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Ukraine verhängt Ausnahmezustand auf der Krim - Russland zerstört deutschen Panzer

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Von: Markus Hofstetter, Bettina Menzel, Franziska Schwarz

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Offenbar greift die Ukraine russische Streitkräfte auf der Halbinsel Krim an. Präsident Selenskyj warnt vor einer Atomkatastrophe in Saporischschja. Der News-Ticker.

Update vom 10. August, 22.00 Uhr: Im Kampf um die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine gab es am Mittwoch (10. August) auf ukrainischer Seite mehrere Tote. Durch russischen Artilleriebeschuss seien mindestens sieben Zivilisten, bei Luftangriffen sechs Menschen getötet und drei weitere verletzt worden.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Dabei sei ein Wohnviertel getroffen worden, schrieb Gouverneur Pawlo Kyrylenko im Onlinedienst Telegram. Mindestens zwölf Wohnhäuser seien beschädigt worden, vier stünden in Flammen, erklärte der Gouverneur, der seiner Nachricht Fotos von Feuerwehrleuten hinzufügte, die versuchten, Brände zu löschen.

Bachmut liegt zwischen den Städten Donezk und Luhansk nahe der Frontlinie in der Ostukraine. Die Region war in den vergangenen Wochen fast täglich angegriffen worden. Westliche Militärbeobachter verzeichnen langsame Fortschritte der Russen. Die ukrainische Regierung hat alle Zivilisten aufgefordert, den Donbass zu verlassen.

Ausnahmezustand auf der Krim ausgerufen – Martschenko: „Wir werden sie zurückerobern“

Update vom 10. August, 21.30 Uhr: Nach den schweren Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt in Saki wurde auf der Krim der Ausnahmezustand ausgerufen. Wie der Verwaltungschef Sergej Aksjonow bekannt gab, seien bei den Vorkommnissen nahe dem Kurort Nowofjodorowka ein Mensch getötet und 14 verletzt worden. Auch die Gouverneure von Brjansk, Kursk und Belgorod melden Verletzte und schwere Zerstörungen.

Der ukrainische General Dmytro Martschenko stellte infolge der Geschehnisse eine militärische Rückeroberung der Krim in Aussicht. „Wir werden die Krim zurückerobern, genauso wie wir Cherson, Luhansk und Donezk zurückerobern werden“, sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK-Ukrajina. Zudem drohte er mit der Zerstörung der, zum russischen Festland führenden Krim-Brücke. Sollte der Westen die versprochenen Waffen in ausreichender Menge liefern, werde die Ukraine im kommenden Frühjahr den Sieg über Russland feiern.

Auf der Krim kam es zu einer Explosion auf einem Luftwaffenstützpunkt.
Auf der Krim kam es zu einer Explosion auf einem Luftwaffenstützpunkt. © IMAGO/Maks Vetrov

Russisches Verteidigungsministerium: „Haben deutschen Gepard-Panzer zerstört“

Update vom 10. August, 17.40 Uhr: Im Zuge von Luftangriffen in der südlichen Ukraine hat das russische Militär eigenen Angaben zufolge einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt, weitere 25 sollen folgen. Die ukrainische Seite bestätigte die Ankunft von drei Panzern. Einer ist nun, glaubt man dem Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, „nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw“ zerstört worden.

Ein deutscher Panzer vom Typ Gepard soll im Ukraine-Krieg von Russland zerstört worden sein.
Ein deutscher Panzer vom Typ Gepard soll im Ukraine-Krieg von Russland zerstört worden sein. (Symbolbild) © Maurizio Gambarini/dpa

Russland greift Südukraine an: Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka soll getroffen worden sein

Update vom 10. August, 16.35 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. „Der Treffer war akkurat, aber wirksam“, teilte das Armeekommando Süd per Facebook mit. Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen. Am Vortag hatte der russische Sender RT lediglich über regelmäßigen Beschuss der Brücke über den Schiffskanal und den Staudamm selbst berichtet.

Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden. Die Eisenbahnbrücke und die Straßenbrücke bei Cherson haben die Ukrainer dabei bereits unbrauchbar gemacht. Stattdessen errichteten die russischen Truppen eine Fährverbindung für Zivilisten und Berichten zufolge auch mehrere Pontonbrücken für das eigene Militär über den knapp einen Kilometer breiten Fluss.

Ukraine-Krieg: Zivilisten bei Beschuss von Saporischschja getötet

Update vom 10. August, 14.30 Uhr: Bei russischen Bombardements in der Nähe des Atomkraftwerks im ukrainischen Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden 13 Zivilisten getötet worden. „Es war eine schreckliche Nacht“, schrieb der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Valentin Resnitschenko, im Messenger-Dienst Telegram. Zunächst sprach er von elf getöteten Zivilisten, später teilte er mit, dass zwei weitere Menschen ihren Verletzungen erlegen seien.

Laut dem Gouverneur erlitten elf weitere Menschen bei den russischen Bombardements Verletzungen. Fünf von ihnen befanden sich demnach in einem ernsten Zustand. Resnitschenko rief die Einwohner eindringlich auf, auf Sirenen zu hören und Schutz zu suchen. "Ich bitte Sie und flehe Sie an (...) Lassen Sie die Russen Sie nicht töten", warnte er.

Ukraine-Krieg: Moskau mit neuem Vorwurf gegen die UN mit Blick auf Saporischschja

Update vom 10. August, 13.02 Uhr: Moskau wirft den UN vor, eine Inspektionsreise der Internationalen Atombehörde (IAEA) zum AKW Saporischschja verhindert und damit eine Eskalation der Lage provoziert zu haben. Doch im zuständigen UN-Sekretariat sollten „sie begreifen, dass die Welt am Abgrund wandelt“, erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa dem staatlichen russischen Radiosender Sputnik.

Das russische Außenministerium hatte schon am Vortag in einer Mitteilung beklagt, dass eine geplante Reise der IAEA-Vertreter zu dem AKW in letzter Minute an Sicherheitsbedenken des UN-Sekretariats gescheitert sei. Sacharowa legte nun nach und sprach von „verantwortungslosem Handeln“.

Für den 11. August hat Russland eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Der Rat soll von IAEA-Chef Rafael Grossi über den Zustand des AKW unterrichtet werden. Die G7-Außenminister haben Moskau unterdessen aufgefordert, Saporischschja unverzüglich wieder der vollständigen Kontrolle der Ukraine zu unterstellen. 

Ukraine-Krieg: Gesamtansicht des AKW Saporischschja, Handout des russischen Verteidigungsministeriums
Handout des russischen Verteidigungsministeriums: Gesamtansicht des AKW Saporischschja © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Ukraine-AKW Saporischschja läuft weiter - Streit um Pläne

Update vom 10. August, 12.05 Uhr: Saporischschja ist trotz des Beschusses weiter in Betrieb, allerdings mit dem „Risiko von Verstößen gegen die Vorgaben der Strahlungs- und der Brandsicherheit“, wie es Kraftwerksbetreiber Enerhoatom auf Telegram formulierte. Aktuell seien nach der Notabschaltung eines Blocks zwei Reaktoren des größten AKW Europas in Betrieb.

Enerhoatom-Chef Petro Kotin warf den Russen vor, das AKW an die Krim anschließen zu wollen. Dazu müssten sie „den gesamten Süden der Ukraine, den besetzten Teil der Gebiete Cherson und Saporischschja abschalten“, erläuterte Kotin im Fernsehen. Danach würden diese Gebiete schrittweise von der Krim aus wieder ans Stromnetz angeschlossen und seien dann mit dem russischen Stromnetz synchronisiert.

Hintergrund ist eine Mitteilung vom Juli, wonach die 2015 zerstörten Stromleitungen zur Krim repariert worden seien. Zudem hatten sich die Ukraine und das benachbarte Moldau Ende Februar vom ehemals sowjetischen Stromnetz abgekoppelt und. im März an den europäischen Stromnetzverbund angeschlossen.

