Umfrage: Piraten im Höhenflug - CDU verliert

Köln - Nach dem Erfolg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kann die Piratenpartei auch bundesweit punkten. Der Absturz der FDP setzt sich dagegen fort. Auch die CDU verliert bei einer neuen Umfrage deutlich.

In der Sonntagsfrage des aktuellen ARD-Deutschlandtrends steigen die Piraten von zwei auf acht Prozent in der Wählergunst. Mit diesem Ergebnis würde die Partei erstmals in den Bundestag einziehen.

Der Absturz der FDP setzt sich dagegen fort. Die Liberalen verlieren einen Punkt und kommen auf drei Prozent. Es ist der schlechteste Wert, der beim ARD-Deutschlandtrend je für die FDP gemessen wurde.

Bei den zwei großen Volksparteien kann die SPD um zwei Punkte auf 30 Prozent zulegen, die CDU dagegen verliert drei Punkte und kommt auf 32 Prozent. Die Grünen landen bei einem Minus von drei Punkten bei 17 Prozent. Die Linkspartei verliert einen Punkt und kommt auf sechs Prozent.

Wähler blicken skeptisch auf Piratenpartei

Den Erfolg der Piratenpartei beurteilen viele Wähler allerdings skeptisch. 72 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, das aktuelle Hoch der Piratenpartei beruhe darauf, “den anderen Parteien einen Denkzettel zu verpassen“. Für 63 Prozent der Befragten ist die Piratenpartei nur eine Alternative für bisherige Nichtwähler. 47 Prozent denken, dass “die Piraten keine ernstzunehmende Partei sind.“ Nur 17 Prozent der Wähler halten die Partei für einen echte Alternative zu SPD, Grünen und Linkspartei.

Befragt zu ihren Koalitionswünschen, bevorzugen 51 Prozent der Wähler eine große Koalition aus SPD und Union. 47 Prozent halten eine rot-grüne Koalition aus SPD und Grüne für die aktuell beste Lösung, eine schwarz-grüne Koalition aus Union und Grünen wünschen sich 26 Prozent der Befragten. Die aktuelle Bundesregierung aus Union und FDP unterstützen nur noch 20 Prozent der Wähler.

Das ist die Piratenpartei

Piraten: Was steckt hinter der neuen Partei?

Beliebtester Politiker in diesem Monat ist Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Mit seiner Arbeit sind 57 Prozent der Deutschen zufrieden (+5 im Vergleich zum Vormonat). Den zweiten Platz teilen sich der SPD-Politiker Peer Steinbrück mit einer Zustimmung von 55 Prozent (-1) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ebenfalls mit einer Zustimmung von 55 Prozent (-2). Auf Platz vier folgt Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), mit dessen Arbeit 53 Prozent zufrieden sind (-4). Bundeskanzlerin Angela Merkel belegt mit einer Zustimmung von 48 Prozent (+1) den fünften Platz.

Für den ARD-Deutschlandtrend befragte Infratest Dimap am 4. und 5. Oktober 1.003 Bundesbürger, bei der Sonntagsfrage waren es 1.503 Wahlberechtigte.

dapd

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