Lust und Laune

Opel Adam: Ein Pfiffikus treibt’s bunt

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Opels kleiner Adam lässt sich nach Lust und Laune gestalten – leider sind die Motoren alt. Für den pfiffigen Adam stehen allein zwölf Außenlackierungen zur Wahl

Wow, Opel – cool! Das habe ich zuletzt im Jahr 1983 von mir gegeben, im Ohr den Kultsong Opel-Gang von den Toten Hosen...

Ich war elf, wusste nicht, dass Opel damals alles andere als cool war, und von Autos hatte ich sowieso keine Ahnung. Jetzt, im Jahr 2012, stehe ich vorm Opel Adam, der im Januar 2013 auf den Markt kommt – und ich ertappe mich dabei, dass ich diesen Satz zumindest leise denke…

Das ist der neue Opel Adam

Erste Fotos: Das ist der neue Opel Adam

Guckst du: Das Touchscreen-Radio mit Smartphone-Kopplung u. a. für die Navigations-App gibt es schon für 300 Euro.

Aber dafür musste sich der sonst eher biedere Konzern aus Rüsselsheim komplett neu erfinden. Adam, das soll die Erschaffung eines ganz neuen Opel-Feelings werden. Und wie dieses Feeling aussieht, das bestimmt der Kunde selbst, Individualisieren ist das Stichwort: Nahezu jedes Bauteil lässt sich nach Lust und Laune gestalten! Angefangen bei zwölf Lackierungen über drei Dachvarianten, mehr als 30 Felgen bis hin zur Innenausstattung mit diversen Dekors sowie 15 Polstervarianten. Dazu kommen verschiedene Innenbeleuchtungen oder ein ganz spezielles Detail, das sich die Romantiker für 280 Euro bestellen können: ein mit LED-Leuchten durchwobenes Dach, das auf Knopfdruck zum Sternenhimmel mutiert. Das gibt’s sonst nur bei Rolls Royce, wo es aber fast so viel kostet wie ein ganzer Adam, nämlich 11.500 Euro. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt, kaum ein Adam wird dem anderen gleichen – es soll bunt werden in unseren Städten.

Denn da gehört er hin, der Adam: in die Stadt. Lange Reisen wird keiner mit dem 3,70 Meter kurzen Opel unternehmen, und wenn, dann nur zu zweit. Warum? Ganz einfach: Vorne ist ausreichend Platz, hinten wird es selbst für Kinder schon eng, und ganz hinten sollte man das Wort Kofferraum wörtlich nehmen: Raum ist für einen Koffer … Aber: Wer sich einen Adam kauft, weiß das natürlich vorher, stattdessen wird sich der Käufer über schicke Armaturen und die hochwertige Verarbeitung freuen. Und es gibt optional ein tolles Extra in Sachen Transportkapazität: einen integrierten, unterhalb der (allerdings sehr hohen) Ladekante ausziehbaren Radständer – ein echter Coup!

Für Romantiker: Über dem Cockpit spannt sich ein dimmbarer Sternenhimmel aus LED-Leuchten (ab 280 Euro Aufpreis)

Bei allem Schwelgen in Lifestyle-Details, bei allem Staunen über die maskulin-elegante Form und bei allem Spielen mit der konsequent umgesetzten Multimedia-Vernetzung (bei Opel heißt das IntelliLink und bedeutet, dass Smartphones gekoppelt und über den großen Touchscreen bedient werden) – eine Frage bleibt: Kann der Herr eigentlich auch fahren? Ja, kann er. Die Lenkung des kleinen, wendigen Adam ist leichtgängig, je nach Fahrwerk kommt er sportlich straff oder etwas weicher daher, in jedem Fall aber wäre ein modernerer Motor angeraten. Denn die 1,2- bis 1,4-Liter-Motoren (70, 87 und 100 PS) arbeiten bergauf etwas zäh, und der Testverbrauch lag deutlich über den angegebenen 5,1 Litern. Aber Abhilfe soll kommen: Ab 2014 wird es neue Motoren geben, die dann auch mit Sechsganggetriebe ausgestattet sind.

Fazit

Auch mit diesen Schönheitsfehlern geht das Konzept auf. Der Adam ist ein sympathischer, individuell gestaltbarer Kleinwagen zu einem tollen Preis (ab 11.500 Euro, selbst mit richtig vielen Extras kann man unter 14.000 Euro bleiben), der den Konkurrenten Fiat 500, Mini, Citroën DS3 und Audi A1 den Schneid abkaufen kann. Denn verkauft wird der Adam sicher mehr über die gelungene Optik und das flotte Image als über die Fahrleistungen – und, wie gesagt: Opel und cool, das passt plötzlich zusammen.

Klaus Heydenreich

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