Krim-Explosionen: Militärexperten vermuten in Moskau Angst um Image

Update vom 10. August, 11.36 Uhr: Bei den Explosionen auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der Krim sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Flugzeuge zerstört worden. Das sagte Juri Ihnat, Sprecher des ukrainischen Luftwaffenstabs, im Fernsehen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Videos zeigen, dass es an mindestens zwei unterschiedlichen Stellen zu Detonationen kam. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge ist ein Verstoß gegen die Brandschutzregeln für den Vorfall verantwortlich, wie die dpa berichtet. Viele Beobachter gehen hingegen von einem ukrainischen Angriff aus.

Den Militärexperten des US-amerikanischen Institute for the Study of the War zufolge will die russische Führung einen ukrainischen Angriff aus Imagegründen nicht eingestehen.

Geheimdienst zum Ukraine-Krieg: Russland rekrutiert Freiwillige für neue Kampfeinheiten

Update vom 10. August, 9.45 Uhr: Moskau will ein neues Armeekorps für seinen Angriffskrieg auf die Ukraine rekrutieren, so schätzt es der britische Geheimdienst ein. Den Rekruten - Männern bis zum Alter von 50 und mit mittlerem Schulabschluss - würden lukrative Boni angeboten, hieß es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als „3rd Army Corps (3AC)“ bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung östlich von Moskau, sein.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den militärischen Verlauf entscheidend beeinflussen werde, hieß es weiter. Es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15.000 bis 20.000 zu bringen. Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg schätzen die USA auf 80.000 Menschen.

Ukraine beklagt elf Tote durch russische Raketen – unweit von AKW Saporischschja

Update vom 11. August, 7.58 Uhr: „Eine tragische Nacht... Im Kreis Nikopol hat die russische Armee elf Menschen getötet und 13 verletzt“, berichtete Walentyn Resnitschenko, Chef der örtlichen Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, auf Telegram von Raketenbeschuss.

Die beiden getroffenen Ortschaften liegen dabei dem beschädigten Atomkraftwerk Saporischschja gegenüber – am anderen Ufer des hier zum Stausee geformten Flusses Dnipro.

Update vom 10. August, 6.10 Uhr: Nach Explosionen auf einer russischen Luftwaffenbasis auf der Krim hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten eine Heimholung der verlorenen Halbinsel versprochen. „Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“, sagte er in Kiew.

Die Ursache war weiterhin nicht ganz klar. Doch legen Zahl und Wucht der Explosionen einen gezielten Angriff der Ukraine nahe. Es wäre die erste militärische Attacke auf Ziele auf der Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 annektiert hatte.

Symbolisch wäre es für die Moskauer Führung ein ähnlich schwerer Schlag wie Mitte April das Versenken des Kreuzers „Moskwa“, des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte.

Die Ukraine greift womöglich die Halbinsel Krim an: Ausschließlich „ukrainisches Gerät“ gefeuert.

Update vom 9. August, 20.13 Uhr: Die Explosionen auf der Halbinsel Krim am Dienstag könnten offenbar von ukrainischen Angriffen auf ein russisches Munitionslager stammen, wie die New York Times berichtete. Ein hochrangiger ukrainischer Militärbeamter mit Kenntnis der Situation sagte der US-amerikanischen Zeitung, dass ukrainische Streitkräfte hinter dem Angriff stecken würden. Ein Sprecher des vom Kreml eingesetzten Gouverneurs der Krim bestätigte, dass es eine Explosion gegeben habe, forderte die Bewohner jedoch auf, keine voreiligen Schlüsse über die Ursache zu ziehen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte laut dpa-Angaben zunächst mit, es könne nichts zur Ursache der Explosionen sagen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Russland Beweise für einen angeblichen ukrainischen Angriff fälsche. Der 9. August sei der Internationale Tag der indigenen Völker, schrieb die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Telegram. Dazu zählten in der Ukraine die Krimtataren, die Karaimen und die Krimtschaken. „Die heutigen Explosionen in Nowofjodorowka sind ein weiterer Beleg dafür, wem die Krim gehört.“ Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“ Die Krim habe eine Zukunft als Reiseparadies ohne russische Besatzung vor sich.

