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Frankreich-Wahl 2022: So viele Menschen haben dem Populismus ihre Stimme gegeben

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Von: Lukas Zigo, Kerstin Kesselgruber, Lukas Rogalla

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Die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist beendet, es kommt zum Duell zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen.

+++ 15.50 Uhr: Die politische Landschaft sortiert sich vor der Stichwahl am 24. April neu. Etwa die Hälfte der Wählerinnen und Wähler hat am Sonntag für populistische oder radikale Parteien gestimmt. Zwar hat Macron mit seinen 28 Prozent im ersten Durchgang trotzdem gute Chancen, sich am Ende gegen seine Konkurrentin Le Pen mit ihren 23 Prozent durchzusetzen. Aber sein zweites Mandat dürfte schwieriger werden – vor allem, wenn seine Regierungsmehrheit bei der Parlamentswahl in Frankreich im Juni schwindet.

Die französische Gesellschaft ist in vieler Hinsicht gespalten – zwischen Pro-Europäern und Anhängern von Populisten einerseits, aber auch zwischen jungen Wählern, die mehrheitlich für den 70 Jahre alten Mélenchon gestimmt haben und den alten, die Macron ihre Stimme gaben. Es gibt eine weitere Spaltung zwischen der lokalen und der nationalen Ebene, die bei den Parlamentswahlen im Juni wichtig wird. Da könnte sich zeigen, dass die Sozialisten und Republikaner trotz ihrer gescheiterten Präsidentschaftskandidatinnen noch immer relativ gut in der Fläche verankert sind.

Frankreich dürfte in den kommenden zwei Wochen eine Debatte über gesellschaftliche Themen erleben, die viele vor der ersten Runde der Wahl vermisst haben. Macron wird sich bemühen, Le Pen aus ihrer gemäßigten Reserve zu locken – und sie wird ihm seine unpopulären Vorhaben wie die Rentenreform um die Ohren schlagen. Der französische Wahlkampf wird am Ende doch noch spannend.

Frankreich-Wahl 2022 – Macron und Le Pen im Endspurt zum finalen Duell

+++ 14.30 Uhr: Für die Wahlkämpfer Emmanuel Macron und Marine Le Pen geht es nach ihrem Sieg in der ersten Wahlrunde nun Richtung Stichwahl in zwei Wochen. Der liberale Präsident Macron brach bereits am Montagmittag zum Wahlkampf nach Nordfrankreich auf, während die Nationalistin Le Pen die weitere Strategie mit ihrem Team in Paris festzurren wollte. Noch am Wahlabend sagten Umfragen einen eher knappen Ausgang der anstehenden Stichwahl voraus. Die Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler abseits des eigenen Lagers kommt bis dahin entscheidende Bedeutung zu. Außerdem bereiten sich beide auf das traditionell viel beachtete TV-Duell vor.

Frankreich steht mit der Präsidentschaftswahl nun vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Ein Sieg der 53-jährigen Le Pen wäre für Europa ein Schock mit bedeutungsschweren Folgen. Le Pen stellt die enge Zusammenarbeit mit Berlin infrage und strebt eher nach Kooperationen mit Euroskeptikern wie den Regierungen in Budapest und Warschau. In der Europäischen Union könnte Frankreich unter ihr vom Treiber zum Bremser werden, ganz anders als unter dem proeuropäisch engagierten Macron.

The program of the candidates to the Presidential 2022 sent to the French before the first round of elections, in Paris
Frankreich-Wahl 2022: Marine Le Pen und Emmanuel Macron ziehen in die Stichwahl. © Julien Mattia/Imago

In der aktuell eskalierenden Krise zwischen dem Westen und Russland befürchtet Europa und die USA* mit Le Pen ein Bröckeln der festen Pro-Ukraine-Front.

Frankreich-Wahl 2022: Ergebnis der ersten Runde im Überblick

Kandidat/KandidatinProzent der Stimmen
Emmanuel Macron27,84
Marine Le Pen23,15
Jean-Luc Mélenchon21,95
Éric Zemmour7,07
Valérie Pécresse4,78
Yannick Jadot4,63
Jean Lassalle3,13
Fabien Roussel2,28
Nicolas Dupont-Aignan2,06
Anne Hidalgo1,75
Philippe Poutou0,77
Nathalie Arthaud0,56
Quelle: Ministère de l'Intérieur (11.04.2022/15.00 Uhr)

Frankreich-Wahl 2022 – Le Pen und Macron im „politischen Bürgerkrieg“?

