„Aus dem Umfeld des Regimes“

Mordanschlag auf tschetschenischen Regimekritiker geplant: Russischer Staatsbürger in U-Haft

Die Einfahrt zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
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Die Einfahrt zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt gegen einen Mann wegen eines geplanten Mordanschlags an einen tschetschenischen Oppositionellen.

Karlsruhe - Der russische Staatsangehörige Valid D. sitzt seit Januar 2021 in Untersuchungshaft. Das teilte die Behörde am Freitag auf Anfrage mit. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt gegen den Mann, da er sich bereit erklärt haben soll, an dem Mordanschlag an einen tschetschenischen Oppositionellen teilzunehmen. Dieser lebt mittlerweile in Deutschland. Der Auftrag zum Mord soll nach derzeitigem Ermittlungsstand „aus dem Umfeld des Regimes der Tschetschenischen Republik“ erteilt worden sein.

Spiegel und Mitteldeutscher Rundfunk berichteten, dass der Regimekritiker im Dezember in der Nähe von München erschossen werden sollte. Der Mann, der mit dem Mord beauftragt worden sei, habe sich aber bei ihm gemeldet und ihn gewarnt. Er sei als Ayslbewerber getarnt nach Deutschland gekommen. D. lebe dagegen schon 20 Jahre in Deutschland und soll ihm als Mittelsmann geholfen haben. Der Regimekritiker alarmierte den Berichten nach die Polizei, woraufhin D. in Schwerin festgenommen worden sei.

Mordanschlag auf tschetschenischen Oppositionellen: Karlsruhe ermittelt gegen russischen Staatsangehörigen

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen nach eigenen Angaben am 18. Januar wegen der besonderen Bedeutung des Falls von der Staatsanwaltschaft Rostock. D. soll aufgetragen worden sein, die Tatwaffe und den eigentlichen Attentäter nach Deutschland zu bringen, das Opfer auszuspähen und bei dem Attentat als Fahrer tätig zu werden, wie die Behörde mitteilte.

Er habe offenbar den potenziellen Attentäter nach Deutschland geschleust und sich eine Schusswaffe mit Schalldämpfer beschafft. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Sichbereiterklärens zum Mord, der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie des Verstoßes gegen das Waffengesetz. (afp/aka)

Im sogenannten Tiergarten-Mord in Berlin verdichten sich die Hinweise auf Russland als Auftraggeber immer weiter. Der Tatverdächtige stand wohl in engem Kontakt zum Geheimdienst FSB.

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