Wulff will nicht im Schloss Bellevue wohnen

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Schloss Bellevue: Der künftige Bundespräsident Christian Wulff willl dort nicht wohnen.

Berlin - Bundespräsident auf Wohnungssuche: Christian Wulff will in Zukunft nicht in seinem Berliner Schloss wohnen. “Das Schloss Bellevue ist nicht zum Wohnen geeignet“, sagte er am Donnerstag in Berlin.

Er werde sich eine andere Bleibe suchen. Berlin sei eine großartige Stadt mit viel Grün und viel Kultur. Er sei sicher, dass er und seine Familie sich “sehr wohlfühlen“ würden, sagte er vor dem Beginn eines Interviews der ARD.

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Der erste Arbeitstag des neuen Bundespräsidenten begann gewissermaßen “inkognito“. Ohne großen Bahnhof besuchte Christian Wulff mit Frau Bettina und Tochter Annalena am Donnerstag Schloss Bellevue. Er ließ sich sein Amtszimmer zeigen und unterhielt sich mit seinen engsten Mitarbeitern. Danach wurde letzte Hand an die Terminplanung und die Antritts- Rede gelegt, die er an diesem Freitag nach seiner Vereidigung vor den versammelten Parlamentariern von Bundestag und Bundesrat halten wird. Traditionell werden hier erste Aktente für die Amtszeit des neuen Staatsoberhaupts gesetzt. Wer nicht reden wird, ist dagegen Horst Köhler.

Bilder von der Wahl des  Bundespräsidenten

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Er war Ende Mai - nur ein Jahr nach seiner Wiederwahl - nach Kritik an Äußerungen zum Afghanistan-Krieg, die er als respektlos und unwahr empfand, zurückgetreten. Das Angebot von Bundestagspräsident Norbert Lammert, wie seine Vorgänger nach Ende ihrer Amtszeit bei der Vereidigungszeremonie an diesem Freitag das Wort zu ergreifen, hat Köhler ausgeschlagen.

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Dagegen nahm er eine Einladung Lammerts zu einem Essen der Ex- Bundespräsidenten am Donnerstag mit Wulff an. Das völlig inoffizielle Gespräch sollte wohl auch dem “Neuen“ den Einstieg in die neue Aufgabe erleichtern. Denn viel Zeit, um ins Amt zu finden, bleibt dem 51-Jährigen jetzt nicht. Der politisch dramatische Verlauf der Bundesversammlung mit einem gewaltigen Denkzettel für die Regierenden dürfte auch bei Wulff Spuren hinterlassen haben. So ging im Trubel des späten Wahltag- Abends etwas unter, dass der neue Bundespräsident die Hand zur Kooperation in Richtung aller politischer Kräfte - von der Linken bis zur Union - ausstreckte.

Über seine Mitarbeiter im Präsidialamt, die er zuvor gesprochen hatte, sagte er: “Ich bin ganz begeistert.“ Gefragt nach den deutschen Chancen im Viertelfinalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Argentinien am Samstag sagte er, Argentinien habe “überragende Einzelspieler“.

dapd/dpa

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