Bahrain: Sicherheitskräfte räumen Perlenplatz - sechs Tote

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Manama - Im Golf-Königreich Bahrain sind Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen nach arabischen Medienberichten gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Sechs Menschen sind dabei gestorben.

Die Sicherheitskräfte in Bahrain haben am Mittwoch den von Demonstranten besetzten Perlenplatz im Zentrum der Hauptstadt Manama mit Gewalt geräumt. Dabei sollen sechs Menschen ums Leben gekommen sein.

Demonstranten sagten der Nachrichtenagentur AP, zwei Zivilisten seien bei der Räumung getötet worden. Ein weiterer erlag wenig später seinen Schusswunden, erklärte ein Kliniksprecher. Das Staatsfernsehen berichtete zudem, zwei Polizisten seien ums Leben gekommen, nachdem sie von einem Fahrzeug angefahren worden seien. Mindestens ein weiterer Polizist kam ums Leben, meldete das Innenministerium, ohne Details zu nennen.

Polizisten und Militäreinheiten rückten kurz nach Tagesanbruch mit Tränengas auf den von Hunderten Demonstranten besetzten Perlenplatz vor. Es waren auch Schüsse zu hören, schwarzer Rauch stieg auf. Hubschrauber kreisten über dem Geschehen. Unklar war, ob an dem Einsatz Soldaten aus anderen Golfstaaten beteiligt waren, die zur Unterstützung der sunnitischen Monarchie nach Bahrain entsandt worden waren. Unter der Führung Saudi-Arabiens waren auf Bitten der Regierung rund 1.000 Soldaten nach Bahrain entsandt worden.

Blutige Unruhen in Bahrain

Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von der Räumungsaktion, auf denen Militärfahrzeugen zu sehen waren, an denen die rot-weiße Fahne Bahrains wehte. Auf dem Video war auch der von Trümmern bedeckte Boden des Platzes zu sehen, auf dem unter anderem Satellitenschüsseln und verkohlte Zeltstangen lagen.

Polizei marschierte durch Tränengasschwaden auf den Platz

Die Bereitschaftspolizei sei zu Beginn der Räumungsaktion zu Fuß durch einen Nebel aus Tränengas auf den Platz gekommen, sagte der 32-jährige Demonstrant Hamid Suher, der die Nacht auf dem Perlenplatz verbracht hatte. “Sie schossen mit Tränengas und eröffneten dann das Feuer“, sagte er. “Wir hoben unsere Arme und fingen an, 'Friedlich, Friedlich' zu rufen. Dann mussten wir wegrennen. Es war so viel Tränengas und so viele Schüsse.“

Die Demonstranten flohen in Seitenstraßen. Sicherheitskräfte hatten die nach Manama führenden Hauptstraßen abgesperrt. Durch die Absperrungen wurden auch Verletzte daran gehindert, vom Perlenplatz zum Krankenhaus zu gelangen, das derzeit mithilfe von Generatoren mit Strom versorgt wird.

In der Stadtmitte war das Mobilfunknetz zeitweise gestört und das Internet langsam. In etlichen schiitischen Dörfern gingen die Menschen aus Protest gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte am Morgen zum Gebet in die Moscheen. Einige Menschen zündeten Feuer an. Aus verschiedenen Orten in schiitischen Gebieten wurden Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gemeldet.

Ende vergangenen Monats hatten die Sicherheitskräfte den Perlenplatz schon einmal geräumt. Nach tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Militäreinheiten wurde der Platz wieder besetzt.

Dreimonatiger Ausnahmezustand ausgerufen

Wegen der andauernden Proteste rief der König von Bahrain am Dienstag einen dreimonatigen Notstand aus. Das Militär wies er an, gegen die Unruhen vorzugehen. Bei Zusammenstößen kamen am Dienstag mindestens zwei Zivilisten ums Leben. Nach Behördenangaben wurde auch ein saudiarabischer Soldat getötet.

Die Demonstranten fordern größere politische Freiheiten von den sunnitischen Herrschern des Staats. Angeführt wird die Protestbewegung von Schiiten, die in Bahrain die Mehrheit bilden.

dapd

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