Rasmussen: Afghanistan-Abzug bis 2014

Kopenhagen/Brüssel - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erwartet die Übernahme der militärischen Verantwortung in Afghanistan durch die dortige Regierung ab Ende 2014.

Bei seinem ersten offiziellen Besuch im eigenen Land sagte der dänische Ex- Regierungschef am Dienstag weiter, dieser Prozess werde “nicht vom Kalender diktiert“. 2011 wolle die Allianz mit der schrittweisen Übergabe der militärischen Führung an heimische Instanzen beginnen, sagte Rasmussen nach einem Gespräch mit Lars Løkke Rasmussen, seinem Namensvetter und Nachfolger an der Spitze der Regierung in Kopenhagen. Der Kommandeur der von der NATO geführten Afghanistan-Schutztruppe ISAF, US-General David Petraeus, räumte Fehler in den ersten neun Jahren des Militäreinsatzes in Afghanistan ein.

In einem Interview mit dem NATO-eigenen Internet-Fernsehen sagte er: “Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass wir gerade erst jetzt jenen Feldzug beginnen, von dem manche meinen, dass wir ihn schon früher hätten führen sollen.“ “Wir haben zum ersten Mal ausreichende Ressourcen“, sagte der Kommandeur der mittlerweile 120 000 Soldaten zählenden ISAF. “Wir haben jahrelang einen nicht hinreichend ausgestatteten Einsatz gehabt und jetzt zum ersten Mal den Input richtig hinbekommen.“ Er könne Ungeduld verstehen: “Aber es liegt in der Natur der Sache, dass der Fortschritt langsam ist und hart erkämpft werden muss.“ Die ISAF mache erhebliche Fortschritte im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban. “In einigen Regionen haben wir die Initiative an uns gerissen. Aber noch keineswegs in allen.“

Petraeus sagte, das von US-Präsident Barack Obama für den Abzug aus Afghanistan genannte Jahr 2011 sei nur der Beginn dieses Abzugs. “Der Juli 2011 ist die Zeit, in der ein Prozess beginnt, dessen Tempo durch die Verhältnisse an Ort und Stelle bestimmt werden“, sagte der Vier-Sterne-General. Es gehe darum, die Sicherheitsverantwortung dort an die afghanischen Kräfte zu übergeben, wo diese sie auch wirklich wahrnehmen könnten. “Das ist möglich. Und wenn dieses Datum näher rückt, werde ich dem Präsidenten und der NATO meinen besten professionellen Rat geben.“ Petraeus sagte: “Es gibt da das Missverständnis, dass wir im Juli 2011 zu den Ausgängen rennen und nach einem Schalter suchen, um das Licht auszumachen. So ist das aber nicht.“

dpa

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