Österreicher wählen Bundespräsidenten

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Der Amtsinhaber: Bundespräsident  Heinz Fischer (71).

Wien - In Österreich hat am Sonntagmorgen die Wahl eines neuen Bundespräsidenten begonnen. Das erste Wahllokal öffnete um 05.00 Uhr in Graz. Der Sieger dürfte bereits feststehen:

Amtsinhaber Heinz Fischer (71) kann Umfragen zufolge mit rund 80 Prozent der Stimmen rechnen. Die Wahl zu seiner ersten Amtszeit 2004 hatte er mit 52,39 Prozent gegen ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner (47,61 Prozent) gewonnen.

Barbara Rosenkranz (51) von der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs ( FPÖ)

Die beiden anderen Kandidaten sind die zehnfache Mutter Barbara Rosenkranz (51) von der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und Rudolf Gehring (61) von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ). Sie sind aber für viele Österreicher wegen erzkonservativer und teils sehr rechter Ansichten indiskutabel.

Rudolf Gehring (61) von der Christlichen Partei Österreichs ( CPÖ)

Anders als in Deutschland wird der höchste Repräsentant im Alpenstaat direkt vom Volk gewählt. Die letzten Wahllokale schließen um 1800 Uhr. Danach werden die ersten Hochrechnungen erwartet. Erstmals dürfen auch Jugendliche ab 16 Jahre ihre Stimme abgeben. Die konservative Partei ÖVP, die gegenwärtig mit der sozialdemokratischen SPÖ in einer großen Koalition regiert, hatte im Vorfeld keinen Kandidaten gegen den beliebten Amtsinhaber aufgestellt. Unter anderem deshalb wird mit einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung gerechnet.

Rosenkranz hat sich zum Ziel gesetzt, das bisher beste FPÖ-Ergebnis bei Bundespräsidentschaftswahlen übertreffen - dies wäre mit 17 Prozent der Stimmen geschafft, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. In jüngsten Umfragen kam sie auf 13 Prozent. Recht unrealistisch ist demnach dagegen die Hoffnung Gehrings: Er will in die Stichwahl mit Fischer kommen. Letzte Erhebungen sagten ihm fünf Prozent der Stimmen voraus. Die Wahllokale sind bis 17.00 Uhr geöffnet.

apn/dpa

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