+++ 13.40 Uhr: Nachdem die französischen Republikaner ihre Wähler bereits um Rettung ihrer hoch verschuldeten Partei gebeten haben (s. Update v. 11.30 Uhr), tun es ihnen Frankreichs Grüne nun gleich. Auch die Partei des Yannick Jadot war in der ersten Runde gescheitert und somit in finanzielle Schieflage geraten. „Die Situation ist kritisch“, sagte Parteichef Julien Bayou am Montag (11.04.2022) dem TV-Sender Franceinter. „Die Tatsache, dass wir die Fünf-Prozent-Hürde gerissen haben, bringt uns in sehr, sehr große Schwierigkeiten.“

Die grüne Partei (EELV) muss nun binnen fünf Wochen zwei Millionen Euro auftreiben. Insgesamt habe der Wahlkampf rund sechs Millionen Euro gekostet. Bereits am Sonntagabend hatte die Partei ihre Anhängerinnen und Anhänger um Spenden gebeten. Nach Auszählung fast aller Stimmen war der grüne Spitzenkandidat Jadot nur auf 4,58 Prozent gekommen. Damit liegt er unter der Schwelle von fünf Prozent, ab der eine staatliche Erstattung eines großen Teils der Wahlkampfkosten gewährt wird.

Frankreich-Wahl 2022: Asselborn spricht von „politischem Bürgerkrieg“

+++ 13.20 Uhr: Jean Asselborn, Luxemburgs Außenminister, zeigt sich bezüglich der politischen Situation in Frankreich beunruhigt. „Die sind in einer Art politischem Bürgerkrieg“, sagte der dienstälteste EU-Chefdiplomat am Montag (11.04.2022). Die Rechtsextremen hätten im Resultat mehr als zweimal so viele Stimmen bekommen, wie in Deutschland. Dies sei „sehr, sehr besorgniserregend.“

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen von der rechten Partei Rassemblement National werde vermutlich versuchen, die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen zu einem Referendum gegen den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron zu machen. Das werde eine ganz schlimme Auseinandersetzung, meint Asselborn.

Frankreich-Wahl 2022: Republikaner bitten um Nothilfe

+++ 11.30 Uhr: Frankreichs Republikaner haben bei den Präsidentschaftswahlen historisch schlecht abgeschnitten. Nun hat ihre Kandidatin Valérie Pécresse die Bevölkerung um Spenden gebeten. „Ich brauche ihre Nothilfe bis zum 15. Mai, um die Finanzierung dieser Präsidentschaftskampagne auszugleichen“, sagte Pécresse am Montag in Paris. Die finanzielle Lage ihrer Kampagne sei kritisch, sie selbst sei in Höhe von fünf Millionen Euro verschuldet.

Hintergrund ist, dass Pécresse letzten Zahlen des Innenministeriums nach Auszählungen fast aller Stimmen zufolge lediglich auf 4,8 Prozent der Stimmen kam. Sie liegt damit unter der Schwelle von fünf Prozent, ab der eine staatliche Erstattung in Höhe von sieben Millionen Euro gezahlt wird. „Es geht um das Überleben der Republikaner“, mahnte die 54-Jährige. Pécresse schnitt am Sonntag deutlich schlechter ab als erwartet. Umfragen nach habe sie bei acht bis neun Prozent der Stimmen gelegen.

Frankreich-Wahl 2022: Vater sieht in Marine Le Pen die „zukünftige Präsidentin“

+++ 10.55 Uhr: Nach dem Einzug seiner Tochter in die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahlen sieht Parteibegründer Jean-Marie Le Pen sie bereits als Wahlsiegerin. In der Zeitung Le Parisien vom Montag (11.04.2022) nannte der 93-jährige Rechtsaußen seine Tochter bereits „die zukünftige Präsidentin der Republik“. Ihr Ergebnis sei bemerkenswert gewesen.

Marine Le Pen, Kandidatin der rechtsextremen Rassemblement National, schafft es in die Stichwahl gegen Macron.
Marine Le Pen, Kandidatin der rechtsextremen Rassemblement National, schafft es in die Stichwahl gegen Macron. © Francois Mori/dpa

Le Pen kam nach Auszählung fast aller Stimmen der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am Sonntag dem Innenministerium zufolge auf 23,4 Prozent. Damit steht die am 24. April dem amtierenden liberalen Präsidenten Emmanuel Macron in einer Stichwahl gegenüber. Macron erhielt 27,6 Prozent der Stimmen.

