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Macron gewinnt Stichwahl: Putin „wünscht gute Gesundheit“ – Biden scheitert zunächst mit Glückwunsch-Anruf

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Von: Bettina Menzel, Anna-Katharina Ahnefeld, Franziska Schwarz

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Präsident Emmanuel Macron hat die Stichwahl gegen Marine Le Pen für sich entschieden. Der News-Ticker zur Frankreich-Wahl 2022.

Update vom 26. April, 8.05 Uhr: Die Glückwünsche von US-Präsident Joe Biden an seinen wiedergewählten französischen Kollegen Emmanuel Macron haben diesen erst im zweiten Anlauf erreicht. Er habe bereits am Sonntagabend versucht, Macron anzurufen, um ihm zu seinem Wahlsieg zu gratulieren, sagte Biden am Montag vor Journalisten. Gesprochen habe er zunächst aber nur mit Macrons Mitarbeitern, denn „er war am Eiffelturm und hatte eine gute Zeit“, sagte Biden. Nach Angaben des Weißen Hauses gelang es Biden schließlich am Montag, Macron seine Glückwünsche zu übermitteln.

In dem Telefonat habe Biden die „engen und andauernden Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, unserem ältesten Verbündeten, hervorgehoben“, erklärte das Weiße Haus. Biden habe Macron seine Bereitschaft mitgeteilt, weiterhin gemeinsam „an unseren gemeinsamen globalen Prioritäten zu arbeiten“.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, nimmt im Elysee-Palast an einer Videokonferenz teil (Archivbild).
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, nimmt im Elysee-Palast an einer Videokonferenz teil (Archivbild). © Ludovic Marin/dpa

Frankreich-Wahl 2022: Parlamentswahlen im Juni rücken in den Fokus

Update vom 25. April, 18.33 Uhr: Am Tag nach der Wiederwahl von Präsident Emmanuel Macron haben die Politiker in Frankreich bereits die Parlamentswahlen im Juni ins Auge gefasst. Macron wolle persönlich über die Kandidaten für die Wahlen am 12. und 19. Juni entscheiden, berichtete der Sender FranceInfo am Montag. Im Präsidentschaftswahlkampf war das Thema Kaufkraft vor allem von der Rechtspopulistin Marine Le Pen besetzt worden. Sie unterlag zwar in der Stichwahl gegen Macron, schnitt aber so gut ab wie nie.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte als Maßnahme mit Blick auf die Kaufkraft eine Anpassung der Sprit-Subventionen an. „Wir werden eine Unterstützung bei den Treibstoffpreisen beibehalten, da die Preise immer noch sehr hoch sind“, sagte er. Diese Unterstützung solle aber „effizienter“ sein und in erster Linie denen zugute kommen, die auf ihr Auto angewiesen sind und geringere Einkommen haben.

In Deutschland lebende Franzosen stimmen mit 94 Prozent für Emmanuel Macron

Update vom 25. April, 16.17 Uhr: In Deutschland lebende Franzosen haben in der entscheidenden Runde der französischen Präsidentschaftswahl mit 94 Prozent für Amtsinhaber Emmanuel Macron gestimmt. Seine rechtspopulistische Herausforderin Marine Le Pen kam nach Angaben der französischen Botschaft in Berlin vom Montag auf sechs Prozent. Von den etwa 96.000 eingetragenen Wählern habe sich nur knapp die Hälfte an der Wahl beteiligt.

Macron hat bei den im Ausland lebenden Franzosen insgesamt überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Bei den in Deutschland lebenden Wählern wäre er bereits in der ersten Runde mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt worden.

Frankreich: Macron gewinnt Stichwahl - die Pressestimmen

Update vom 25. April, 12.40 Uhr: Viele in Europa atmeten auf, als am Sonntagabend deutlich wurde: Emmanuel Macron bleibt Frankreichs Präsident. Presse-Reaktionen zeigten aber auch auf das vergleichsweise starke Ergebnis von Marine Le Pen und das gespaltene Land. Eine Auswahl an Stimmen:

Emmanuel Macron am Stichwahl-Abend in Paris neben seiner Frau.
Emmanuel Macron am Stichwahl-Abend in Paris neben seiner Frau. © Lionel Guericolas/MPP/Starface/Imago

Frankreich-Wahl: Macrons Ergebnis durch Wahlbeteiligung geschmälert?

Update vom 25. April, 11.50 Uhr: Frankreichs wiedergewählter Staatschef Emmanuel Macron hat bezogen auf die Gesamtzahl aller Wähler einen vergleichsweise eher schlechten Stimmenanteil eingefahren. Unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung am Sonntag sowie leerer und ungültig abgegebener Stimmen wählten lediglich 38,52 Prozent aller registrierten Wähler den Liberalen, wie aus den Daten zum vorläufigen Endergebnis des Innenministeriums hervorgeht.

Mit einem geringeren Stimmenanteil wurde seit Gründung der fünften Französischen Republik 1958 nur der Konservative Georges Pompidou ins Amt gehoben, schrieb der wissenschaftliche Leiter des renommierten Meinungsforschungsinstituts Ipsos, Mathieu Gallard. Absolut gesehen steht Macron mit etwa 18,8 Millionen Stimmen für sich dennoch besser da als viele frühere Präsidenten, bei deren Wahlen weniger Menschen registriert waren. Macron gewann die Stichwahl am Sonntag mit 58,54 Prozent aller gültigen Stimmen (Update vom 25. April, 5.14 Uhr).

Update vom 25. April, 11.48 Uhr: Emmanuel Macron bleibt Präsident von Frankreich. Doch die Stimmung im Land ist weiter angespannt. In mehreren Städten kam es am Sonntagabend zu Ausschreitungen.

Frankreich-Wahl: Chinas Präsident „möchte weiterhin mit Präsident Macron zusammenarbeiten“

Update vom 25. April, 10.50 Uhr: Auch Chinas Präsident Xi Jinping hat dem französischen Staatschef Emmanuel Macron zu seiner Wiederwahl gratuliert. „Ich möchte weiterhin mit Präsident Macron zusammenarbeiten, um die diplomatischen Beziehungen auf der Grundlage von Unabhängigkeit, gegenseitigem Verständnis, Weitsicht und gegenseitigem Nutzen zu pflegen“, sagte Xi nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens am Montag.

Frankreich-Wahl 2022: Putin gratuliert Macron

Update vom 25. April, 10.15 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem französischen Staatschef Emmanuel Macron zu seiner Wiederwahl gratuliert. „Ich wünsche Ihnen aufrichtig Erfolg in Ihrer staatlichen Tätigkeit und eine gute Gesundheit“, schrieb Putin in einem Telegramm an Macron, wie der Kreml am Montag mitteilte.

Die Beziehungen zwischen Paris und Moskau sind wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine äußerst angespannt. Macron hatte in den vergangenen Wochen mehrfach ergebnislos mit Putin telefoniert. Zusammen mit seinen westlichen Partnern verhängte Frankreich eine Reihe von Sanktionen gegen Russland.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, feiert mit seinen Anhängern auf dem Champ de Mars.
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, feiert mit seinen Anhängern auf dem Champ de Mars. © Ludovic Marin/dpa

Update vom 25. April, 8.50 Uhr: Der Kurs des Euro hat zu Wochenbeginn nur kurz vom Wahlsieg des französischen Präsidenten Emmanuel Macron profitiert. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0775 US-Dollar und damit etwas weniger als am späten Freitagabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0817 Dollar festgesetzt.

Frankreich-Wahl 2022: Vorläufiges Endergebnis da - Esken erfreut

Update vom 25. April, 8.31 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat sich erfreut über die Wiederwahl Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten gezeigt. Diese sei in Zeiten eines Krieges in Europa und der Bedrohung der Demokratie ein wichtiges Zeichen für die Stabilität und die Handlungsfähigkeit Europas, sagte Esken am Montagmorgen dem Deutschlandfunk. Zugleich zeigte sie sich aber auch besorgt über das Abschneiden der Nationalistin und Europaskeptikerin Marine Le Pen bei der Stichwahl am Sonntag. „Ganz Europa hat die Aufgabe, auch diesen Tendenzen entgegenzuwirken, auch dafür zu sorgen, dass Menschen sich von der Politik stärker wahrgenommen fühlen, als es derzeit offenbar an vielen Stellen der Fall ist.“ Weitere internationale Reaktionen lesen Sie in diesem News-Ticker.

Update vom 25. April, 5.14 Uhr: Frankreichs liberaler Präsident Emmanuel Macron hat die Präsidentschaftswahl nach vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 58,55 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Er büßte allerdings im Vergleich zur Wahl von 2017, als er auf 66,1 Prozent kam, deutlich an Stimmen ein. Seine rechte Herausforderin Marine Le Pen kam auf 41,45 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium in Paris nach Auszählung aller Stimmen der zur Wahl registrierten Wähler in der Nacht zum Montag mitteilte. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei rund 72 Prozent.

Frankreich-Wahl 2022 live: Fokus auf die „dritte Runde“ - Parlamentswahl im Juni

Update vom 24. April, 22.20 Uhr: Nach der Stichwahl um die Präsidentschaft und dem Sieg von Amtsinhaber Emmanuel Macron, richten sich die Augen auf die sogenannte dritte Runde, die Parlamentswahl am 12. und 19. Juni. Macrons Partei La République en Marche ist nicht besonders stark in der Fläche verwurzelt. Sie müsste viele Allianzen schmieden, um Kandidaten in die Nationalversammlung zu schicken. Dies ist auf regionaler Ebene aber oft einfacher als auf nationaler Ebene, zumal die Kandidaten der Sozialisten in der ersten Runde äußerst schlecht abgeschnitten haben.

Die unterlegene rechtspopulistische Rivalin Marine Le Pen hat seit Jahren daran gearbeitet, landesweit ein Netz von Bürgermeistern und Parlamentariern aufzubauen. Ihre Partei ist vor allem in ehemaligen Industriegebieten und im Süden Frankreichs stark, wo viele ihrer Wähler Angst vor dem Monatsende und vor Einwanderern haben. Der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, der in der ersten Runde mit 22 Prozent auf den dritten Platz gekommen war, brachte sich bereits als Premierminister ins Gespräch, falls seine Partei gut abschneidet.

 Frankreich-Wahl 2022 live: Macron siegt vor Le Pen - „verpflichtet, auf Wut zu reagieren“

Update vom 24. April, 21.50 Uhr: Der wiedergewählte Präsident Emmanuel Macron richtet am Fuße des Eiffelturms das Wort an seine Anhängerinnen und Anhänger. Zu Beginn seiner Ansprache bedankt sich der 44-Jährige zunächst bei seinen Unterstützerinnen und Unterstützern. „Wenn man das Herz berührt, dann kommt die Wahrheit“, so Macron. Gemeinsam könne man aus Frankreich eine „große, umweltbewusste Nation machen“, verspricht Macron.

Macron zeigt sich nach seiner Wiederwahl demütig. „Ich weiß, dass viele unserer Mitbürger heute für mich gestimmt haben, um die Ideen der Rechtsextremen zu verhindern und nicht, um die meinen zu unterstützen“, sagte der 44-Jährige am Sonntagabend vor dem Pariser Eiffelturm vor jubelnden Anhängern. „Ich weiß, dass Ihre Stimme mich für die kommenden Jahre verpflichtet.“

„Jetzt bin ich nicht mehr der Vertreter eines Lagers, sondern der Präsident aller“, betont Macron und bittet darum, nicht bei der Erwähnung vom Namen Le Pen zu pfeifen. Auf die Wut derjenigen, die sich enthalten hätten oder für Le Pen gestimmt hätten, müsse reagiert werden: „Die Wut und der Dissens, die sie dazu gebracht haben, für dieses Vorhaben zu stimmen, muss auch eine Antwort finden. Das wird meine Verantwortung und derjenigen sein, die mich umgeben.“ Es werde „niemand am Wegrand vergessen werden.“ In seiner Ansprache appelliert Macron somit vor allem für die Einheit des Landes.

Frankreich-Wahl 2022 live: Macron gewinnt - Le Pen spricht von „Sieg“ und blickt schon auf Juni

Update vom 24. April, 21.15 Uhr: Einer neuen Schätzung zufolge wurde Amtsinhaber Emmanuel Macron mit 58,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Seine Herausforderin Le Pen soll demnach bei 41,5 Prozent liegen. Das besagen neue Zahlen von Ipsos-Sopra Steria für France Télévisions, Radio France und France24-RFI-MCD.

Derweil feiern die Anhängerinnen und Anhänger Macron nahe dem Eiffelturm die Wiederwahl des Mitte-Politikers. Zu elektronischer Musik eines DJs schwenkten Hunderte auf dem Champ-de-Mars in Paris Frankreich- und Europaflaggen und tanzten. Macron hatte sich Hochrechnungen zufolge am Sonntagabend deutlich gegen seine rechte Herausforderin Marine Le Pen durchgesetzt, die zum dritten Mal Anlauf aufs französische Präsidentenamt genommen hatte.

Frankreich-Wahl 2022: Macron spricht vor Eiffelturm nach Wahlsieg zu Anhängern

Update vom 24. April: Gleich wird Emmanuel Macron zu seinen Anhängerinnen und Anhängern am Fuße des Eiffelturms sprechen. In der Stichwahl am Sonntag setzte er sich nach ersten Zahlen mit 57,6 bis 58,2 Prozent gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durch. Der Abstand der beiden Kandidaten ist deutlich knapper als vor fünf Jahren. Damals gewann Macron mit 66 Prozent.

Nach ersten Hochrechnungen setzte sich Macron bei der Stichwahl am Sonntag mit 57,6 bis 58,2 Prozent gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durch. Der Abstand der beiden Kandidaten ist deutlich knapper als vor fünf Jahren. Damals gewann Macron mit 66 Prozent. Brüssel und zahlreiche europäische Regierungschefs reagierten mit Erleichterung auf die Wiederwahl Macrons.

Update vom 24. April, 20.45 Uhr: Die Anhängerinnen und Anhänger von Emmanuel Macron versammeln sich unter dem Eiffelturm. Gegen 21 Uhr wird sich Macron am Fuße des Eiffelturms zu Wort melden. Der französischen Zeitung Le Monde zufolge kam es in Paris nach Bekanntwerden der ersten Zahlen unter der Anhängerschaft von Macron zu großem Jubel gekommen. Viele Menschen hätten sich erleichtert gezeigt.

Frankreich-Wahl 2022: Amtsinhaber Emmanuel Macron gewinnt – Le Pen spricht dennoch von „Sieg“

Update vom 24. April, 20.15 Uhr: Es äußert sich nun Marine Le Pen – kurz nach Bekanntwerden der ersten Zahlen: „Das Volk hat anders gewollt“, äußert Le Pen. Das Ergebnis mit über 40 Prozent sei jedoch bereits ein „strahlender Sieg“ an sich. Die rechtsnationale Politikerin bedankt sich bei Wählenden in Übersee und ergänzt: „Ich habe keine Ressentiments, die Geschichte hat denen, die uns unseren Tod bescheinigt haben, tausendfach eines besseren belehrt.“ Das Ergebnis zeige ein „großes Misstrauen des Volkes“, betonte sie. Es gehe um ein starkes Gegengewicht gegen Macron. Der Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Juni beginne nun, so Le Pen. „Ich werde die Franzosen niemals aufgeben“, betont die Politikerin.

Anhänger des französischen Präsidenten Macron reagieren am Eiffelturm auf die Bekanntgabe der ersten Wahlprognosen. Der Liberale Macron ist Hochrechnungen zufolge als französischer Präsident wiedergewählt worden. Wie die Sender France 2 und TF1 am Sonntagabend berichteten, setzte er sich deutlich gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Le Pen durch.
Anhänger des französischen Präsidenten Macron reagieren am Eiffelturm auf die Bekanntgabe der ersten Wahlprognosen. Der Liberale Macron ist Hochrechnungen zufolge als französischer Präsident wiedergewählt worden. Wie die Sender France 2 und TF1 am Sonntagabend berichteten, setzte er sich deutlich gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Le Pen durch. © Thibault Camus/dpa

Update vom 24. April, 20 Uhr: Die ersten Zahlen zur Frankreich-Wahl 2022 sind da: Demnach ist Macron wiedergewählt mit 58,2 Prozent! Bereits 2017 standen der damalige Politjungstar Macron und die Rechte Le Pen sich in der Stichwahl um die Präsidentschaft gegenüber. Damals war Le Pen ihrem Kontrahenten aber viel deutlicher unterlegen - sie holte nur ein Drittel der Stimmen.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, grüßt Gratulanten nach seiner Stimmabgabe. Der französische Präsident Macron tritt bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am 24. April gegen die rechtsextreme Herausforderin Le Pen an.
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, grüßt Gratulanten nach seiner Stimmabgabe. Der französische Präsident Macron tritt bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am 24. April gegen die rechtsextreme Herausforderin Le Pen an. © Thibault Camus/dpa

Macrons Sieg ist vor allem als Niederlage Le Pens zu verstehen. Etliche Parteien riefen nach der ersten Wahlrunde dazu auf, eine Mauer gegen Rechts zu bauen und eine Präsidentin Le Pen, die trotz betont gemäßigteren Auftretens weiterhin extrem rechte Positionen vertritt, durch eine Stimme für Macron zu verhindern. Der 44-Jährige profitierte zudem angesichts des Ukraine-Krieges vom Wunsch nach Stabilität. Dennoch sind viele Franzosen mit Macrons erster Amtszeit unzufrieden und empfinden seinen Politikstil als arrogant.

Frankreich-Wahl 2022 live: Macron in neuer Umfrage vor Le Pen

Update vom 24. April, 19.20 Uhr: Belgischen Medienberichten zufolge liegt Amtsinhaber Macron in aktuellen Umfragen mit 55 bis 58 Prozent der Stimmen vor seiner Herausforderin Marine Le Pen, die auf 42 bis 45 Prozent kommt. Das berichtet unter anderem La Libre und der Sender RTBF. Die Umfragen wurden online mit Bürgern durchgeführt, die bis 17 Uhr ihre Stimmen abgegeben haben. Insofern werden hier etwa Nichtwähler nicht berücksichtigt. Wie aussagekräftig sie sind, bleibt abzuwarten.

Die Werte gehen auf vier Meinungsumfragen, die an diesem Sonntag von renommierten französischen Meinungsforschungsinstituten erhoben wurden, zurück. Anders sieht es offenbar in den französischen Überseegebieten aus (Update vom 24. April, 16.20 Uhr). Die Meldungen sind jedoch erneut mit Vorsicht zu genießen.

Frankreich-Wahl 2022: US-Botschaft in Paris warnt vor gewaltsamen Ausschreitungen

Update vom 24. April, 19.05 Uhr: Die Präfektur der westfranzösischen Großstadt Rennes hat eine für den Wahlabend geplante Demonstration radikaler linker Gruppen verboten. Hintergrund ist die Sorge vor Ausschreitungen. Die nicht angemeldete Versammlung ab 20.00 Uhr sei illegal, teilte die Präfektur am Sonntag mit. Bereits am Abend der ersten Wahlrunde sowie am darauffolgenden Wochenende sei es zu schweren Ausschreitungen mit erheblichen Sachbeschädigungen und Angriffen auf die Polizei gekommen, hieß es zur Begründung. Das Mitführen von Waffen, Pyrotechnik und Brandsätzen wurde verboten. Den Organisatoren illegaler Zusammenkünfte wurden bis zu sechs Monate Haft und 7500 Euro Strafe angedroht.

Vor zwei Wochen seien am Wahlabend Scheiben und Schaufenster zerstört, Mülltonnen in Brand gesetzt, Barrikaden errichtet und Polizisten mit Gegenständen beworfen worden, teilte die Präfektur mit. Wie die regionale Presse berichtete, richteten die Proteste sich auch gegen die rechtsnationalistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Am darauffolgenden Wochenende versammelten sich nach Präfekturangaben rund 300 Menschen, es kam zu Angriffen auf Polizeiautos und Sachbeschädigungen. In der Universitätsstadt Rennes machen linke Gruppen schon seit Jahren von sich reden, unter anderem mit Protesten gegen die extreme Rechte.

Auch die US-Botschaft in Paris hat vor möglicherweise gewaltsamen Protesten am Abend der französischen Präsidentschaftswahl gewarnt. Behörden gingen davon aus, dass es am Sonntag spontane Zusammenkünfte in verschiedenen französischen Städten geben werde, hieß es in einer Mitteilung. Brutale Ausschreitungen seien möglich. Proteste sollten gemieden werden.

Frankreich-Wahl 2022 live: Verwirrung um Öffnung der Wahllokale - Paris droht Ausnahmezustand am Abend

Update vom 24. April, 18.30 Uhr: Wie Zeit Online berichtet, soll die Wahlbeteiligung bei der Frankreich-Wahl so niedrig wie seit 1969 nicht mehr sein. Das geht auf Berechnungen des Umfrageinstituts Elabe zurück.  Demnach sollen 28 Prozent der Stimmberechtigten nicht zum Wählen gegangen sein – das wäre der niedrigste Wert seit über 50 Jahren. Damals enthielten sich 31 Prozent der Französinnen und Franzosen.

Update vom 24. April, 18 Uhr: Unterschiedliche Schließzeiten französischer Wahllokale sorgen offenbar für Verwirrung. „Es stimmt, dass die Wähler ein wenig verloren sind“, zitiert Le Monde Thierry Hory, Bürgermeister der Gemeinde Marly in der Metropole Metz. Demnach sind die Schließzeiten der Lokale auf nationaler Ebene unterschiedlich – und sogar innerhalb einer Region. Nach Angaben der französischen Le Parisien schließen die meisten Wahlbüros auf dem französischen Festland um 19 Uhr - einige bleiben aber auch bis 20 Uhr geöffnet.

Update vom 24. April, 17.20 Uhr: Wie die französische Tageszeitung Le Monde berichtet, liegt die Wahlbeteiligung im zweiten Durchgang um 17 Uhr bei 63,2 Prozent, fast zwei Prozentpunkte weniger als in der ersten Runde. Am 10. April lag die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit bei rund 65 Prozent. Interessant: 2017 lag die Wahlbeteiligung im zweiten Durchlauf bei 65,3 Prozent. Damals trafen Emmanuel Macron und Marine Le Pen bereits aufeinander.

Frankreich-Wahl: Laut konservativer belgischer Zeitung liegt Le Pen in Überseegebieten vorne

Update vom 24. April, 16.20 Uhr: Die Frankreich-Wahl hat in den zahlreichen Übersee-Gebieten wegen der Zeitverschiebung schon am Samstag begonnen. Die belgische konservative, französischsprachige Zeitung La Libre will sich nun über „verschiedene Quellen“ informiert haben und dabei herausgefunden haben, dass Le Pen hier gegen ihren Kontrahenten Emmanuel Macron führen könnte.

Demnach soll Le Pen in den französischen Überseegebieten vorne liegen. In Guadeloupe liegt sie laut der belgischen Zeitung mit 70:30 sogar deutlich vorne. In Martinique, Saint-Martin und Saint-Barthélémy sei das Rennen etwas enger, jedoch ist Präsident Macron auch dort mit 45:55 im Hintertreffen. Derzeit führe er lediglich in Französisch-Polynesien. Mit ersten offiziellen Zahlen aus Frankreich wird jedoch erst gegen 20 Uhr gerechnet – daher ist die Einschätzung von La Libre mit Vorsicht zu genießen.

Frankreich-Wahl: So wollen Macron und Le Pen bei einem Sieg feiern

Update vom 24. April, 15.34 Uhr: Wie feiert der Sieger oder die Siegerin nach der Frankreich-Wahl? Sowohl Staatschef Emmanuel Macron als auch seine Herausforderin Marine Le Pen planen einen feierlichen Auftritt im Falle eines Sieges.

Die rechtsnationale Le Pen würde den Wahlsieg in einer Lokalität im Bois de Boulogne am Wahlabend feiern. Anschließend würde sie mit den 13 Bussen ihrer Wahlkampagne eine Korsofahrt durch Paris starten. Die Tour solle bekannte Wahrzeichen von Paris einschließen: Etwa den Arc de Triomphe, den Place de la Concorde und den Place de la République. Anschließend solle es zu einem noch nicht bekannten Ort außerhalb der Hauptstadt gehen.

Der amtierende liberale Präsident Macron würde im Falle eines Wahlsiegs seine Anhänger auf dem Champ-de-Mars in der Nähe des Eiffelturms in Paris empfangen, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Unklar ist allerdings, wo sich die Kandidaten im Falle einer Niederlage aufhalten werden.

Frankreich-Wahl: Marine Le Pen und Emmanuel Macron haben bereits gewählt

Update vom 24. April, 13.44 Uhr: Vieles bei der Macron-Le-Pen-Stichwahl hängt nach Einschätzung von Beobachtern von der Höhe der Wahlbeteiligung ab. Der Ausgang dürfte auch Folgen für die Zukunft der EU haben.

Le Pen gab am Vormittag in ihrer nordfranzösischen Hochburg Henin-Beaumont ihre Stimme ab. Macron und seine Präsidentengattin Brigitte Macron gingen in Le Touquet am Ärmelkanal zur Wahl. Beide Kandidaten nutzten die Gelegenheit, nochmal mit Anhängern und Wählern zu sprechen.

Frankreich-Wahl: Emmanuel Macron bei der Stimmabgabe in einem Wahllokal in Le Touqet.
Emmanuel Macron bei der Stimmabgabe © Gonzalo Fuentes/Pool Reuters/AP/dpa

Frankreich-Wahl: Eine Stadt als Orakel? Die französische Durchschnittsstadt Roanne

Update vom 24. April, 13.02 Uhr: Wer wissen will, wie Frankreich wählt, muss nach Roanne schauen. Bei der Stadt handelt es sich um ein „Miniaturfrankreich“, berichtet Spiegel-Reporter Leo Klimm an diesem Wahlsonntag. Damit sei es das „beste Wahlorakel“.

Und tatsächlich: Bei der französischen Präsidentschaftswahl 2017 schnitten Macron, Le Pen und weitere wichtige Kandidaten in Roanne „exakt so ab wie landesweit“, erfuhr Klimm - und ebenso im ersten Durchgang der diesjährigen Frankreich-Wahl.

Das könnte an Roanne liegen: mit rund 35.000 Einwohnern und der Zusammensetzung der hier lebenden Berufsgruppen befinde sich die Stadt im statistischen Mittel des Landes. Viele Franzosen lebten in Orten wie Roanne, das sich sogar ziemlich in der Mitte des Landes befindet, und zwar an der Loire eine Zugstunde von Lyon entfernt.

Gut ein Viertel der Wahlberechtigten haben bis 12 Uhr übrigens ihre Stimme abgegeben. Das französische Innenministerium gab die Wahlbeteiligung mit gut 26 Prozent an. 

Frankreich-Wahl 2022: Le Pen mit Selfies mit Fans und gibt Stimme ab

Update vom 24. April, 11.21 Uhr:  Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat in der Frankreich-Wahl 2022 ihre Stimme abgegeben, und zwar in ihrem Wahlbezirk Henin-Beaumont in Nordfrankreich.

Die Herausforderin von Frankreichs Präsident Emmanual Macron machte vor ihrem Kreuz noch Selfies mit Anhängern. Die französische Zeitung Le Monde zeigte in ihrem Bericht entsprechende Fotos.

Frankreich-Wahl 2022: Macron könnte laut „La Repubblica“ als einziger „Lücken füllen“

Update vom 24. April, 9.43 Uhr: Macrons heutige Stichwahl-Herausforderin Le Pen (Rassemblement National) plädiert für ein Europa der Nationalstaaten. Die italienische Zeitung La Repubblica kommentiert die Frankreich-Wahl 2022 an diesem Sonntag so: „Es ist klar, dass ein möglicher Sieg des Rassemblement National einer Explosion des europäischen Entwurfs gleichkäme.“

Und weiter: „Eine Bestätigung Marcons wäre dagegen nicht nur ein Aufatmen hinsichtlich eines angekündigten Todes. Sie wäre auch die Bestätigung der kontinentalen Führungsrolle. Vielleicht der einzig möglichen.“

Mit Blick auf Deutschland heißt es in dem Kommentar, es sei scheinbar „nach der Merkel-Ära und nach den jetzt zutage getretenen Fehlern im Verhältnis zu Putin“ aktuell nicht in der Lage, wieder eine Führungsrolle zurückzugewinnen.“

Italien trete gerade erneut in einen Wahlkampf ein, dessen Ausgang unvorhersehbar sei. Gleiches gelte für Spanien. Das Fazit der auflagenstarken Zeitung: „Macron ist im Grunde der einzige, der einige der Lücken füllen kann, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben.“

Frankreich-Wahl 2022 live: Folgt am Sonntag Le Pens Revanche an Macron?

Erstmeldung: Paris/München - Endspurt in der französischen Präsidentschaftswahl* für Präsident Emmanuel Macron* und seine rechtspopulistische Herausforderin Marine Le Pen*. Am Sonntag ist Stichwahl. Eine Umfrage sah Macron als Sieger des TV-Duells mit Le Pen vom 20. April.

Die Le Pen-Familie ist bei den französischen Präsidentschaftswahlen seit bald einem halben Jahrhundert eine Konstante. Zum achten Mal seit 1974 kandidiert ein Mitglied. Und es ist bereits das dritte Mal, dass ein oder eine Le Pen in die Stichwahl kommt. Nie war der Abstand zum jeweils anderen Kandidaten geringer als dieses Jahr.

Frankreich-Wahl 2022 live: Macron gegen Le Pen - Erste Ergebnisse aktuell

Schon bei ihrer ersten Kandidatur 2012 kam Le Pen auf 17,9 Prozent. 2017 gelang ihr dann der Einzug in die Stichwahl - in der sie auf den damals 39 Jahre alten Aufsteiger Macron traf. Im damaligen TV-Duell (siehe Foto oben) ließ Macron sie mehrfach auflaufen, was ihrem Ansehen auch bei ihren Anhängern schadete. Macron kam vor fünf Jahren auf 66 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Klassische Rechtsaußen-Themen wie Einwanderung und innere Sicherheit hatte Le Pen bei der Frankreich-Wahl 2022* nun weitgehend einem anderen Kandidaten überlassen: Dem rechtsextremen Politik-Neuling Eric Zemmour - auf dessen Wählerstimmen sie nun in der Stichwahl zählen kann.

Le Pen setzte im Wahlkampf auf Bürgernähe und die finanziellen Sorgen der Franzosen, gab sich im Unterschied zu 2017 weniger aggressiv. Ihr Programm enthält jedoch weiterhin zahlreiche fremden- und europafeindliche Vorhaben. Auch eine Nähe zu Russland-Machthaber Wladimir Putin wird Le Pen nachgesagt. Hier unser News-TIcker zu ersten Hochrechnungen in der Frankreich-Wahl 2022. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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