Aus den Reihen der Union

Nach Schröder-Party: Rückendeckung für Mißfelder

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CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder erhält Rückendeckung.

Berlin - Nach seiner Teilnahme an der Schröder-Putin-Party ist CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder in die Kritik geraten. Nun erhält er Rückendeckung aus den Reihen der Union.

Die Teilnahme des CDU-Außenpolitikers Philipp Mißfelder an der Geburtstagsfeier für Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) in St. Petersburg sorgt weiter für Gesprächsstoff in der Union. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), sagte am Wochenende: "Der Besuch von Philipp Mißfelder in Russland war richtig." CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder zeigte dagegen kein Verständnis für Mißfelders Teilnahme an der Feier mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

"Bei informellen Anlässen wird manchmal mehr erreicht als am Konferenztisch"

Mayer sagte "Bild"-Zeitung vom Samstag, es sei gut, wenn der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion auf internationaler Ebene Kontakte knüpfe und pflege. Auch der CDU-Medienexperte Thomas Jarzombek stützte Mißfelder: "In der Politik wird bei informellen Anlässen manchmal mehr erreicht als am Konferenztisch."

Für falsch hält auch EU-Parlamentarier Christian Ehler (CDU) die Kritik an seinem Parteikollegen. "In einer so komplexen außenpolitischen Situation wie der jetzigen scheint es mir mehr als sinnvoll, informelle Gesprächskanäle in die russische Führungsspitze aufrechtzuerhalten", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Man hat das Gefühl, dass die Frustration über unsere Hilflosigkeit im Umgang mit Russland hier durch ein Scherbengericht über Philipp Mißfelder kompensiert werden soll."

Kauder: "Kein Verständnis" für die Teilnahme Mißfelders

Mißfelder selbst hatte in der "Bild"-Zeitung vom Freitag seine Teilnahme an der Feier verteidigt. Es sei besser, solche Gesprächsmöglichkeiten zu nutzen, als sich ihnen zu verweigern. Der CDU-Außenpolitiker fügte hinzu, er sei nicht offiziell, sondern als Privatmann nach St. Petersburg gereist.

Kauder sagte der "Passauer Neuen Presse", er habe "kein Verständnis" für die Teilnahme Mißfelders an der Feier. Der CDU/CSU-Fraktionschef fügte hinzu, dass jetzt aber die dramatische Entwicklung in der Ost-Ukraine im Mittelpunkt stehen sollte, "und nicht Philipp Mißfelder".

AFP

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