Wowereit: "Reicher, aber trotzdem sexy"

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Bürgermeister Klaus Wowereit

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will sich erst nach einer gewonnenen Abgeordnetenhauswahl festlegen, ob er auch weiter Kultursenator bleibt.

“Es gibt gute Gründe, warum die Kultur beim Regierenden Bürgermeister angesiedelt ist, aber es gibt auch andere Möglichkeiten“, sagte Wowereit. Darüber müsste mit dem künftigen Koalitionspartner verhandelt werden. Die Wahl findet am 18. September statt.

“Wir haben eine Verfassung in Berlin, der zufolge nur acht Senatoren zulässig sind. Damit ist ein eigenständiges Kulturressort nicht möglich“, sagte Wowereit. Er wolle anderen Ressorts nicht weitere Aufgaben aufbürden und setze sich deshalb für eine Erweiterung der Senatorenzahl ein. Mit maximal zehn Senatoren wäre ein eigenständiges Kulturressort seiner Ansicht nach wieder denkbar.

Günstige Mieten lockt Kreative an

“Arm, aber sexy“ - der Spruch, den Wowereit weit über die Grenzen Berlins berühmt machte, gilt für den SPD-Politiker nur noch bedingt. “Wir wollen reicher werden - und dabei sexy bleiben“. Nach dem Mauerfall habe Berlin Kreative aus aller Welt angelockt, auch wegen vergleichsweise günstiger Mieten. Diese Zeit gehe in einigen Stadtteilen zu Ende. “Die Preissteigerungen sind auch eine Konsequenz des wirtschaftlichen Erfolgs“, sagte Wowereit.

Die Kreativ-Industrie mit Musikfirmen, Medien und Designbüros sei eine wichtige Säule der Berliner Wirtschaft. “Aber je erfolgreicher die kommerzielle Kultur ist, desto schwerer wird es für die subventionierte Kunst“, etwa bei bezahlbaren Mieten. Berlin strebe deswegen an, die Zahl günstiger Ateliers und Proberäume auszubauen.

Zu seiner Bilanz als Kultursenator sagte Wowereit, es sei in den vergangenen fünf Jahren gelungen, die Strukturen etwa an den Opernhäusern zu festigen. Jetzt werde vor allem über die Qualität der Inszenierungen gesprochen und geschrieben und nicht immer nur über Geld.

dpa

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