Mit der Kraft der drei Motoren

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BMW Activehybrid X6, wie eine schleichende Katze, die dann mit voller Kraft zum Sprung ansetzt.

Das ist der erste BMW, mit dem man sich davonschleichen kann. Bis zu 2,5 Kilometer oder bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h lässt sich der BMW Activehybrid X6 trotz seiner rund 2,5 Tonnen Gewicht geräuschlos, weil batterieelektrisch fahren.

BMW X6

Doch spätestens dann übernimmt der Achtzylinder den Vortrieb von den beiden Elektromotoren. Die verlieren nach einem solchen sanften Abgang aus der Parkgarage oder der Fußgängerzone allerdings nicht ihren Sinn, sondern kommen während der gesamten Fahrt zur Geltung - zur Stromerzeugung, wenn der X6 verzögert und als Unterstützung in allen Verkehrslagen. Sie wirken als elektrische Bremse, wenn der Fahrer nicht mehr als drei Meter pro Sekunde abbremsen will und sie setzen sich als Leistungs- und Drehmomentverstärker voll ein, wenn der Fahrer das befiehlt. BMW nennt das „eBoost“ und meint damit die zusätzliche Dynamik, die dank der Elektromotoren und des Stroms aus der 2,4 kW-Nickelmetallhydrid-Batterie unter dem Kofferraum ohne Mehrverbrauch entsteht.

Rund 20 Prozent weniger soll die Kombination der beiden Elektromotoren mit dem Verbrenner beim Verbrauch bringen. BMW nennt als Durchschnitt 9,9 Liter, was für ein Fahrzeug dieser Klasse und bei diesen Fahrleistungen einen erstaunlich guten Wert darstellt, an dem man sicherlich lange gefeilt hat. Gute Werte allein reichen den Bayern aber nicht. Es müssen natürlich gleich Rekorde sein.

Luxuriöses Ambiente: Innen ist der erste Vollhybrid von BMW umfangreich ausgestattet.

So nennen sie den BMW Activehybrid X6 das stärkste Hybridfahrzeug im Markt und belegen das mit dem Beschleunigungswert von 5,6 Sekunden für 0 auf 100 km/h und der Höchstgeschwindigkeit von 236 km/h, die mit dem Sportpaket auf 250 km/h steigen kann. Und sie verweisen auf die Daten das Antriebs: Der 4,4 Liter-Achtzylinder leistet 407 PS, der eine Elektromotor bringt es auf 91, der andere auf 86 PS. Zusammen schaffen es die drei auf eine Systemleistung von 485 PS und reichen die sowie das maximale Drehmoment von 780 Nm über einen Sieben-Gang-Automaten an den X-Drive-Allradantrieb zur Verarbeitung weiter.

Der X6 ensteht im US-Werk der Bayern in Spartanburg. Beim Fahren sind – außer bei Schleichfahrt mit ihrem leichten Elektrosäuseln – praktisch keine Unterschiede zum gewohnten X6 zu spüren. Im übrigen genießt man den Antritt des Activehybrid, erst als schleichende Katze, die dann mit voller Kraft zum Sprung ansetzt. Zu keiner Zeit entsteht der Eindruck, ein besonderes Auto zu bewegen, das man ganz besonders bedienen muss. Man vergisst den Hybridantrieb und freut sich an der Agilität dieses X6, der jetzt mit den Hybrid-Schildern und dem Powerdome bei vielen sicher eher als ein „politisch korrektes“ Auto durchgehen wird als der X6 ohne die grüne Elektrokomponente.

Das wird so manchem Käufer in Deutschland die rund 7000 Euro Hybrid-Aufschlag verschmerzen lassen, die in dem Gesamtpreis von 102 900 Euro stecken. Die restliche Differenz zwischen den 76 000 Euro für den X6 mit Achtzylinder und Basisausstattung stecken – so BMW – in der umfangreichen Ausstattung. In Deutschland rollt der BMW Activehybrid X6 ab März zum Händler, in den USA noch im Dezember.

osw

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