Zollitsch gegen striktere Trennung von Kirche und Staat

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Robert Zollitsch, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, ist gegen eine noch striktere Trennung von Kirche und Staat in Deutschland.

Bonn - Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat sich gegen eine noch striktere Trennung von Kirche und Staat in Deutschland ausgesprochen.

“Wir kennen die Diskussionen, die sich derzeit auch verstärkt in manchen politischen Parteien finden und die eine stärkere Beziehungslosigkeit von Staat und Kirche fordern“, sagte Zollitsch am Donnerstag am Institut für Staatskirchenrecht in Bonn. Dies sei jedoch unbegründet, denn die religiöse Neutralität des Staates sei in Deutschland auf jeden Fall gewährleistet.

Die Trennung von Kirche und Staat ist in Deutschland nicht so strikt wie in manchen anderen Ländern, etwa in Frankreich. Beispiele dafür sind die Erhebung der Kirchensteuer, der Religionsunterricht an den Schulen und der rechtliche Status der Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Zollitsch sagte dazu: “Unsere grundgesetzliche Ordnung von Staat und Religion hat sich bewährt und ist damit auch bewahrenswert.“ Daran solle nicht gerüttelt werden. In diesem Zusammenhang schmerzten ihn “besonders die europäischen Nadelstiche“, sagte er nach einem vorab verbreiteten Redetext. Unter anderem hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2009 geurteilt, dass Kruzifixe im Klassenzimmer die Religionsfreiheit der Schüler verletzen.

dpa

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