Die Ukraine soll Angaben der New York Times zufolge für den Angriff offenbar ausschließlich „ukrainisches Gerät“ verwendet haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine anonyme Quelle aus Militärkreisen, die allerdings die genaue Art der Waffe nicht offenlegen wollte. Beobachter gingen Angaben der Nachrichtenagentur dpa zufolge zuvor von einem Sabotageakt aus, da die ukrainischen Truppen auf dem Festland mehr als 200 Kilometer entfernt sind. Bisherigen Berichten zufolge verfügt die ukrainische Armee über keine Raketen mit dieser Reichweite.

Ein ukrainischer Angriff auf russische Streitkräfte auf der Halbinsel Krim würde womöglich eine Eskalation des Krieges und eine Blamage für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bedeuten. Die Halbinsel wurde im Jahr 2014 von Russland annektiert.

Mehrere Explosionen auf Halbinsel Krim: Russland spricht von Explosionen in Munitionslager

Update vom 9. August, 18.43 Uhr: Bei mehreren Explosionen auf einem russischen Militärflugplatz auf der annektierten Halbinsel Krim ist nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet worden. In einem Depot auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka sei für die Luftwaffe vorgesehene Munition explodiert, zitierten russische Nachrichtenagenturen das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Die Ursache für die Explosionen sei noch unklar, das Munitionslager sei jedoch weder beschossen noch bombardiert worden. Diese Angaben könnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Indes brachte die Ukraine mehr als 3000 Zivilisten aus der schwer umkämpften Region Donezk im Osten des Landes in Sicherheit. Darunter seien fast 600 Kinder und 1400 Frauen gewesen, teilte der Vizechef der Präsidialverwaltung, Kyrylo Timoschenko, am Dienstag mit. Die Evakuierung dauere an.

Russland will Internationaler Atomenergiebehörde Zugang zu Atomkraftwerk Saporischschja gewähren

Update vom 9. August, 18.04 Uhr: Das Atomkraftwerk Saporischschja war in der vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Russland und die Ukraine gaben sich gegenseitig dafür die Schuld. Die kritische Infrastruktur des AKWs im Süden der Ukraine soll weiter intakt sein. Eigenen Angaben zufolge will Russland nun einen Besuch der Internationalen Atombehörde im größten Kernkraftwerk Europas ermöglichen. „Von unserer Seite aus sind wir bereit, maximal mögliche Unterstützung zur Lösung organisatorischer Fragen zu leisten“, teilte das russische Außenministerium am Dienstag mit.

Zugleich beschuldigte Moskau die Vereinten Nationen eine bereits geplante Inspektionsreise angeblich abgesagt zu haben und damit eine neue Eskalation herbeigeführt zu haben. Im März hatten russische Truppen das AKW beschossen und unter ihre Kontrolle gebracht. Im Juli hatte die Internationale Atomenergiebehörde die Zustände am Atomkraftwerk Saporischschja als „unhaltbar“ bezeichnet.

Russische Streitkräfte installieren Luftabwehrsysteme rund um Atomkraftwerk Saporischschja

Update vom 9. August, 12.15 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben damit begonnen, Luftabwehrsysteme rund um das Atomkraftwerk Saporischschja zu stationieren. „Die Luftabwehrsysteme des Kraftwerks werden verstärkt“, sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, am Dienstag im russischen Staatsfernsehen. Der Schritt kann auch als Reaktion auf die Angriffe auf das Kraftwerk in der vergangenen Woche angesehen werden.

