal wieder nicht vorgestellt. Zuletzt waren die Erwartungen durch Medieninformationen angeheizt worden, wonach der Konzern seinen Verwaltungsratsmitgliedern den Prototypen eines Headsets vorgeführt habe, das für den Nutzer digitale Inhalte und Bilder aus der Umgebung kombinieren könne.

Zugleich waren am Montag aber weitere Software-Bausteine deutlich zu erkennen, die Apple bei einem solchen Gerät helfen können. Dazu gehören etwa eine verbesserte Sprachsteuerung und die Texterkennung nicht nur in Fotos, sondern künftig auch in Videos. dpa

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