Auslandsreise

Papst Franziskus trifft Ungarns Regierungschef Orban

Papst in Budapest
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Papst Franziskus (r.) und Viktor Orban in Budapest.

Sie vertreten beide gegensätzliche Positionen, vor allem beim Thema Migration. Heute kamen Papst Franziskus und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban in Budapest zusammen.

[Budapest - ]Bei seinem Besuch in Ungarn ist Papst Franziskus mit Ministerpräsident Viktor Orban zusammengekommen. Das etwa 40-minütige Treffen in der Hauptstadt Budapest fand hinter verschlossenen Türen statt.

Orban ließ anschließend auf Facebook ein Foto veröffentlichen. Der Termin war mit Spannung erwartet worden, weil der Papst und der konservative Regierungschef gerade beim Thema Migration gegensätzliche Positionen vertreten. Franziskus fordert immer wieder Hilfe für Flüchtlinge. Ungarn fährt dagegen eine Anti-Migrationspolitik.

Nach Angaben des Vatikans ging es in dem Gespräch unter anderem um die Rolle der Kirche in Ungarn und Umweltschutz. Franziskus hatte noch vor kurzem in einem Radiointerview gesagt, er wisse nicht, ob es überhaupt zu einem Treffen mit Orban komme. Eigentlich sind solche Begegnungen bei Auslandsreisen des Oberhaupts der katholischen Kirche üblich. Franziskus hielt sich nur wenige Stunden in Ungarn auf.

Weiterreise in die Slowakei

Inzwischen ist Franziskus zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der Slowakei eingetroffen. Das Flugzeug mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche landete am Nachmittag in der Hauptstadt Bratislava. Nach 18 Jahren ist erstmals wieder ein Papst zu Besuch in dem mitteleuropäischen Land.

Bei einem ökumenischen Treffen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava appellierte Franziskus an ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl in Europa. „Wie können wir sonst auf ein Europa hoffen, das seine christlichen Wurzeln wiederentdeckt, wenn wir die ersten sind, welche die ursprüngliche volle Gemeinschaft vermissen lassen?“, fragte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntagabend. Papst Franziskus sprach im Vorfeld seines Besuchs in der Slowakei von „Tagen der Anbetung im Herzen Europas“.

Es sei schwierig, ein mehr vom Glauben beeinflusstes Europa zu fordern, ohne sich darüber Sorgen zu machen, dass man dort noch immer untereinander gespalten sei. Historische Gründe und politische Bindungen dürften keine unüberwindbaren Hindernisse sein, forderte der 84-Jährige weiter. Franziskus legt in seinem Pontifikat großen Wert darauf, Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit in der Welt voranzutreiben. Bis Mittwoch will er in dem mitteleuropäischen Land mehrere Orte besuchen und Messen feiern. [dpa]

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