Jean-Marie Le Pen, der als Gründer der rechtsextremen Partei Front National in Frankreich immer noch Einfluss genießt, hatte sich im Wahlkampf für den rechtsextremen Éric Zemmour ausgesprochen und sich damit gegen seine Tochter gestellt. Diese hatte nach 2017 versucht, die Partei mit einem gemäßigterem Auftreten für die bürgerliche Mitte wählbar zu machen.

Frankreich-Wahl 2022: Macron vorne – Le Pen erreicht ihre „Entteufelung“

+++ 09.30 Uhr: Französische Medien kommentieren die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich. „Die Überraschung liegt darin, dass es keine Überraschung gibt. Das Duell (Emmanuel) Macron gegen (Marine) Le Pen, dieses Rückspiel, das die Franzosen eigentlich gar nicht wollten, wird stattfinden“, schreibt Le Figaro. La Croix kommentiert: „Marine Le Pen liegt im Aufwind. Und die Wahlbeteiligung war niedrig. [...] Die gefährliche Spaltung, die mit der vergangenen Wahl im Land Einzug gehalten hat, bestätigt sich. Der Rest der politischen Landschaft liegt in Trümmern da.“

Die Libération geht von einer „Entteufelung“ Marine Le Pens aus: „Marine Le Pen hat also ihr erstes Ziel erreicht: das einer „Entteufelung“, die ungefähr so beruhigend wirkt wie ein Neustart von Hannibal Lecter im Restaurant-Business.“

Update vom Montag, 11.04.2022, 07.00 Uhr: Zur Frankreich-Wahl veröffentlichte das Innenministerium in Paris in der Nacht zum Montag die Ergebnisse nach Auszählung von 92 Prozent der Stimmen aller zur Wahl registrierten Wähler. Demnach gewann Emmanuel Macron 27,4 Prozent und Marine Le Pen 24,3 Prozent. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon kam mit 21,3 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Damit treten der amtierende Staatschef und seine Konkurrentin vom Rassemblement National in der Stichwahl am 24. April gegeneinander an.

Der Rechtsextreme Éric Zemmour zog nach den Angaben des Innenministeriums mit rund 6,9 Prozent an der Konservativen Valérie Pécresse mit rund 4,8 Prozent vorbei. Die sozialistische Kandidatin Anne Hidalgo lag abgeschlagen bei etwas mehr als 1,7 Prozent. Der Grüne Yannick Jadot kam auf mehr als 4,4 Prozent.

Frankreich-Wahl 2022: Rechtsextremer Zemmour ruft zur Wahl von Le Pen auf

+++ 20.50 Uhr: Der extrem rechte Kandidat Éric Zemmour ruft nach Worten seiner Unterstützerin Marion Maréchal zur Wahl von Marine Le Pen in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl auf. Das habe einen einfachen Grund, sagte Le Pens Nichte Maréchal am Sonntagabend im Sender TF1: „Emmanuel Macron ist der Hauptgegner. Er ist der Präsident der massiven Einwanderung, der Präsident der Unsicherheit, der Präsident der Deindustrialisierung.“

Die Rechtskonservative Valérie Pécresse und die Sozialdemokratin Anne Hidalgo rufen hingegen zur Wahl Macrons auf. „Weil es mein lebenslanges Engagement für die Republik ist und damit Frankreich nicht in den Hass aller gegen alle kippt, rufe ich Sie eindringlich dazu auf, am 24. April gegen die Rechtsextreme Marine Le Pen zu stimmen, indem Sie den Wahlzettel für Emmanuel Macron verwenden“, teilte Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, am Sonntagabend mit. Auch Yannick Jadot und Fabien Roussel sprechen sich für die Wiederwahl Macrons aus.

Frankreich-Wahl 2022: Macron und Le Pen voraussichtlich in zweiter Runde

+++ 20.15 Uhr: Amtsinhaber Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen ziehen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich nach den ersten Hochrechnungen in die zweite Runde ein. Macron kommt nach ersten Angaben mehrerer Wahlforschungsinstitute vom Sonntagabend auf 27 bis 29,7 Prozent der Stimmen. Damit liegt er in der ersten Runde vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die demnach auf 23,5 bis 24,7 kommt.

+++ 20.00 Uhr: Die Wahllokale sind geschlossen, die erste Hochrechnung zur Präsidentschaftswahl in Frankreich ist da. Demnach würden Amtsinhaber Emmanuel Macron mit 28,1 Prozent der Stimmen und Marine Le Pen mit 23,3 Prozent in die Stichwahl* am 24. April einziehen.

Frankreich-Wahl 2022: Erste Hochrechnungen nach 20 Uhr

+++ 19.10 Uhr: In Frankreich haben bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag bis 17 Uhr etwa zwei Drittel der registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Mit 65 Prozent fiel die Wahlbeteiligung damit zunächst etwas niedriger aus als mit 69,42 zum gleichen Zeitpunkt des ersten Wahlgangs 2017, wie das Innenministerium in Paris mitteilt. 2007 hatten bis 17 Uhr sogar knapp drei Viertel der registrierten Wählerinnen und Wähler abgestimmt (73,63 Prozent). Bei der historisch niedrigen Wahlbeteiligung im Jahr 2002 lag der Wert am Nachmittag nur bei 58,45 Prozent.

Etwa 48,7 Millionen Menschen haben sich für die Teilnahme an der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr registriert. Insgesamt treten zwölf Kandidatinnen und Kandidaten an. Die Wahllokale sind in Frankreich bis 19 Uhr geöffnet, mancherorts auch bis 20 Uhr. Dann werden erste Hochrechnungen erwartet.

+++ 16.15 Uhr: Die Veröffentlichung von Hochrechnungen vor 20 Uhr ist in Frankreich gesetzlich verboten. Dann erst schließen nämlich die letzten Wahllokale. „Kein Ergebnis, weder teilweise noch endgültig, darf vor der Schließung des letzten Wahllokals über die Presse oder über jedes Medium der öffentlichen Kommunikation auf elektronischem Weg der Öffentlichkeit mitgeteilt werden“, heißt es auf der offiziellen Website vie-publique.fr. Doch Interessierte informieren sich bei ausländischen Medien über erste Prognosen zur Frankreich-Wahl*, etwa aus Belgien oder der Schweiz.

+++ 15.05 Uhr: Wegen der Zeitverschiebung wurde in einigen französischen Überseegebieten, etwa in der Karibik, bereits am Samstag abgestimmt. Heute um 20 Uhr schließen die letzten Wahllokale auf dem Festland. Dann werden auch erste Hochrechnungen erwartet.

Frankreich-Wahl 2022: Emmanuel Macron gibt Stimme ab – Präsident von Fans begrüßt

+++ 13.11 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat im ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahl seine Stimme abgegeben. Der 44-Jährige wählte am Sonntagmittag (10.04.2022) gemeinsam mit seiner Ehefrau Brigitte im nordfranzösischen Badeort Le Touquet-Paris-Plage. Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer begrüßten Macron vor Ort im Wahllokal. Die drei Wahlkabinen hatten Vorhänge in den Farben der französischen Flagge, blau, weiß und rot. Macron wählte die mittlere Kabine, die Präsidentengattin ging in die linke Kabine. Mit Macron haben nun alle Kandidaten ihre Stimme abgegeben.

Wegen des strengen Corona-Lockdowns in Shanghai dürfen die dort lebenden Französinnen und Franzosen heute nicht wählen*. Die französische Botschaft konnte für die erste Runde der Frankreich-Wahl keine Ausnahmeregel erwirken.

Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022: Marine Le Pen gibt ihre Stimme ab

+++ 12.44 Uhr: Die rechte Kandidatin Marine Le Pen hat im ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahl ihre Stimme abgegeben. Die 53-Jährige wählte am Sonntag (10.04.2022) im nordostfranzösischen Hénin-Beaumont bei Lille. Die Politikerin von der lange als rechtsextrem verorteten Partei Rassemblement National gilt als Hauptkonkurrentin des amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron, der sich um eine Wiederwahl bemüht. Umfragen sahen sie auf Platz zwei.

Auch andere Präsidentschaftsbewerber gaben bereits ihren Wahlzettel ab (siehe Update von 11.53 Uhr). Die Konservative Valérie Pécresse, der mit etwa neun Prozent kaum Chancen auf einen Einzug in die Stichwahl ausgerechnet werden, stimmte in der Nähe von Paris ab.

