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Spritpreise: Benzin und Diesel laut Kartellamt in Bayern am teuersten

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Das Bundeskartellamt hat die Spritpreise in Deutschland unter die Lupe genommen – und dabei ein extremes Nord-Süd-Gefälle festgestellt.

Ob im Supermarkt, auf dem Volksfest oder im Restaurant: Aktuell ziehen aller Ortens die Preise an – teils ziemlich kräftig. Besonders deutlich spüren aktuell aber wohl Autofahrer die Steigerungen an Tankstelle. Der sogenannte Tankrabatt brachte vorübergehend eine kleine Erleichterung. Mit dessen Auslaufen schossen die Preise aber sofort wieder in die Höhe. Nun hat das Bundeskartellamt die Spritpreise analysiert – und unter anderem gewaltige regionale Unterschiede festgestellt.

Eine Hand steckt eine Zapfpistole in die Tanköffnung eines Autos
Bei den Spritpreisen hat das Bundeskartellamt ein extremes Nord-Süd-Gefälle festgestellt. (Symbolbild) © IMAGO/Andreas Friedrichs

Spritpreise: In Bayern ist Benzin und Diesel laut Kartellamt am teuersten

Wie die Behörde mitteilte, gebe es zwischen den teuersten und billigsten Regionen bis zu 27 Cent Unterschied beim Preis von Superbenzin (E5). Beim Diesel seien es bis zu 24 Cent. Das Kartellamt stellte in seiner Untersuchung ein extremes Nord-Süd-Gefälle fest. Besonders tief in die Tasche greifen müssen demnach Autofahrer in Bayern – speziell im Süden des Bundeslandes. Vergleichsweise günstig war der Sprit dagegen in Teilen Berlins, Stuttgart und Bremen.

Auch die Preis-Schwankungen innerhalb eines Tages sind der Erhebung zufolge gewaltig: In derselben Stadt beziehungsweise Region verzeichnete das Kartellamt Unterschiede von mehr als 20 Cent pro Liter. An ein und derselben Tankstelle waren es Schwankungen von bis zu 13 Cent pro Liter – wobei das Tanken am Abend günstiger ist.

Spritpreise: Kartellamt will Entwicklung untersuchen – erste Ergebnisse im Herbst

Kartellamts-Präsident Andreas Mundt bezog auch Stellung den insgesamt sehr hohen Spritpreisen nach dem Ende des Steuerrabatts: „Die Branche führt vor allem Knappheiten und Kostensteigerungen ins Feld“, so Mundt. Seiner Meinung nach gebe es zwar „bestimmte Umstände“ wie den Abbau von Raffineriekapazitäten in der Pandemie, den Wegfall von Importen aus Russland, Ausfälle von Raffinerien, Transportprobleme wegen des Niedrigwassers und den Wiederanstieg der Nachfrage, die man berücksichtigen müsse. „Ob die Preisentwicklung und der nach wie vor große Abstand zu den Rohölpreisen dadurch hinreichend erklärt werden kann, dem gehen wir in unserer Untersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene nach.“ Im Herbst sollen dazu erste Ergebnisse vorgestellt werden.

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Eher zurückhaltend äußerte sich Mundt zu Untersuchungen, die zuletzt auf Basis von Vergleichen mit den französischen Spritpreisen ergeben hatten, dass die Steuersenkung in erheblichem Umfang weitergegeben worden sei. „Ein solcher Ländervergleich liefert durchaus hilfreiche Hinweise, kann aber die unterschiedlichen Wettbewerbssituationen in den beiden Ländern nicht abschließend bewerten“, sagte er. Seine Behörde stelle dazu auch eigene Berechnungen an, erklärte der Kartellamts-Präsident.

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