Pfiffige Extras für Cabrio-Fans

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Bei offenem Dach und hohem Tempo noch telefonieren: Dabei sollen im Audi R8 Spyder spezielle Gurt-Mikrofone helfen.

Da ist endlich der Traum vom Cabrio erfüllt, und dann so etwas: Erst regnet es in einer Tour, und wenn es endlich trocken ist, kommen die Temperaturen nicht aus dem Keller.

Statt den Sommer offen zu genießen, droht ganz schnell der Frust. Weil das längst auch die Autohersteller erkannt haben, gibt es gerade für Cabrios und Roadster immer mehr Extras, mit denen sich die Freiluftsaison verlängern lässt.

Die jüngste und wohl effektivste Erfindung ist die „Aircap“, die Mercedes für einen Paketpreis von 1249 Euro im neuen Cabrio der E-Klasse anbietet. Wo andere Cabrios nur hinten ein Windschott haben, gibt es hier auch vorn einen kleinen Luftleiter. Wie ein beweglicher Spoiler surrt er auf Knopfdruck aus dem Rahmen der Frontscheibe. Danach führt er den Fahrtwind so, dass der mit gehörigem Abstand über die Köpfe der Insassen streicht.

Das Neue Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio

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Das ebenfalls elektrisch versenkbare Netz zwischen den hinteren Kopfstützen unterdrückt zudem Verwirbelungen und versperrt der Kaltluft den Rückweg. So sollen es die Insassen selbst bei höherem Tempo angenehm zugfrei haben und können den Blick auf das Außenthermometer getrost vergessen.

Cabrio-Saison: Die Schönsten 2010

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Eine weitere Mercedes- Erfindung ist der „Airscarf“, den mittlerweile aber auch Audi oder Peugeot anbieten. Der Name steht für ein Heizgebläse im Sitz, das auf Knopfdruck Warmluft aus einem Schlitz zwischen Lehne und Kopfstütze pustet, die sich wie ein Schal um den Nacken der Insassen legen soll.

Während diese Technolo- Pfiffige Extras für Cabrio-Fans So lässt sich die schöne Freiluftsaison noch ordentlich verlängern gien für zusätzliche Wärme sorgen, garantieren BMW im 6er und Audi im A5 auch im Hochsommer die nötige Kühle - mit einem beschichteten Cabrio-Leder: Spezielle „ Cool - Pigmente“ in Sitzen und Konsolen können die UV-Strahlen besser reflektieren und so den Temperaturanstieg bremsen. Bei dunklen Farben beträgt der Unterschied im Vergleich zu herkömmlichem Leder bis zu 20 Grad, sagt BMW.

Auch Navigation und Kommunikation sind mittlerweile auf die Ansprüche der Frischluftfahrer eingestellt: Damit man selbst bei offenem Verdeck ungestört telefonieren kann, hat Audi für den R8 Spyder ein spezielles Gurtmikrofon entwickelt. Insgesamt vier Mikrofone von der Größe eines Druckknopfes sind im Sicherheitsgurt integriert, so dass immer mindestens eines davon in der Nähe des Mundes ist. So versteht der Gesprächspartner den Fahrer selbst dann noch, wenn dieser mit Tempo 140 offen fährt, verspricht Audi.

Damit Fahrer wissen, was sie unterwegs erwartet, hat BMW den Internetdienst „BMW Online“ eigens um die Rubrik Cabrio-Wetter erweitert. Auf Knopfdruck erfahren sie damit, ob und wann sie ihr Auto aufmachen können und wann am aktuellen Standort mit Niederschlägen zu rechnen ist.

Das wohl eigenwilligste Cabrio- Extra ist der „Always Open Timer“ aus dem offenen Mini: Wie eine eingebaute Sonnenuhr zählt dieses Zusatzinstrument die Stunden und protokolliert minutengenau, wie lange das Dach geöffnet war. Davon hat zwar keiner auch nur den geringsten greifbaren Nutzen, doch plant BMW für das Internet bereits Tabellen und Wettbewerbe, in denen Mini- Fahrer ihre Offenheit unter Beweis stellen können.

Und ihre Finanzkraft: Denn das Messwerk gibt es nur in den Ausstattungspaketen Pepper und Chili, für die BMW zwischen 1500 und 3000 Euro Aufpreis verlangt. Dass die meisten dieser Frischluft-Extras ordentlich kosten, stört die Kunden offenbar wenig. In der Regel gilt die Devise: Wenn schon, denn schon. Also ja zu Leder, ja zu größeren Alufelgen, ja zu Navigation und Windschott.

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