Moskau machte die Ukraine für die Angriffe verantwortlich. Kiew warf Russland eine Inszenierung der Angriffe vor. Die Informationen können aktuell nicht unabhängig überprüft werden. Balizkis Angaben zufolge arbeitet das Kraftwerk derzeit normal. Die Stromleitungen und beschädigten Blöcke des Meilers seien repariert, sagte er.

Ukraine-Krieg: USA schätzen russische Verluste auf bis zu 80.000 Menschen

Update vom 8. August, 21.00 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium schätzt die Zahl der Verluste auf russischer Seite noch höher ein als der ukrainische Generalstab (siehe Update von 20.00 Uhr). Dem Pentagon zufolge seien bislang 70.000 bis 80.000 Menschen auf Seiten der Russen getötet oder verletzt worden. Der Pentagon-Spitzenbeamte Colin Kahl betonte, die russische Armee habe außerordentliche Verluste gemacht, weil das ukrainische Militär gut funktioniere und viel Unterstützung bekommen habe. Für ihn ist der Krieg der „intensivste konventionelle Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg“. Offizielle Stellen in Russland gaben in jüngster Zeit keine Opferzahlen bekannt.

Kahl sieht die Ukrainer derzeit klar im Vorteil, insbesondere weil sie den russischen Streitkräften hinsichtlich ihrer Moral und ihres Kampfeswillen überlegen seien. „Für sie steht existenziell viel auf dem Spiel. Sie kämpfen um das Überleben ihres Landes“, erklärte Kahl. Dagegen habe der russische Präsident Wladimir Putin keines seines Ziele erreicht: „Sein übergeordnetes Ziel war es, das gesamte Land zu überrennen, einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen und die Ukraine als unabhängige, souveräne und demokratische Nation auszulöschen. Nichts von alledem ist geschehen.“

Update vom 8. August, 20.00 Uhr: Im Ukraine-Krieg meldete der ukrainische Generalstab auf Facebook neue Zahlen zu Verlusten des russischen Militärs. Die Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig bestätigen.

AKW im Ukraine-Krieg unter Beschuss: Putin-Sprecher warnt Europa vor „katastrophalen Folgen“

Update vom 8. August, 16.13 Uhr: Der Streit um das AKW Saporischschja geht weiter: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte nun, die Bombardierung der Anlage „durch die ukrainischen Streitkräfte“ sei „potenziell extrem gefährlich“ und könnte Folgen für ein großes Gebiet haben, „darunter auch europäisches Territorium“.

Russland erwarte von jenen Ländern, die Einfluss auf die Ukraine hätten, diesen auch geltend zu machen und solche Bombardierungen künftig zu verhindern. Peskow warnte vor „katastrophalen Folgen“ dieser Angriffe für Europa. Moskau und Kiew beschuldigen sich in der Sache gegenseitig. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Das ukrainische Energieunternehmen Energoatom forderte unterdessen, eine entmilitarisierte Zone rund um die Nuklearanlage einzurichten.

AKW Saporischschja: Kreml gibt Kiew Schuld für Beschuss

Update vom 8. August, 12.45 Uhr: Russland macht Kiew auch für den zweiten Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja vom Wochenende verantwortlich. „Der Beschuss des Gebiets der Atomanlage durch die ukrainischen Streitkräfte ist eine potenziell äußerst gefährliche Aktivität (...) mit katastrophalen Folgen für ein großes Gebiet, einschließlich des europäischen Territoriums“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalisten in Moskau. Die Verbündeten der Ukraine müssten dafür sorgen, dass dieser Beschuss aufhöre.

