Mitglied des Zentralrats der Juden bedroht

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Stephan Kramer.

Berlin - Ein Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland ist in Berlin auf offener Straße bedroht worden. Bei dem Opfer handelte es sich um den Generalsekretär der Organisation, Stephan Kramer.

„Offensichtlich fühlte sich der Täter provoziert durch ein sichtbares jüdisches Gebetsbuch“, sagte Kramer am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa zu dem Vorfall vom Mittwoch. Die Polizei ermittelt wegen „wechselseitiger Bedrohung“, sagte ein Polizeisprecher, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Über den Fall hatte zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet. Ende August war ein Rabbiner in Berlin angegriffen worden - der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Grüne reagieren schockiert

Die Berliner Grünen haben die Bedrohung des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, verurteilt. Der Angriff sei nicht „akzeptabel“, sagte die Fraktionsvorsitzende Ramona Pop am Donnerstag. Jüdisches Leben müsse in der Stadt öffentlich sichtbar sein, ohne dass die Menschen Angst vor solchen Übergriffen haben müssten.

Laut „Bild“-Informationen wies Kramer den Mann, der in bedrohte, daraufhin, dass er eine Waffe bei sich trage. Daraufhin soll sich der Angreifer seinerseits bedroht gefühlt und die Polizei alarmiert haben. „Wir ermitteln wegen wechselseitiger Bedrohung“, sagte ein Polizeisprecher. Konkrete Angaben zu dem Vorfall wollte er aber nicht machen.

Erst Ende August war in Schöneberg ein Rabbiner, der mit sechsjährigen Tochter unterwegs war, von Jugendlichen verprügelt worden.

dpa/dapd

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