Wulff-Nachfolge schon am Wochenende geregelt?

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Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer bei seiner Ankunft im Bundeskanzleramt in Berlin

Berlin - Das Treffen der Koalitionsspitzen von Union und FDP zur Nachfolge Wulffs am Samstag war schon nach zwei Stunden vorbei. Angeblich sollen jetzt möglichst schnell Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Im Rennen um das Präsidentenamt sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur derzeit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und der frühere evangelische Bischof Wolfgang Huber. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es am Samstag in Berlin aus Koalitionskreisen.

Zwischen Koalition und der Opposition von SPD und Grünen wird es voraussichtlich frühestens am Sonntag eine Einigung bei der Suche nach einem Bundespräsidenten-Kandidaten geben. Am heutigen Samstag werde es kein Treffen der Spitzen von Schwarz-Gelb sowie SPD und Grünen geben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Samstag aus Koalitions- und Oppositionskreisen. In der Koalition gebe es auch nach dem zweistündigen Treffen der Partei- und Fraktionsspitzen mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel am Samstag im Kanzleramt noch Beratungsbedarf.

Die Spitze der schwarz-gelben Koalition hatte ihr Treffen am Samstagvormittag zur Beratung über die Nachfolge von Christian Wulff als Bundespräsident überraschend schnell beendet. Nach nur zweistündigem Gespräch bei der CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel verließen die anderen Parteichefs sowie die Fraktionsvorsitzenden von Union und FDP sowie CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt gegen 11.30 Uhr das Kanzleramt in Berlin.

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Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten

SPD und Grüne stellen sich auf Gespräche mit Schwarz-Gelb über einen möglichen gemeinsamen Kandidaten spätestens am Sonntag ein. Merkel will einen Kandidaten finden, der parteiübergreifend tragbar ist. SPD und Grüne sind zu ergebnisoffenen Gesprächen bereit, machen aber deutlich, dass sie kein schwarz-gelbes Regierungsmitglied akzeptieren. Die SPD favorisiert eine erneute Kandidatur des Ex-DDR-Bürgerrechtlers Joachim Gauck, der 2010 gegen Wulff knapp verloren hatte. Er scheint aber im Lager von Union und FDP kaum durchsetzbar.

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Wulff hatte am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben. Der 52-Jährige zog damit die Konsequenzen aus der Affäre um mögliche Vergünstigungen von befreundeten Unternehmern, die sich schon seit Mitte Dezember hinzog. Mit nur 598 Tagen war Wulff so kurz im Amt wie noch nie ein Präsident zuvor.

dpa/dapd

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