Heikle Lage an ukrainischem AKW
Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja im Südosten der Ukraine. Das Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen. (Foto vom 1. Mai 2022) © -/AP/dpa

Moskau und Kiew machen sich gegenseitig für Angriffe auf die Atomanlage im Süden des Landes verantwortlich. Russische Truppen brachten es im März kurz nach Beginn des Militäreinsatzes unter ihre Kontrolle. Nach den Angriffen vom Wochenende musste ein Reaktor heruntergefahren werden. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte jegliche Angriffe auf Atomanlagen als „selbstmörderisch“.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee startet erneut Gegenangriffe im Süden

Update vom 8. August, 12.05 Uhr: In Donezk toben weiter schwere Kämpfe bei den Städten Bachmut und Awdijiwka. Östlich und südlich der Nachbarstädte Soledar und Bachmut seien russische Angriffe abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab am Montag auf Facebook mit. Ebenso seien russische Vorstöße östlich von Siwersk und südwestlich der Stadt Awdijiwka gescheitert.

In der Nähe der von russischen Truppen besetzten Großstadt Cherson im Süden startete die ukrainische Armee erneut Gegenangriffe mit Raketen auf die strategisch wichtige und bereits zuvor beschädigte Antoniwka-Brücke über den Fluss Dnipro. Das bestätigte die Sprecherin des ukrainischen Südkommandos, Natalija Humenjuk. Zudem sei die Straße über den Dnipro-Staudamm bei Nowa Kachowka mit Raketen beschossen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Ukraine-Krieg
Die Antoniwka-Brücke in der südukrainischen Region Cherson wurde bereits bei einem Angriff im Juli beschädigt. (Foto vom 19. Juli 2022) © Sergei Bobylev / Imago Images

Ukraine-Krieg: Russland soll marode Antipersonenminen einsetzen

Update vom 8. August, 10.04 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste setzt Russland in der Ukraine höchstwahrscheinlich hochgefährliche Antipersonenminen des Typs PFM-1 - auch Schmetterlingsmine genannt - ein. Moskau wolle damit wohl seine Frontlinien in der ukrainischen Donbass-Region verteidigen, hieß es am Montag in einem Tweet des britischen Verteidigungsministeriums. Die Minen seien sowohl für Truppen als auch die lokale Zivilbevölkerung extrem gefährlich.

Im Afghanistan-Krieg hätten sie furchtbare Auswirkungen gehabt, Kinder hätten sie dort für Spielzeuge gehalten. Es sei außerdem wahrscheinlich, dass Russland seinen Bestand aus Sowjetzeiten nutze, der über die Jahre marode geworden und damit nun noch unberechenbarer sei, hieß es in der Mitteilung der Briten. Dies stelle ein erhebliches Risiko für Spezialkräfte dar, die die Gebiete entminen. In der Ukraine wird auch ein Hund gefeiert, der russische Landminen aufspürt.

Ukraine-Krieg: Polizei verhaftet sechs „Unterstützer der Russen“

Update vom 8. August, 8.24 Uhr: Die ukrainische Polizei hat im schwer umkämpften Bachmut in der Region Donezk sechs „Unterstützer der Russen“ festgenommen. Das geht aus einer Mitteilung des stellvertretenden Leiters der Polizeidienststelle in der Stadt hervor, wie Focus Online berichtet. „Ja, solche Menschen treffen wir auch auf unserem ukrainischen Land“, wird Oleksij Biloshitskyi zitiert. „Wir werden diese Werwölfe weiter festhalten.“ Was genau den Kollaborateuren vorgeworfen wird, ist unklar.

Zerstörungen in Bachmut, Ukraine
Im schwer umkämpften Bachmut nahm die ukrainische Polizei sechs angebliche Kollaborateure fest. (Foto vom 15. Juli 2022) © Vincenzo Circosta/imago

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj deutet neue Waffenlieferungen an

Erstmeldung von 8. August: München - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Waffenlieferungen durch Partner angedeutet. „Nächste Woche erwarten wir Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete. Gute Nachrichten!“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner Videoansprache. Schlüssel der erfolgreichen Verteidigung seien nach wie vor Waffenlieferungen aus dem Westen.