Frankreich-Wahl heute: Kaum Corona-Schutzmaßnahmen

+++ 10.15 Uhr: Zur Frankreich-Wahl heute gelten kaum Maßnahmen zum Schutz vor Corona*: Weder ein Impfzertifikat noch ein negativer Testnachweis müssen vorgezeigt werden. Nicht einmal eine Maskenpflicht besteht in den Wahllokalen, wie lemonde.fr berichtet. Menschen, die wegen einer Corona-Infektion in Isolation sind, dürfen diese zum Wählen unterbrechen – Maske zu tragen wird ihnen dringend empfohlen.

+++ 08.48 Uhr: Tausende Französinnen und Franzosen haben am Tag vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich „für die Zukunft“ demonstriert. 325 Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz, Feminismus, Antirassismus und Armutsbekämpfung hatten zu der Kundgebung am Samstag (09.04.2022) aufgerufen, wie lemonde.fr berichtet. „Diese Probleme haben die gleiche Wurzel“, sagte Lorette Philippot, Sprecherin von „Amis de la Terre“ (dt. „Freunde der Erde“).

Frankreich-Wahl 2022 heute: Wahllokale sind geöffnet

+++ 08.00 Uhr: In Frankreich sind seit 08.00 Uhr am Sonntag die Wahlbüros für die erste Runde der Präsidentschaftswahl geöffnet. Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte Macron* wollen am Vormittag in Le Touquet bei Calais wählen. Seine härteste Konkurrentin Marine Le Pen wählt wie üblich im nordfranzösischen Hénin-Beaumont.

Nach den letzten Umfragen vor der Frankreich-Wahl lag Macron zwischen 25 und 28 Prozent der Stimmen, Le Pen zwischen 22 und 24 Prozent. An dritter Stelle liegt der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, er kam auf 16 bis 18 Prozent der Stimmen. Le Pen und Mélenchon hatten zuletzt kontinuierlich zugelegt. Erste Hochrechnungen zum Wahlergebnis werden um 20.00 Uhr bekannt gegeben.

Präsidentschaftswahl in Frankreich heute: Zwischen Macron und Le Pen könnte es knapp werden

Update vom Sonntag, 10.04.2022, 06.17 Uhr: Etwa 49 Millionen Französinnen und Franzosen sind am heutigen Sonntag (10.04.2022) zur Wahl des nächsten Staatsoberhauptes aufgerufen. Präsident Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen gelten nach den letzten Umfragen als Favoriten im ersten Wahlgang. Meinungsforschende rechnen damit, dass das Ergebnis einer Stichwahl zwischen den beiden knapper ausfällt als 2017. Die Wahllokale sind von 08.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet, in Großstädten auch bis 20.00 Uhr.

In Frankreich ist die Veröffentlichung von Umfragen vor der Schließung der letzten Wahllokale untersagt. Mehrere Meinungsforschungsinstitute haben sich verpflichtet, auf Nachwahlbefragungen zu verzichten. Hochrechnungen werden daher erst um 20.00 Uhr bekannt gegeben. Wegen der Zeitverschiebung hatte die Wahl in den Überseegebieten schon am Samstag (09.04.2022) begonnen.

Frankreich-Wahl 2022: Macron muss zittern – Le Pen holt auf

+++ 15.50 Uhr: Wenige Stunden vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich tendieren die Abstände zwischen den Spitzenkandidaten dazu, sich zu verkleinern, wie die französische Zeitung Le Monde berichtet. Dies sei aus einer Umfrage ersichtlich, die am Freitag (08.04.2022) für Le Monde durchgeführt wurde. Demnach liege die Rechtspopulistin Le Pen mit 22,5 Prozent nur knapp hinter Emmanuel Macron, der auf 26,5 Prozent kommt.

+++ 14.15 Uhr: Die Rechtspopulistin Marine Le Pen legt in Umfragen vor der Frankreich-Wahl 2022 zu*. Steigende Preise für Energie und Lebensmittel bereiten vielen Menschen Sorge und treiben sie laut Experten in ihre Arme. Die Menschen dächten eher an den Benzinpreis als an die Frage, wer ihr Land in den nächsten fünf Jahren lenken sollte, urteilt Brice Teinturier vom Umfrageinstitut Ipsos.

+++ 09.18 Uhr: Während die Präsidentschaftswahl auf dem Festland erst am Sonntag (10.04.2022) stattfindet, beginnt die Frankreich-Wahl 2022 in den französischen Überseegebieten bereits am heutigen Samstag*. Den Anfang macht die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der Ostküste Kanadas, wo die Wahllokale um 12.00 Uhr MEZ (8.00 Uhr Ortszeit) öffnen. Es folgen Französisch-Guyana, Guadeloupe, Martinique und Französisch-Polynesien.

Frankreich-Wahl 2022: Le Pen holt in Umfragen gegenüber Macron deutlich auf

Erstmeldung vom Samstag, 09.04.2022: Paris – Es schien eigentlich schon alles klar zu sein in Frankreich. Bis vor wenigen Tagen sah Emmanuel Macron wie der sichere Sieger der Präsidentschaftswahl aus. Mit einem deutlichen Vorsprung sollte der Amtsinhaber gemeinsam mit Herausforderin Marine Le Pen in die Stichwahl* einziehen und auch diese klar für sich entscheiden – fünf weitere Jahre Macron. Doch nun, am Wochenende der Wahl, sieht alles anders aus.

WahlPräsidentschaftswahl in Frankreich 2022
Erster WahlgangSonntag, 10. April 2022
Mögliche StichwahlSonntag, 24. April 2022
AmtsinhaberEmmanuel Macron
Stärkste GegenkandidatinMarine Le Pen
Wahlperiode5 Jahre

Zwar deuten die Umfragen noch immer auf eine Stichwahl zwischen Macron und Le Pen hin wie schon 2017, doch die Vorsitzende des Rassemblement National konnte zuletzt deutlich aufholen. Sogar ein Sieg im zweiten Wahlgang ist laut Fachleuten nun möglich. Macron weiß das und warnt vor einer „Brexit-ähnlichen“ Niederlage* gegen die Rechtspopulistin, die in Frankreich unter anderem mit islamfeindlichen Parolen punktet. „Die Gefahr des Extremismus hat ein neues Ausmaß erreicht, weil in den letzten Monaten und Jahren Hass und alternative Wahrheiten normalisiert wurden“, sagte Macron bei einer Wahlkampfveranstaltung. „Wir haben uns daran gewöhnt, in Fernsehsendungen antisemitische und rassistische Autoren zu sehen.“

Frankreich-Wahl 2022: Marine Le Pen siegessicher – Präsident Macron warnt

Le Pen gab sich siegessicher und stimmte ihre Fans auf die Wahl ein: „Niemals war der Wechsel greifbarer als jetzt“, tönte sie bei ihrem letzten großen Auftritt in Perpignan. Frankreich sei „bereit für eine Frau im Elysée“ – Le Pen wäre das erste weibliche Staatsoberhaupt in der Geschichte Frankreichs. Ihr Projekt sei die „Antithese von Macron“, versprach sie. Le Pen wolle „das Volk“ zum Zentrum ihrer Politik machen und „Frankreich den Franzosen zurückgeben“. Sie stellt sozialpolitische Themen in den Vordergrund, bekräftigte bei ihrem Event beispielsweise ihr Vorhaben, den Vorrang von Franzosen bei der Vergabe von Wohnungen und Jobs festzuschreiben. Doch auch ein Kopftuchverbot im öffentlichen Raum ist Teil ihres Programms

Der liberale Reformer Macron sprach mit Hinblick auf Le Pens Versprechen von „Lügen“, die sie „gar nicht finanzieren“ könne. Sie vertrete ein „brutal rassistisches Programm, das darauf abzielt, die Gesellschaft zu spalten“, sagte der 44-Jährige am Freitag in Paris.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von OpinionWay-Kéa kommt Macron auf 26 Prozent der Stimmen, nach 28 Prozent vor einer Woche. Le Pen klettert um zwei Punkte auf 22 Prozent. Bei der Frage nach der Stichwahl verringerte sich der Abstand zwischen Macron und Le Pen demnach von zehn auf sechs Punkte (53 zu 47 Prozent). Hinter Macron und Le Pen in den Umfragen sind der Linke Jean-Luc Mélenchon, die Konservative Valérie Pécresse sowie der extrem Rechte Éric Zemmour. Ihre Chancen auf einen Einzug in die zweite Wahlrunde stehen allerdings nicht gut.

Diese Kandidatinnen und Kandidaten gehen im ersten Wahlgang der Frankreich-Wahl am 10. April ins Rennen:

Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse am Sonntag, 10. April, nach Schließung der Wahllokale um 20 Uhr herrscht in Frankreich politische Funkstille. Stellungnahmen und Umfragen sind verboten – auch wenn traditionell die Nachbarländer schon vor Ablauf der Frist Tendenzen veröffentlichen. Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse zur Frankreich-Wahl* gibt es dann frühestens am Sonntagabend. (lrg/kke/lz mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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