Seltsame Justiz in Indonesien

Völlig absurd: Paragraf für Schwarze Magie

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Magie und Hexerei in Papua-Neuguinea: Im Dorf Tokua bei Mount Hagen sitzt der "Kurmunw", in der Lokalsprache "Mann, der Geister beschwört", vor einem Topf mit "heiligen" Steinen

Jakarta - In Indonesien soll ein Paragraf ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden, der Schwarze Magie unter Strafe stellt. Doch der Vorstoß des Justizministeriums sorgt für Tumult unter den Abgeordneten.

Schwarze Magie entzweit die Gemüter von Abgeordneten in Indonesien. Das Justizministerium will Hexen und Magier, die anderen Böses an den Hals wünschen, künftig bestrafen. So sieht es die überarbeitete Fassung des Strafgesetzbuches vor, das sich bislang nicht mit dem Phänomen beschäftigte. Am Donnerstag entbrannte darüber eine Debatte. „Das wäre ein Rückschritt für unser Justizsystem“, sagte Oppositionsabgeordnete Eva Sundari zu dem Schwarze-Magie-Paragrafen. „Wie soll Hexerei bewiesen werden?“ Ein Kollege der islamischen PJP meinte dagegen: „Damit sollen die Betrüger dingfest gemacht werden, die in Zeitungen versprechen, sie könnten Menschen verzaubern.“

Nicht umstritten ist dagegen das Vorhaben, in Indonesien die wilde Ehe unter Strafe zu stellen. Das Zusammenleben ohne Trauschein soll künftig mit einem Jahr Haft bestraft werden, so wie Prostitution.

dpa

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