Westerwelle sieht nach Eklat weiter Chancen für Iran-Gespräche

New York - Im Streit um das iranische Atomprogramm sieht Bundesaußenminister Guido Westerwelle auch nach dem neuen Eklat um Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad weiterhin Chancen für Gespräche.

Dessen “geschmacklose Entgleisungen“ vor der UN-Vollversammlung könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die verhängten Sanktionen auf die iranische Führung Eindruck machten, sagte Westerwelle am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York.

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Ahmadinedschad hatte seinen Auftritt dazu genutzt, um den USA zu unterstellen, dass sie die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert hätten. Daraufhin verließen die Diplomaten der USA und zahlreicher anderer Länder den Saal. Auch die beiden Diplomaten der deutschen Delegation gingen hinaus. Westerwelle selbst war während der Rede nicht anwesend.

Diese Länder haben Atomwaffen

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Der FDP-Chef äußerte trotz des Eklats die Hoffnung, dass der Iran zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch bereit ist. In der iranischen Führung sei die geschlossene Haltung der Staatengemeinschaft durchaus registriert worden. “Da täuschen mich auch rhetorische Verirrungen und geschmacklose Entgleisungen nicht darüber hinweg.“

Teheran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Atombombe zu bauen. Deshalb wurden bereits mehrfach Sanktionen verhängt. Die Gespräche zwischen Teheran und der internationalen Verhandlungsgruppe aus den fünf Veto-Mächten des UN-Sicherheitsrats und Deutschland liegen auf Eis. Einen Termin für die Wiederaufnahme gibt es nicht.

Ahmadinedschad hatte in der UN-Generaldebatte erklärt, es gebe die Theorie, dass “einige Elemente in der US-Regierung den Angriff (am 11. September) orchestriert haben, um die schrumpfende amerikanische Wirtschaft und ihren Griff auf den Nahen Osten ebenso zu retten wie das zionistische Regime“. Für Empörung sorgte auch, dass er die etwa 3000 Toten der Terrorangriffe vom 11. September gegen “Hunderttausende Tote im Irak und in Afghanistan“ aufrechnete.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der iranische Präsident vor der UN-Vollversammlung mit wüsten Beschimpfungen gegen Israel für einen Eklat gesorgt. Auch damals verließen Diplomaten den Saal.

dpa

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