In den USA wird derweil Medienberichten zufolge ein neues Hilfspaket für die Ukraine geschnürt. Erwartet wird, dass US-Präsident Joe Biden heute (8. August) weitere Waffenlieferungen im Wert von einer Milliarde Dollar ankündigt.

Ukrainische Armee verteidigt letzten großen, unter ihrer Kontrolle stehenden Ballungsraum im Donbass

Nach Angaben Selenskyjs verlaufen derzeit die härtesten Kämpfe im Donbass. Die Lage dort bleibe schwierig. Die Verteidigung von Orten wie „Awdijiwka, Pisky, Marjinka und Bachmut erfordern unsere Hauptanstrengung und leider viele Leben“, sagte er. Zudem erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine beschossen zu haben.

Ukraine-Krieg - Geschütz im Donbass
Ukrainische Soldaten feuern eine Haubitze in der Ostukraine ab. (Foto vom 18. Juli 2022) © ukrinform/dpa/picture alliance

Die ukrainische Armee verteidigt im östlichen Gebiet Donezk den letzten großen Ballungsraum, der im Donbass noch unter ihrer Kontrolle ist. Demnach steht insbesondere die strategisch wichtige Kleinstadt Bachmut stark unter Druck russischer Angriffe.

Ukraine-Krieg: Amnesty bedauert „Schmerz“ in Kiew nach umstrittenen Bericht

Amnesty International verteidigte unterdessen ihren umstrittenen Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee und erklärte zugleich ihr Bedauern über dessen Auswirkungen. „Amnesty International bedauert tief den Schmerz und Ärger, den unsere Pressemeldung über die Kampftaktiken des ukrainische Militärs ausgelöst hat“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Statement der Organisation. Die Menschenrechtsorganisation hält jedoch an den wichtigsten Erkenntnissen des Berichts fest.

In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hatte Amnesty der ukrainischen Armee vorgeworfen, sich in Wohnvierteln zu verschanzen und damit Zivilisten unnötig in Gefahr zu bringen. „Obwohl wir voll zu unseren Erkenntnissen stehen, bedauern wir den entstandenen Schmerz und wollen ein paar entscheidende Punkte klarstellen“, teilte Amnesty nach der daraufhin einsetzenden Kritik nun mit. So habe die Organisation an 19 verschiedenen Orten ukrainische Verstöße gegen das Kriegsrecht festgestellt. Dies rechtfertige aber nicht die russischen Kriegsverbrechen.

Bei Teilnahme von Belarus am Ukraine-Krieg: Tichanowskaja rechnet mit Widerstand

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, die derzeit im Exil in Vilnius ist, rechnet mit starkem Widerstand gegen eine mögliche volle Teilnahme ihres Landes an Russlands Krieg gegen die Ukraine. „Unsere Partisanenbewegung wird das sabotieren. Es werden Befehle verweigert werden. Oder die belarussischen Soldaten ergeben sich dort gleich“, sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Swetlana Tichanowskaja
Swetlana Tichanowskaja, Oppositionspolitikerin aus Belarus. © Bernd Thissen/dpa

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sei ein Kollaborateur. Er habe Belarus in diesen Krieg hineingezogen und dafür, dass Russland ihn an der Macht halte, tue er nun alles, was von ihm verlangt werde, so Tichanowskaja vor dem zweiten Jahrestag der umstrittenen Präsidentenwahl. Heute sei klar, dass der Kreml wohl schon damals Kriegspläne gehabt und Lukaschenko deshalb an der Macht gelassen habe. Er überlasse belarussisches Gebiet, damit russische Streitkräfte von dort die Ukraine angreifen können.

„Aber es gab zu Kriegsbeginn auch Sabotageakte gegen die wichtigen Versorgungswege. Schienenpartisanen verlangsamten den Militärtransport; und es wurden Informationen an die ukrainischen Streitkräfte gegeben zu den Basen, von denen russische Raketen abgefeuert wurden.“ Auch ein Bataillon belarussischer Kämpfer habe sich in der Ukraine gegen den russischen Einmarsch formiert.

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