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„Sollen sie es nur versuchen“: Putin droht dem Westen auf dem Schlachtfeld

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Von: Christian Stör

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Kremlchef Putin schwört das linientreue Parlament in Moskau auf einen harten Konflikt mit dem Westen ein. 

Moskau – Seit viereinhalb Monaten führt Russland einen erbarmungslosen Krieg in der Ukraine. Doch Wladimir Putin richtet seinen Blick nicht alleine auf das Nachbarland. Der russische Präsident wendet sich auch immer wieder an die westlichen Verbündeten der Ukraine. Kampflustig reagierte er jetzt auf Aussagen westlicher Politiker, wonach die Entscheidung im Ukraine-Krieg auf dem Schlachtfeld ausgetragen werden solle.

„Wir hören, dass sie uns auf dem Schlachtfeld besiegen wollen“, sagte Putin am Donnerstag (7. Juli) bei einem Treffen mit den Fraktionschefs der Parteien der Duma in Moskau. „Was soll man dazu sagen? Sollen sie es nur versuchen“, warnte Putin den Westen vor einer direkten militärischen Konfrontation. Zugleich beschuldigte er den Westen, die Feindseligkeiten angeheizt zu haben, und warf dem Westen vor, „bis zum letzten Ukrainer“ kämpfen zu wollen. „Das ist eine Tragödie für das ukrainische Volk.“

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Putin bekräftigte dabei seine Behauptung, der Westen nutze den Ukraine-Konflikt, um zu versuchen, Russland zu isolieren und zu schwächen. „Sie brauchen einfach kein Land wie Russland“, sagte Putin. „Deshalb haben sie in unserem Land Terrorismus, Separatismus und interne zerstörerische Kräfte eingesetzt.“ Außerdem führe der Westen einen „wirtschaftlichen Blitzkrieg gegen Russland“, das Ziel, „Spaltung und Streit in unserer Gesellschaft zu säen und unser Volk zu demoralisieren“, habe der Westen aber nicht erreicht.

Wladimir Putin nimmt an einem Treffen mit Fraktionschefs der Parteien der Staatsduma teil.
Wladimir Putin warnt den Wersten mit Blick auf den Ukraine-Krieg vor einer militärischen Konfrontation. © Aleksey Nikolskyi/Imago

Putin zeigte sich zudem davon überzeugt, dass Russland „ohne jeden Zweifel“ alle Ziele der „Militäroperation“ erreichen würde. Dann fügte er noch bedrohlich hinzu, dass die Aktion im Grunde noch gar nicht richtig angefangen habe: „Jeder sollte wissen, dass wir im Großen und Ganzen noch nicht einmal ernsthaft mit etwas begonnen haben.“ Westliche Experten gehen allerdings davon aus, dass die militärische Kraft Russlands auch wegen hoher Verluste deutlich geschwächt ist.

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Putin warnte in diesem Zusammenhang die Regierung in Kiew, dass sie Moskaus Bedingungen lieber schnell akzeptieren oder sich auf das Schlimmste einstellen sollte. Moskau lehne Friedensverhandlungen keinesfalls ab und sei weiterhin bereit, sich zu Gesprächen zusammenzusetzen, um die Kämpfe zu beenden. „Aber jene, die sich weigern, sollen wissen, dass es für sie umso schwieriger wird, sich mit uns zu einigen, je weiter sie gehen.“

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak wies Putins Aussagen scharf zurück. Putins Mantra vom „Krieg bis zum letzten Ukrainer“ sei ein weiterer Beweis für den von Russland geplanten „Völkermord“ an den Ukrainern, schrieb Podoljak bei Twitter. Putin greife zu „primitiver Propaganda“. (cs/dpa)

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