Umfrage: Staat soll Gürtel enger schnallen

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Wie würden die meisten Bürger die Staatsschulden abbauen?

Gütersloh - Was würden die Deutschen unternehmen, um die Staatsschulden abzubauen? Höhere Steuern stehen bei den meisten Bürgern jedenfalls nicht zur Debatte. Lieber solle der Staat weniger Geld ausgaben.

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Das geht aus einer am Donnerstag vorgelegten Allensbach-Umfrage im Auftrag der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung und der Heinz-Nixdorf-Stiftung hervor.

Vor die Wahl gestellt, ob der Staat lieber seine Ausgaben kürzen oder etwa durch Steuererhöhungen mehr Geld einnehmen sollte, entschieden sich 73 Prozent der Befragten für die größeren Sparanstrengungen. Selbst 60 Prozent der Anhänger der Linkspartei favorisierten diese Variante.

Diejenigen, die sich für höhere Einnahmen aussprachen, nannten vor allem die Anhebung des Spitzensteuersatzes oder die Wiedereinführung der Vermögensabgabe als Möglichkeiten.

Bei der Frage, wofür der Staat eventuelle Mehreinnahmen verwenden sollte, rangierten höhere Bildungsausgaben mit 63 Prozent an erster Stelle. 62 Prozent der Befragten votierten für einen Schuldenabbau, 47 Prozent für eine Senkung der Sozialabgaben, 36 Prozent für eine Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer und 31 Prozent für eine stärkere Unterstützung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen.

Zugleich sieht eine deutliche Mehrheit eine mangelnde soziale Gerechtigkeit in Deutschland. 70 Prozent der Befragten waren demnach der Ansicht, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik kaum oder gar nicht gerecht seien. 60 Prozent monierten, dass das Land den hier lebenden Menschen sehr unterschiedliche Chancen biete. 59 Prozent kritisierten, dass es kaum oder keine Generationengerechtigkeit gebe.

Für die Umfrage hatte das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 8. und 20. Mai 1.767 Bürger ab 18 Jahren befragt.

dapd

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