E-Golf

Elektrisierend! Golf unter Strom

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In der VW-Wallbox (Aufpreis 1.000 Euro) ist der E-Golf in acht Stunden aufgeladen.

Das Lieblingsauto der Deutschen voll elektrisiert! Mit seinem neuen E-Golf will Volkswagen verstärkt auf dem wachsenden Elektroauto-Markt mitmischen und der Branche endlich zum Durchbruch verhelfen.

Wir haben den Golf-Stromer Blue motion mit 115 PS schon mal gefahren. Der viertürige Elektroflitzer steht ab Mai zum Einstandspreis von 34.900 Euro bei den Händlern.

Die optischen Unterschiede zwischen dem E-Golf und seinem Bruder mit Verbrennungsmotor sind marginal: Dezente silberblaue E-Logos an Kühlergrill und Heckklappe, eine blaue Querspange an Kühlergrill und Scheinwerfergehäuse, darunter zwei markante c-förmige LED-Tagfahrlichter – das ist alles. Dazu wurden dem E-Golf areodynamisch besonders effiziente 16-Zoll-Leichtmetallräder verpasst.

Auch im Wageninnern bleibt der Ökostromer ein typischer Golf. Sogar das Platz- und Raumangebot ist trotz des Einbaus der 318 Kilo schweren Batterie (acht Jahre Garantie) im Wagenboden ebenso komfortabel, der Kofferraum fasst zwischen 343 und 1233 Liter.

Tachoanzeige im Cockpit

Markantester Unterschied im Inneren des E-Golf ist der Tacho im Cockpit: Statt des Drehzahlmessers gibt’s eine Fahrleistungsanzeige, die Auskunft über den Betriebszustand gibt. Sie zeigt an, ob der Motor läuft, ob elektrische Energie verbraucht oder Bremsenergie zurückgewonnen wird, was die Experten Rekuperation nennen.

Wie ökonomisch wir bei unserem Test fahren, können wir per Schalthebel über drei Fahrmodi (Normal, Eco, Eco+) sowie vier Rekuperationsstufen einstellen. Auf einem Display zwischen den Tachos sowie auf der serienmäßigen Navi-Anzeige in der Mittelkonsole werden die Reichweite sowie der Energiefluss im Fahrzeug grafisch angezeigt. Der Reiz zum Energiesparen und damit zu mehr Reichweitengewinn kommt spielerisch.

Unser Autor beim Laden.

Im Stadtverkehr macht der Golf-Stromer Spaß, ob beim Anfahren Fahrspurwechsel oder Überholen. In nur 4,2 Sekunden erreicht er die 60 km/h-Marke, die 100 km/h in 10,4 Sekunden. Auch auf Landstraße und Autobahn treibt uns der lautlose Elektromotor verzögerungsfrei und dynamisch an. Um die Batterie, die ein Kapazität von 24,2 Kilowattstunden hat, zu schonen, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h begrenzt.

Sparwunder Stromer

Schnelles Fahren geht freilich auf Kosten der Reichweite, die VW zwischen 130 und 190 Kilometer pro Batterieladung mit einer Kapazität von 24,2 Kilowattstunden beziffert. Zusätzliche Energie- und damit Kilometerkiller sind zudem Klimaanlage sowie Sitz- und Außenspiegelheizung. Die längere Nutzung der Klimaanlage kostet uns rund 30 Kilometer. Trotzdem: Eine Batterieladung des E-Golf reicht für die Fahrten von Pendlern, die täglich rund 150 Kilometer zurücklegen aus. Im Vergleich zum Golf mit Verbrennungsmotor wird der Stromer so zum Sparwunder: Die Betriebskosten reduzieren sich auf 3,30 Euro per 100 km.

Die Tachoanzeige ist leicht verständlich.

Für das Aufladen des E-Golf gibt’s drei Möglichkeiten: per Haushaltssteckdose, was rund 13 Stunden dauert. Eine spezielle VW-Wallbox (Preis mit Anschluss in der heimischen Garage rund 1000 Euro) braucht acht Stunden. An öffentlichen Ladesäulen benötigt der E-Golf eine halbe Stunde. Problem dabei: In Deutschland gibt’s zu wenig Ladestationen. Derzeit sind es bundesweit rund 2000 – davon 340 in Bayern und 80 im Großraum München. Lokale Infos über das E-Tankstellennetz in Europa gibt’s im Internet auf der Website lemnet.org.

Reichweite vom E-Golf

Wem die Reichweite des VW-Saubermannes nicht reicht: Im Herbst kommt ein weiterer attraktiver Golfbruder als Plug-In-Hybrid – mit 204 PS und 222 km/h Spitze sowie fast 1000 km Reichweite. Elektrisch reicht der Strom des Golf GTE bis zu 50 km. Der Preis soll nur geringfügig über dem E-Golf liegen.

Heinz Wilhelm

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