NATO-Kommandeur: Ziel in Libyen erreicht

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NATO General Charles Bouchard verkündet die Ziele in Lybien seien erreicht.

Brüssel - Der Kommandeur des Nato-Einsatzes in Libyen sieht in den Resten des Gaddafi-Regimes keine Gefahr mehr. Außerdem gibt General Bouchard Details des Angriff auf den Konvoi des Ex-Diktators bekannt.

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Die Nato hat das Ziel ihres Militäreinsatzes in Libyen erreicht. Dies sagte der Kommandeur des Einsatzes, der kanadische General Charles Bouchard, am Montag in seinem Hauptquartier in Neapel. “Aus unserer Sicht wurden die uns gegebenen Ziele erreicht.“ Alle Gebiete Libyens seien heute unter Kontrolle des Nationalen Übergangsrates: “Die Gefahr organisierter Angriffe von Resten des Gaddafi-Regimes ist vorbei“, sagte Bouchard.

Der Nato-Rat hatte am Freitag vorläufig beschlossen, den Einsatz nach sieben Monaten Dauer zum 31. Oktober zu beenden. Eine endgültige Entscheidung falle in den kommenden Tagen, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu. Sie bekräftigte, die Nato habe keinerlei Absicht, Truppen in der Nachbarschaft Libyens zu stationieren.

Bouchard verteidigte in einer Video-Pressekonferenz mit Journalisten in Brüssel den Angriff von Nato-Kampfflugzeugen auf einen Militärkonvoi bei Sirte, in dem sich auch Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi befand. “Wir hatten keine Ahnung, dass Gaddafi in dem Konvoi war“, sagte Bouchard. “Ich war ziemlich überrascht, dass Gaddafi zu diesem späten Zeitpunkt des Konflikts noch in der Gegend von Sirte war.“

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Der Konvoi von 175 Fahrzeugen habe Sirte verlassen wollen. “Wir hatten die Befürchtung, dass die Kämpfer aus Sirte sich mit Resten der Kämpfer aus Bani Walid zusammenschließen und dann Zivilisten in einer Stadt als Geiseln nehmen könnten“, berichtete Bouchard. “Wir haben daher beschlossen, den Konvoi aufzubrechen und in kontrollierbare Teile aufzuspalten. Wir haben unsere Waffensysteme zweimal auf den Konvoi gerichtet und dieses Ziel erreicht.“ Auf einigen Pickup-Fahrzeugen hätten sich Raketen und Maschinengewehre befunden: “In unserer Einschätzung war das eine eindeutige potenzielle Bedrohung der Zivilbevölkerung.“

Bouchard betonte, die in Libyen eingesetzten Soldaten von 12 Nato-Staaten und vier Partnerländern hätten sich während der gesamten Militäroperation “tapfer zurückgehalten“, wenn die Gefahr bestanden habe, Zivilisten zu treffen. “Wir haben nie etwas getan, was über unser Mandat, die Zivilbevölkerung zu schützen, hinausging.“

Der Einsatz sei “ein Erfolg für die Nato, aber ein Sieg für die Libyer“ gewesen. Bouchard dankte allen 28 Nato-Mitgliedern, weil alle in irgendeiner Weise am Gelingen des Einsatzes beteiligt gewesen seien. Wichtig sei die Beteiligung der arabischen Staaten Jordanien, Katar und Vereinigte Arabische Emirate gewesen: “Sie haben uns mit ihrer Kenntnis der Kultur sehr geholfen zu verstehen, was da am Boden vor sich ging.“

Deutschland hatte im UN-Sicherheitsrat dem Mandat nicht zugestimmt und sich nicht direkt am Nato-Einsatz beteiligt. Deutsche Soldaten übernahmen jedoch mehr Aufgaben bei der Luftüberwachung in Afghanistan und waren auch in den Nato-Stäben tätig.

dpa

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