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Wendepunkt im Ukraine-Krieg: „Putsch in Moskau hat begonnen“

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Von: Tobias Utz

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Seit Ende Februar kommt es zu schweren Gefechten zwischen der russischen und der ukrainischen Armee. Der Geheimdienst in Kiew erwartet im Winter 2022 das Kriegsende.

Moskau – Dass sich Russlands Verluste im Ukraine-Krieg häufen, ist kein Geheimnis. Der ukrainische Generalstab verkündet nahezu täglich Statistiken über die Todeszahlen russischer Soldaten. Zahlreiche Panzer und Militärhubschrauber sollen demnach kaputt sein. Überraschenderweise sind aus dem Kreml dazu nicht nur Dementi zu vernehmen. Präsident Wladimir Putin gab beispielsweise in seiner Rede am 9. Mai, dem „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland, zu, dass es schwere Verluste gebe. Die Zahlen des Kreml liegen dennoch weit unter denen der Regierung in Kiew. Allerdings mischt sich Präsident Putin mittlerweile auch in die Geschicke des Militärs ein.

Die vielzitierte Stärke der russischen Armee sei ein Mythos, erklärte jüngst Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Vielmehr sei es eine „Horde von Leuten mit Waffen“. Bei Artillerieangriffen verließen viele Soldaten ihre Stellungen und würden ihre Ausrüstung aufgeben. Zuletzt wurde vermeldet, dass russische Soldaten auf der Flucht Dokumente über Putins Angriffspläne verloren hatten.

Ukraine-Krieg: „Wir wissen alles über unseren Feind“

Budanov prognostizierte zwar, dass es noch monatelange Kämpfe geben werde. Doch es werde einen „Wendepunkt“ geben, sagte er im Interview mit Sky News. In der „zweiten Augusthälfte“ sei es so weit, bis Jahresende sei der Ukraine-Krieg schließlich vorbei, so der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes. „Wir kennen ihre Pläne, zumeist schon, wenn sie gemacht werden“, prahlte Budanov im Interview. „Wir wissen alles über unseren Feind“, führte der 36-Jährige aus. Seine Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ungeachtet seiner militärischen Einschätzung betonte Budanov, dass es bald einen politischen Machtwechsel in Moskau geben werde. „Der Putsch in Moskau hat begonnen“, behauptete der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Die Frage, ob ein Staatsstreich in Russland im Gange sei, beantwortete er kurz und knapp mit „Ja“.

Ukraine-Krieg
Ein zerbombtes Gebäude in der Hafenstadt Mariupol. © Vladimir Gerdo/Imago Images

Im Interview mit Sky News heizte Budanov zudem Gerüchte zu Putins angeblich sehr schlechtem Gesundheitszustand an. Der russische Präsident sei „sehr krank“ und in einer „psychisch und physisch“ schlechten Verfassung. Putin sei an Krebs und weiteren Krankheiten erkrankt. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Aus dem Kreml gab es dazu bislang kein Statement. (tu)

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