Sie stimmte für Köhler: Parteichefs kritisieren Grünen-Politikerin

Grüne Bundespräsident
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2002 war die Welt noch in Ordnung zwischen Silke Stokar (links) und Claudia Roth.

Berlin - Die Grünen-Spitzenpolitiker Jürgen Trittin und Claudia Roth haben das Verhalten ihrer Parteikollegin Silke Stokar bei der Bundespräsidentenwahl erneut gerügt.

Stokar hatte ihre Stimme nach eigenen Angaben Amtsinhaber Horst Köhler gegeben. Der Grünen- Spitzenkandidat Trittin sagte: “Wir betrachten das als Revanche-Foul für ihre Nicht-Nominierung.“ Stokar war bei der Listenaufstellung für den nächsten Bundestag in Niedersachsen gescheitert. Damit sei nach dem 27. September das Thema für die Grünen erledigt, ergänzte Trittin am Montag in Berlin .

Grünen-Chefin Roth hatte sich bereits unmittelbar nach der Wahl in einem Interview über Stokar enttäuscht gezeigt. Im Gegensatz zur Abgeordneten Uschi Eid , die öffentlich ihre Sympathie für Köhler signalisiert hatte, hätte Stokar auch bei einer Diskussion am Vorabend der Wahl nichts über ihre Entscheidung gesagt. Dass sie dies erst nach der Abstimmung in der Bundesversammlung öffentlich mache, sei “nicht grün“, hatte Roth gesagt. An Spekulationen, ob noch mehr Grüne Köhler gewählt haben, wollte sich Trittin nicht beteiligen.

Gleichzeitig betonte der Spitzenkandidat, von der Wahl des Bundespräsidenten ließen sich keine Prognosen auf eine Mehrheit von Union und FDP bei der Bundestagswahl im Herbst ableiten. “Diese Wahl war kein Signal für Schwarz-Gelb, denn Schwarz-Gelb hatte keine Mehrheit“, sagte Trittin. Das Rennen um den Bundestag sei weiter offen. “Wenn das eine Prognose für die Bundestagswahl sein soll, dann sehe ich dieser gelassener entgegen als noch 2004“, sagte Trittin.

dpa

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