Griechen raus aus Euro? Gegenwind für Friedrich

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Hans-Peter Friedrich (CSU).

Berlin - Angesichts einer Forderung von Hans-Peter Friedrich (CSU) zu einem möglichen Ausstieg der Griechen aus dem Euro, zeichnet sich in Berlin eine größere Kontroverse ab. Auch Bundeskanzlerin Merkel geht auf Distanz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich klar von dem Vorstoß ihres Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone distanziert. Die Kanzlerin teile diese Einschätzung nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es gehe darum, Griechenland innerhalb der Euro-Zone zu stabilisieren.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich irritiert über den Vorstoß von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. „Ich verstehe die politischen Spekulationen über ein Griechenland außerhalb der Eurozone nicht“, sagte Westerwelle der Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) laut Vorabbericht. „Was ausgehandelt und vereinbart ist, sollte gelten, und zwar auf beiden Seiten.“

Westerwelle sagte, das Hilfspaket für Griechenland habe nur eine Chance, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen, wenn es nicht sofort wieder zerredet werde.

Friedrich hatte dem „Spiegel“ gesagt, Griechenland habe außerhalb der Währungsunion größere Chancen, sich zu regenerieren als im Euro-Raum.

Auch Trittin kritisiert Friedrich

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jürgen Trittin, hat die Diskussion über ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone scharf kritisiert. Die jüngste Aussprache des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) für einen Euro-Austritt bezeichnete er am Montag im Deutschlandfunk als einen „absurden Vorgang“. „Ich frage mich, wie lange die Kanzlerin dem Treiben in ihrer Koalition noch zuschauen will“, sagte er weiter.

Friedrich wisse, dass er einfach nur „billig den Stammtisch“ bediene, sagte Trittin. Solange über eine besteuerte Insolvenz die Folgen der Krise gemindert werden könnten, sei dies klüger, als in einen unkontrollierten Staatsbankett zu gehen. „Das wird ihnen jeder Gewerkschafter in einem Betrieb in einer Krise gerne bestätigen.“

dapd

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