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Serienmorde in Hamburg – wer Fitzek mag, wird diesen Thriller lieben: „Das Profil“ von Hubertus Borck

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Von: Sven Trautwein

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Der Serienauftakt mag wie eine Wiederholung von Täterklischees aussehen. Hubertus Borck gelingt mit Können jedoch ein starker Thriller. Mein Buchtipp.

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Ein Serienkiller treibt in Hamburg sein Unwesen. In sozialen Netzwerken sucht er nach seinen Opfern, die es ihm manches Mal viel zu leicht machen. Mag vielleicht ein Serienkiller eingefleischte Thriller-Fans nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken, gelingt Hubertus Borck mit Perspektivwechsel und packendem Schreibstil ein überaus spannendes Buch.

Hubertus Borck „Das Profil“: Über das Buch

Cover zum Thriller „Das Profil“ von Hubertus Borck
Hubertus Borck „Das Profil“ © Rowohlt

Ich kenne dein Profil. Es wird dir zum Verhängnis werden. #Qual.#Mord.#Tod. Der Tote im Sandkasten ist bis zum Kehlkopf eingegraben. Ihm fehlt ein Auge. Der makabre Fund auf einem Hamburger Spielplatz setzt die erfahrene Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihren neuen Assistenten Alpay Eloglu unter Hochdruck. Kurz darauf wird eine junge Influencerin brutal in ihrer Wohnung getötet. Auch wenn sich die Handschriften beider Verbrechen unterscheiden, deutet immer mehr darauf hin, dass es sich um denselben Mörder handelt. Und während die Polizei fieberhaft ein Profil von ihm erstellt, überwacht er bereits den Instagram-Account seines nächsten Opfers, dessen scheinbar perfektes Leben ein grausames Ende finden soll.

Rowohlt

Szenisch gut ausgearbeitet und detailreich beschrieben, beginnt der Serienauftakt um die Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihren neuen Assistenten Alpay Eloglu sehr solide. Kurzum: Hubertus Borck kann schreiben. Dies hat er als Theater- und Drehbuchautor beispielsweise für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ oder „Wege zum Glück“ bewiesen.

„Das Profil“: Auftakt zur Erdmann-Eloğlu-Reihe

Die detailreichen Schilderungen und die sehr guten Dialoge heben den Titel auf eine andere Ebene. 2020 gehörte Hubertus Borck zu den Preisträgern des Rowohlt-Schreibwettbewerbs. Pandemiebedingt begann Borck seine berufliche Tätigkeit etwas zu verlagern. Theater mussten schließen. Als er den Aufruf zum Schreibwettbewerb sah, wollte er es dann doch probieren, obwohl er nie vorhatte, einen Krimi zu schreiben. Wie man an „Das Profil“ sieht, ist es ihm gelungen. Borck geht es darum, wie man zu einem Täter werden kann. Ähnlich wie in Seecks „Teufelsnetz“ oder in „Poppy“ von Kristina Getz, spielen auch hier die sozialen Medien im Thriller eine große Rolle.

Durch unbedachtes Posten eines vermeintlich privaten Fotos auf Instagram lässt sich mit ein wenig Geschick, Google-Maps und Glück viel über den Nutzer herausbekommen. So geht auch der Täter in „Das Profil“ vor und sucht sich via sozialen Netzwerken schon sein nächstes Opfer.

Hubertus Borck „Das Profil“: Mein Fazit

Ein gelungener Serienauftakt. Zwei gegensätzliche Ermittler, ein spannender Fall, bei dem ich als Leser mitfiebern konnte. Für alle, die Fitzek und Kliesch mögen. Für März 2023 ist der zweite Band der Serie, „Die Klinik“, geplant. Ich bin gespannt. Nicht ohne Grund einer unserer Empfehlungen zur Frankfurter Buchmesse.

Hubertus Borck „Das Profil“

2022, Rowohlt ISBN-13 978-3-644-01225-7

Preis: Taschenbuch 12 €, E-Book 4,99 €, 379 Seiten (abweichend vom Format)– Jetzt bestellen (werblicher Link)

Hubertus Borck

Hubertus Borck, geboren 1967 in Lübeck, war der kreative Kopf des Hamburger Musik-Kabarett-Duos Bo Doerek. Er arbeitet heute als Theater- und Drehbuchautor und lebt in Hamburg.  

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