E-Autos verstehen: Wenn der Plug-in rekuperiert...

+
Durchsichtiges Solardach: Die Smart-Studie Forvision nutzt die Sonne als Energiespender.

Range Extender, Rekupera­tion, Hybrid – auf die Autofahrer kommt nicht nur eine neue Generation von Elektrofahrzeugen zu, sondern auch eine neue Generation von Fachausdrücken.

Das E-Auto ist der diesjährige Megatrend bei der IAA – wir erklären schon mal die wichtigsten Begriffe rund um das Auto der Zukunft:

Elektroauto

Ein reinrassiges Elektroauto hat keinen Verbrennungsmotor oder einen Range Extender (siehe unten). So ein Fahrzeug – wie zum Beispiel der i-MiEV von Mitsubishi – wird rein mit Strom betankt und betrieben.

Hybrid

Die Jaguar-Studie ein echter Hybrid.

Ein Hybrid-Fahrzeug ist quasi ein Zwitter. Es hat neben einem klassischen Verbrennungsmotor auch einen oder mehrere Elektromotoren, die von der Brems­energie gespeist werden (auch Rekuperation genannt). Das heißt: Das Fahrzeug fährt zeitweise emissionsfrei, wenn es nur über die Elektromotoren angetrieben wird. Der Verbrennungsmotor schaltet sich wieder ein, wenn die Batterien leer sind. Der neue Audi A6 wird beispielsweise als Hybrid angeboten, sogar den Porsche Panamera gibt es in so einer Variante. Pionier war hier der Prius von Toyota, der jetzt bei der IAA auch als weiterentwickelter Plug-in-Hybrid angeboten wird.

Plug-in-Hybrid

Das ist im Grunde genommen ein Hybrid-Fahrzeug, mit dem kleinen Unterschied, dass die Batterien größer sind und dass sie zusätzlich mit Strom betankt werden können. So erhöht sich die elektrische Reichweite des Fahrzeugs um einiges.

Rekuperation

Stromerzeugung durch Bremsenergie unter Mithilfe sogenannter Widerstands- und Generatorenbremsen. Funktioniert in etwa so wie ein Fahrraddynamo.

Range Extender

Die Brabus-E-Klasse wird von vier Elektro-Radnabenmotoren angetrieben

Ein Verbrennungsmotor, der über einen Generator Strom erzeugt, der wiederum treibt über Elektromotoren das Auto an. Range Extender heißt nichts anderes als Reichweitenverlängerer. Der Extender schaltet sich zu, wenn die Batterieleistung zur Neige geht. So erhöht sich die kombinierte Reichweite des Opel Ampera auf knapp 500 Kilometer.

Künstliche Töne

Ein heikles Thema. Da reine Elektroautos so leise sind, dass Fußgänger und Radler sie kaum hören können, ist die Diskussion entbrannt, wie laut E-Autos sein müssen, ob die Töne künstlich erzeugt werden sollen und welche Geräuschkulisse es sein soll. Entscheidungen sind hier noch keine getroffen, aber sowohl in verschiedenen Regierungen als auch bei den großen Herstellern ist die Debatte voll im Gange.

Haltbarkeit der Batterie

Hier haben die Kunden die meisten Bedenken, die Industrie bietet aber mittlerweile Lösungen an, die zur Beruhigung der Verbraucher beitragen. GM und Opel geben auf die Ampera-Batterie beispielsweise eine Garantie auf acht Jahre oder 160.000 Kilometer Laufleistung.

Ladesäulen

Ob und inwieweit es Ladesäulen im öffentlichen Raum geben wird, ist noch nicht klar. Zumal die meisten Kunden ihre Autos zu Hause auftanken werden.

Starkstrom, oder was?

Die meisten E-Autos oder Plug-in-Hybride können mit dem normalen Haushaltsstrom betankt werden. Drehstrom würde die Sache beschleunigen, ist aber nicht unbedingt notwendig, da die meisten Batterien nach spätestens acht Stunden wieder vollgeladen sind.

Reichweite

Getestet und für umweltfreundlich befunden: Der i-Miev von Mitsubishi mit Testfahrer Walter Schneeweiß.

Sie hängt von vielen Faktoren ab. Wetter (Klimaanlage oder Heizung brauchen Strom), Straßenverhältnisse (hügeliges Gelände schluckt natürlich mehr Energie) oder ob es Tag oder Nacht ist. Der I-MieV von Mitsubishi soll im günstigsten Fall bis zu 130 Kilometer abspulen können. Der Ampera liegt bei 90 Kilometern. Völlig ausreichend, sagen die Statistiker, da 80 Prozent der Autofahrer nie mehr als 60 Kilometer am Tag fahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare