“Risiko eines Zusammenstoßes“

Iran-Krise: USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten - Iran glaubt nicht an Krieg

+
Zwischenfall im Golf von Oman.

Im Golf von Oman sind zwei Tanker angegriffen worden. Ein Video der USA soll den Iran belasten. Die USA schicken jetzt weitere rund 1000 Soldaten in den Nahen Osten.

  • Am Donnerstag wurden zwei Handelsschiffe, ein norwegisches und ein deutsches, im Golf von Oman angegriffen.
  • Die Besatzung konnte unbeschadet von Bord gehen, vor der Explosion sollen sie „fliegende Objekte“ gesehen haben.
  • Die USA machen den Iran für den Angriff verantwortlich, die Arabische Liga und Großbritannien schließen sich dieser Meinung an.
  • Russland warnt die USA vor Einmarsch weiterer Truppen

Update vom 19. Juni 2019, 15.16 Uhr:

Die Haftmine, die am Golf von Oman nach US-Angaben ein Loch in den Öltanker „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll, ähnelt nach Angaben der US-Marine iranischen Minen. Die Mine habe „verblüffende Ähnlichkeit“ mit iranischen Fabrikaten, sagte der Kommandeur der 5. Flotte, Sean Kido, am Mittwoch zu dem Vorfall. Kido sprach vor Journalisten in der Nähe von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ermittler der US-Marine hätten die Seite des japanischen Frachters untersucht und dort Finger- und Handabdrücke entdeckt, sagte Kido. Die entstandenen Schäden deckten sich auch nicht mit der These, dass ein Flugkörper - etwa eine Rakete - das Schiff getroffen habe.

Außenminister Heiko Maas (SPD) warnt vor einer Eskalation des Konflikts

14.07 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat vor einer Eskalation des Konflikts im Golf von Oman gewarnt. "Die Kriegsgefahr am Golf ist nicht gebannt", sagte Maas am Mittwoch bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris. "Wir müssen alles dafür tun, dass es nicht so weit kommt", sagt er. Deshalb setzten Deutschland und Frankreich auf eine Strategie der Deeskalation durch Dialog.

Le Drian rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Die "Zuspitzung der Handlungen und die Zuspitzung der Äußerungen" trügen nicht zur Entspannung bei, sagte er. Nach den Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman vor knapp einer Woche machen sich die USA und der Iran gegenseitig für die Lage verantwortlich.

Maas nahm in Paris erstmals an einer Sitzung des französischen Kabinetts sein. Le Drian hatte bereits im März eine Ministerrunde in Berlin besucht. Damit setzten sie eine Vorgabe des Aachener Vertrags um, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 22. Januar unterzeichnet hatten. Der Vertrag legt unter anderem fest, dass vierteljährlich ein Minister im Kabinett des Partnerlandes zugegen sein soll.

Iran glaubt nicht an Krieg

11.31 Uhr: Einen Krieg zwischen dem Iran und den USA wird es nach Einschätzung des iranischen Sicherheitsrates (SNSC) nicht geben. „Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der USA, um politischen Druck auszuüben“, sagte SNSC-Sekretär Ali Schamchani der staatlichen Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Was die Amerikaner derzeit betrieben, sei ein „Wirtschaftskrieg“ gegen das iranische Volk, sagte Schamchani weiter. Die USA hofften, damit den Iran zu einer Kapitulation zu zwingen. Dies werde aber nicht passieren, fügte Schamchani hinzu.

Iran-Krise: USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten - Russland reagiert mit Warnung

13.14 Uhr: Russland reagiert mahnend auf den Plan der USA, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Vizeaußenminister Rjabkow warnte, „dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht.“ Der Nachrichtenagentur Interfax sagte er: „Dies bereitet uns große Sorgen.“ 

Update vom 18. Juni, 06.48 Uhr: Inmitten der Spannungen mit dem Iran entsenden die USA weitere rund tausend Soldaten in die Nahost-Region. Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan erklärte am Montag, die Maßnahme diene "Verteidigungszwecken" angesichts von "Bedrohungen im Nahen Osten" aus der Luft, von Wasser und vom Boden aus. Die jüngsten "iranischen Attacken" würden zeigen, dass die Geheimdienstinformationen über "feindliches Verhalten" des Iran und seiner Verbündeten richtig gewesen seien.

Der kommissarische Verteidigungsminister bezog sich damit auf die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman, welche die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zuletzt verschärft hatten. Die Truppenentsendung diene der "Sicherheit und der Gesundheit unserer in der Region stationierten Soldaten" und solle "unsere nationalen Interessen schützen" helfen, erklärte Shanahan. Er betonte, die USA würden keinen "Konflikt mit dem Iran" suchen.

Iran-Krise: EU will Atomabkommen vorerst noch nicht verloren geben

Update vom 17. Juni, 18.50 Uhr: Die Europäische Union will das internationale Atomabkommen mit dem Iran erst dann verloren geben, wenn Experten tatsächlich einen Vertragsbruch feststellen. Die EU werde nicht auf Grundlage von Ankündigungen handeln, sondern nur auf der Grundlage der Prüfberichte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag nach einem Außenministertreffen in Luxemburg. Diese habe dem Iran bislang immer Vertragstreue bescheinigt.

Der Iran hatte zuvor angekündigt, dass er bereits am Donnerstag kommender Woche (27. Juni) eine im Atomabkommen vorgesehene Obergrenze für Vorräte mit niedrig angereichertem Uran überschreiten werde. Zudem kündigte er an, umgehend bereit zu sein, auch das Anreicherungslimit von 3,67 Prozent zu brechen. Auf 90 Prozent hoch angereichertes Uran kann für Atombomben benutzt werden.

Die Regierung in Teheran rechtfertigt ihre Ankündigungen damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogrammes eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen worden war. Diese Zusage sieht sie nach dem einseitigen Ausstieg der USA und der damit verbundene Wiedereinführung von US-Wirtschaftssanktionen nicht mehr als erfüllt an.

Die Europäer wollen dieses Argument allerdings nicht gelten lassen. Sie verweisen darauf, dass sie sich weiter an das Abkommen halten und sich darum bemühen, dass EU-Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran aufrechterhalten können.

Angriff auf Öltanker vor Oman: Briten warnen vor „Eskalation“ - „Wollen keinen Krieg“

Update vom 16. Juni, 16.25 Uhr: Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker hat der britische Außenminister Jeremy Hunt vor einer Eskalation im Golf von Oman gewarnt. Das Risiko, dass der Konflikt eskaliere, sei groß, sagte Hunt am Sonntag dem britischen Sender BBC. Er rief alle Parteien dazu auf, sich für eine Entspannung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran einzusetzen. Beide Seiten seien der Ansicht, dass die andere Seite "keinen Krieg will".

Hunt forderte alle Parteien zur Deeskalation auf. Er habe mit US-Präsident Donald Trump, der kürzlich mit einer Aussage zu illegalen Einwanderern für Aufsehen sorgte, gesprochen und sei sich "absolut sicher", dass die USA Verhandlungen wollten. Der Iran müsse seine "destabilisierenden Handlungen" im Libanon und im Jemen einstellen. "Das ist die langfristige Lösung", sagte Hunt.

Der Außenminister bekräftigte die Einschätzung der britischen Regierung, dass der Iran hinter den Explosionen steckt. "Wir haben Videos von dem, was passiert ist. Wir haben Beweise gesehen. Wir glauben nicht, dass dies jemand anderes hätte tun können", sagte er. Auch Saudi-Arabien legt dem Iran die Angriffe zur Last.

Der am Donnerstag im Golf von Oman durch eine Explosion beschädigte norwegische Öltanker „Front Altair“ nähert sich unterdessen den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Tanker werde zum Offshore-Gebiet Fudschaira geschleppt, teilte die Reederei Frontline am Sonntag mit. Erste Untersuchungen an Bord liefern, es seien aber noch keine „Hotspots“ identifiziert.

Der norwegische Tanker war am Donnerstag ebenso wie der japanische Tanker „Kokuka Courageous“ im Golf von Oman möglicherweise angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Der Iran weist die Vorwürfe zurück. Die 23 Besatzungsmitglieder der „Front Altair“ waren alle von einem Frachter gerettet und zunächst im Iran ann Land gebracht worden. Am Samstagabend trafen sie in Dubai ein.

Angriff auf Öltanker vor Oman: Iran bestellt britischen Botschafter in Teheran ein

20.57 Uhr:  Das iranische Außenministerium hat den britischen Botschafter in Teheran einbestellt. Botschafter Rob Macaire habe am Samstag im Ministerium erscheinen müssen, um der iranischen Seite „einige Erklärungen“ zu geben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Weitere Details nannte IRNA nicht.

Beobachter in Teheran waren sich sicher, dass die Einbestellung im Zusammenhang mit einer Erklärung des britischen Außenministers Jeremy Hunt zu den Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman stand.

14.58 Uhr: Nach den Angriffen auf zwei Öltanker vor dem Oman scheint der Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu eskalieren. Wir haben mit dem Amerika-Experten Dr. Andreas Etges über die Hintergründe und Auswirkungen gesprochen.

13.21 Uhr: Iranische Parlamentarier haben nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman zur Zurückhaltung aufgerufen. „Spannungen wären für alle Länder derzeit die schlechteste Option (...), auch die iranische Strategie sollte Zurückhaltung sein“, sagte der Abgeordnete Gholamresa Hejdari am Samstag der Nachrichtenagentur Ilna.

„Die Angriffe wurden von bestimmten Kreisen ausgeführt, um dem Iran dann die Schuld zu geben und am Ende Feuer in der Region zu entfachen“, sagte die Abgeordnete Parwaneh Mafi. Die Regierung solle deshalb „besonders klug und weise“ handeln. Teheran sollte nicht mit unüberlegten Reaktionen den Ländern, die mit solchen Aktionen die Region unsicher machen wollten, die Initiative überlassen.

Update vom 15. Juni 2019, 8.41 Uhr: Nach dem Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat der Grünen-Politiker Omid Nouripour eine internationale unabhängige Untersuchung gefordert. „Es geht hier um den Schutz der freien Schifffahrt in internationalen Gewässern“, sagte der Obmann der Grünen im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. „Es geht aber auch darum, einen verheerend Krieg zu verhindern, bevor vorschnelle Urteile die Situation eskalieren lassen.“

Angriff auf Öltanker vor Oman: Trump beschuldigt Iran - Auch Großbritannien „fast ganz sicher“

21.50 Uhr: Nachdem Donald Trump den Iran für die Angriffe vor dem Oman verantwortlich gemacht hatte, schloss sich die Arabische Liga dieser Meinung an. Nun äußert auch der britische Außenminister sein Misstrauen gegenüber der Regierung in Teheran. „Unsere eigene Einschätzung führt uns zu der Annahme, dass die Verantwortung für die Angriffe fast ganz sicher beim Iran liegt“, so Jeremy Hunt laut der Deutschen Presse-Agentur. Kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur komme dafür in Betracht.

Beweise konnte der Brite, ebenso wie sein amerikanischer Amtskollege Mike Pompeo, offenbar nicht vorlegen. Der Iran weist die Anschuldigungen von sich.

Handelsschiffe vor Oman angegriffen: Trump beschuldigt Iran - Arabische Liga schließt sich an

18.55 Uhr: Während der US-amerikanische Präsident den Iran auf Twitter für die Angriffe der Schiffe im Golf von Oman verantwortlich macht, spricht sich Antonio Guterres nun für eine unabhängige Untersuchung aus. „Es ist sehr wichtig, dass Verantwortlichkeiten geklärt werden. Das ist natürlich nur möglich, wenn es eine unabhängige Instanz gibt, die diese Fakten überprüft“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den UN-Generalsekräter. 

Zuvor habe sich Guterres mit dem Generalsekräter der Arabischen Liga getroffen. Dieser bezeichnete den Iran laut der Nachrichtenagentur als „problematische Kraft in Nahost“. Dass eine andere Macht dem Iran den Angriff in die Schuhe schieben wolle, schließe er kategorisch aus.

Angriff auf Öltanker vor Oman: Für Trump riecht es „förmlich nach Iran" - Feuer auf Schiff gelöscht

15.14 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Iran für die Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich gemacht. "Der Iran hat das gemacht", sagte Trump am Freitag dem US-Sender Fox News mit Verweis auf ein vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video. "Man weiß, dass sie es waren, weil man das Boot gesehen hat", sagte Trump. Eine der Minen an dem Tanker sei offenbar nicht explodiert. Das Video habe aufgedeckt, dass die Mine erfolgreich von dem Boot aus entfernt worden sei. "Das riecht förmlich nach dem Iran." Merkur.de*-Redakteur Marcus Mäckler meint, nun sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Situation völlig aus dem Ruder laufe.

13.28 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman konnte das Feuer auf dem norwegischen Öltanker „Front Altair“ gelöscht werden. Das teilte die Reederei Frontline am Freitag mit. Das Schiff liege stabil und es sei bislang keine Verschmutzung des Wassers festgestellt worden. Im Laufe des Tages werde ein Bergungsschlepper erwartet. Den 23 Besatzungsmitgliedern gehe es gut.

Nach Angaben von Frontline soll im Laufe des Samstags ein weiteres Spezialistenteam vor Ort eintreffen, um die Schäden an der „Front Altair“ genauer zu untersuchen.

Angriff auf Öltanker vor Oman: Besatzung sah „fliegende Objekte“

11.52 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat der japanische Betreiber eines der beiden Tanker bestritten, dass sein Schiff von einem Torpedo getroffen worden sei. Die Besatzungsmitglieder hätten noch vor der Explosion „fliegende Objekte“ gesehen, sagte der Präsident der japanischen Firma Kokuka Sangyo bei einer Pressekonferenz in Tokio am Freitag. Die Schiffe seien wohl zwei Mal im Abstand von drei Stunden von einer Explosion erschüttert worden. Einmal am Heck und einmal in der Mitte des Schiffes. Dannach habe die Besatzung das Schiff verlassen. Mittlerweile sind sie auf den Tanker „Kokuka Courageous“ zurückgekehrt, sagte Yutaka Katada weiter.

Angriff auf Öltanker durch Iran? China ruft alle Parteien zur Zurückhaltung auf

11.25 Uhr: Nach den Zwischenfällen mit zwei Schiffen im Golf von Oman hat China alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen. „Wir alle wollen keinen Krieg in der Golfregion“, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Freitag in Peking. China sei besorgt über die jüngsten Spannungen im Nahen Osten. Alle Parteien sollten ihre Differenzen durch Dialog lösen und Frieden und Stabilität sichern. Die Sicherheit der Schifffahrt in den betreffenden Seegebieten müsse gewahrt werden.

Zuvor hatte sich in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani getroffen. In Berichten chinesischer Staatsmedien über das Treffen am Rande des Gipfels der Shanghai Kooperationsorganisation (SCO) wurden die Zwischenfälle und die Vorwürfe der USA an den Iran, Schuld an den Angriffen auf die Öltanker zu sein, nicht erwähnt.

China betrachte die Beziehungen zum Iran von einer „strategischen und langfristigen Perspektive“, sagte Xi Jinping laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Ungeachtet von Veränderungen in der regionalen und internationalen Lage sei China bereit, seine „umfassende strategische Partnerschaft“ mit dem Iran beständig zu fördern. China unterstütze auch die Aufrechterhaltung des Atomabkommens mit dem Iran.

Iran wirft Vorwurf der USA zurück

10.27 Uhr: Das iranische Außenministerium hat den Vorwurf der USA zurückgewiesen, die Führung in Teheran stecke hinter den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman. „Herr (Außenminister Mike) Pompeo: Ihr Verdacht ist zwar lächerlich, gleichzeitig aber auch besorgniserregend und gefährlich“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Anstatt grundlose Unterstellungen zu verbreiten, sollte man eher herausfinden, wer von solchen Krisen am Persischen Golf am meisten profitieren würde.

Angriff auf deutschen Tanker vor Oman: USA beschuldigen Iran mit diesem Video

07.43 Uhr: Das US-Militär hat am Donnerstag (Ortszeit) ein Video veröffentlicht, das die iranischen Revolutionsgarden belasten soll. Laut dem US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, zeige das Video, wie ein Boot der Revolutionsgarden auf den Tanker „Kokuka Courageous“ zufahre. Die Menschen an Bord des iranischen Schnellbootes vom Typ „Gaschti“ seien dabei „beobachtet und aufgenommen“ worden, wie sie eine nicht explodierte Haftmine wieder vom Schiffskörper entfernten. 

Auf dem Video ist zu erkennen, wie sich Menschen an Bord eines Schnellbootes an der Wand eines Öltankers zu schaffen machen und von dort etwas zu entfernen scheinen. Das Boot fährt danach wieder weg von dem Tanker. Centcom sprach von einem „Haftminenangriff“ im Golf von Oman. Die Vereinigten Staaten und die Internationale Gemeinschaft hätten kein Interesse an einem neuen Konflikt im Nahen Osten, sie werden aber ihre „Interessen verteidigen“. 

Hat Iran deutschen Tanker vor Oman angegriffen? Dieses Video soll es beweisen

Update vom 14. Juni, 06.43 Uhr: Der Iran hat die Vorwürfe der USA, Schuld an den Angriffen auf Öltanker am Golf zu sein, scharf zurückgewiesen. „Der Iran weist die unbegründete Behauptung der Vereinigten Staaten zu den Öltanker-Vorfällen am 13. Juni kategorisch zurück“, teilte die UN-Mission des Landes am Donnerstag in New York mit.

USA beschuldigen Iran nach Angriff auf Tanker vor Oman

21.00 Uhr: Die Situation im Iran droht nun zu eskalieren. Nachdem zwei Handelsschiffe im Golf von Oman angegriffen wurden, beschuldigt die USA nun den Iran. „Es ist die Einschätzung der US-Regierung, dass die Islamische Republik Iran verantwortlich für die Angriffe ist, zu denen es heute im Golf von Oman kam. Solche Angriffe gefährden den internationalen Frieden und die Sicherheit, sind eine extreme Gefährdung für die Freiheit des Handelsverkehrs und eine inakzeptable Eskalation der Spannungen seitens des Irans“, schreibt US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter. Währenddessen bezeichnet der Iran laut Deutscher-Presseagentur die Angriffe als „dubiose Zwischenfälle“.

Angriff auf deutschen Tanker im Golf von Oman (Iran): Vorfall laut Maas „außerordentlich beunruhigend“ 

19.05 Uhr: Am Donnerstag wurden zwei Handelsschiffe, eines davon aus Deutschland, im Golf von Oman schwer beschädigt. Bundesaußenminister Heiko Maas, der selbst noch vor wenigen Tagen im Iran war, bezeichnet die mutmaßlichen Angriffe als „außerordentlich beunruhigend“, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Die Vorfälle sind das Gegenteil von dem, was wir in der jetzigen ohnehin schon angespannten Lage in der Region brachen können“, so Maas. Solche Angriffe seien eine Bedrohung für den Frieden. Auch der UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnt offenbar vor einen „großen Konfrontation“. „Ich verurteile jeden Angriff auf zivile Schiffe scharf“, meint er am Donnerstag in New York.

Mittlerweile sind die Ölpreise laut der Nachrichtenagentur sogar gestiegen. Nun koste ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,65 US-Dollar. Das sind 1,68 Dollar mehr als noch vor einem Tag. Um die Situation zu entschärfen, führe der UN-Sicherheitsrat bereits Gespräche mit den USA.

Deutscher Tank im Golf von Oman angegriffen - Haftminen vermutlich von einem staatlichen Akteur angebracht

17.07 Uhr: In einem Untersuchungsbericht der VAE, Saudi-Arabiens und Norwegens an den UN-Sicherheitsrat war die Rede von Haftminen, die wohl Taucher mit Schnellbooten angebracht hätten. Die Ermittler sahen „starke Anzeichen“, dass wahrscheinlich ein staatlicher Akteur hinter den vier Angriffen stehe. Wer damit gemeint war, musste gar nicht ausgesprochen werden: der Iran.

Saudi-Arabien nutzte die Vorfälle, um seine Rhetorik gegen das Land weiter zu verschärfen. Der saudische König Salman lud zu Sondergipfeln der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrates (GCC) nach Mekka ein, die Resolutionen gegen den Iran verabschiedeten. In seiner Rede warf der greise Monarch dem Rivalen vor, die Region zu destabilisieren und die Versorgung der Welt mit Öl zu gefährden. Die Welt rief er auf, Irans „zerstörerische Aktivitäten“ zu stoppen. Die saudische Zeitung „Arab News“ - so etwas wie ein englischsprachige Sprachrohr des Königreichs - forderte sogar „chirurgische Angriffe“ der USA gegen den Iran. Sanktionen allein würden nicht die „richtige Botschaft“ senden.

Die Zwischenfälle vor vier Wochen spielten der Führung in Riad so sehr in die eigenen Hände, dass sogar Spekulationen aufkamen, sie könnten von dort aus inszeniert worden sein.

Zwischenfälle im Golf von Oman: Trump weiß Bescheid

15.26 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich am Donnerstag über die Situation nach den Explosionen auf zwei Tankschiffen im Golf von Oman unterrichten lassen. Das gab seine Sprecherin Sarah Sanders in Washington bekannt. Die US-Regierung stelle Hilfe bereit und werde die Situation weiter prüfen, sagte Sanders. Die US-Marine hatte zuvor bereits bekanntgegeben, dass bei ihren regionalen Kräften zwei Notrufe eingegangen seien und dass Berichte über mögliche Angriffe auf Schiffe vorlägen. Nach US-Medienberichten befindet sich mindestens ein US-Aufklärungsflugzeug in der Region.

Update 12.15 Uhr: Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der Küste des Landes zu schweren Zwischenfällen mit Handelsschiffen von Reedereien aus Deutschland und Norwegen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte zudem mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter „Kokuka Courageous“ gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar.

Tanker „Front Altair“ brennt vor Küste von Oman

11.21 Uhr: Die norwegische Reederei Frontline hat Medienberichten zufolge bestätigt, dass ihr Öltanker „Front Altair“ in einen Zwischenfall vor der Küste des Omans verwickelt ist. Das Schiff brenne, berichtete die norwegische Zeitung „VG“ am Donnerstag unter Verweis auf Angaben eines Unternehmenssprechers. Alle 23 Menschen an Bord befänden sich aber in Sicherheit. Ob die „Front Altair“ angegriffen worden sei, wollte der Sprecher demnach nicht bestätigen.

Die omanische Küstenwache erklärte der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, es habe einen Angriff gegeben. Es sei zu einer Explosion an Bord des norwegischen Schiffes gekommen, sagte ein Küstenwachensprecher der Zeitung. Demnach geschah der Vorfall in iranischen Gewässern. Deshalb stehe man in Kontakt mit den iranischen Behörden, wurde der Sprecher vom „Dagbladet“ zitiert.

Die norwegische Seefahrtsbehörde hat einen Angriff auf den Öltanker „Front Altair“ im Golf von Oman bestätigt. Nach einem Zwischenfall sind 21 Seeleute von einem mit Methanol beladenen Frachter gebracht worden.

Golf von Oman: Öltanker brennt - Bericht über Angriff auf Schiffe

Erstmeldung vom 13. Juni, 10.30 Uhr: US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain am Donnerstag mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien. Die Notrufe seien am Morgen zwischen 6.00 und 7.00 Uhr Ortszeit (5.00 und 6.00 MESZ) eingegangen. Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar.

Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region.

Anrainer der dortigen Meerenge sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der dort im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die „fast sicher“ der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf zurück und sprach von „lächerlichen Behauptungen“.

dpa

CDU-Chefin AKK nimmt US-Präsident Donald Trump in Schutz, der giftet erneut gegen Deutschland - und warnt vor einem Szenario, das keiner wollen kann.

Der Besuch der Trumps in London wirkt nach: Ein Foto, das Ivanka Trump auf Instagram postete, sorgt für Aufregung.  

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare