Ministerin Schröder wirbt für Freiwilligendienst

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Bundesfamilienministerin Schröder stellte die neue Kampagne für den Freiwilligendienst vor.

Berlin - Durch die Abschaffung der Wehrpflicht fehlen in sozialen Einrichtungen künftig auch Zivildienstleistende. Familienministerin Schröder wirbt deshalb für den Bundesfreiwilligendienst.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat am Montag die Kampagne für den neuen Bundesfreiwilligendienst gestartet. Der neue Dienst stärke die Freiwilligendienste in Deutschland und könne den “schmerzhaften Wegfall“ des Zivildienstes zumindest teilweise kompensieren, sagte Schröder bei der symbolischen Unterzeichnung der ersten Verträge in Berlin. Gleichzeitig startete die Ministerin eine Informationskampagne zum neuen Dienst unter dem Motto “Zeit, das Richtige zu tun“.

Das Gesetz über den Bundesfreiwilligendienst ist am 3. Mai 2011 in Kraft getreten. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung rund 35.000 Männern und Frauen pro Jahr die Möglichkeit zum Einsatz bieten.

Damit steht erstmals auf Bundesebene ein Angebot auch für Frauen und ältere Menschen, die sich engagieren wollen, bereit. Der Bundesfreiwilligendienst tritt mit dem Wegfall des Zivildienstes ab dem 1. Juli neben das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 entfällt auch die Grundlage für den Zivildienst, den 2009 noch gut 90.000 junge Männer in sozialen Einrichtungen abgeleistet haben.

An seine Stelle tritt der neue Bundesfreiwilligendienst. Er steht Männern und Frauen in allen Altersgruppen offen. Geplant wird mit 35.000 Stellen zumeist in Einrichtungen, die derzeit auch Zivildienstleistende beschäftigen. Einsatzmöglichkeiten soll es aber auch im Sport, bei der Integrationsarbeit und in Kultureinrichtungen geben.

Der freiwillige Dienst soll in der Regel zwölf, mindestens sechs und höchstens 24 Monate dauern. Bis zum Alter von 27 Jahren soll er in Vollzeit abgeleistet werden. Bei älteren Freiwilligen ist auch Teilzeit möglich, allerdings mindestens 20 Stunden pro Woche.

Für die Freiwilligen wird Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung gestellt. Zudem wird die Sozialversicherung für sie übernommen.

Darüber hinaus bekommen sie ein Taschengeld. Das Taschengeld hat in Ost und West eine einheitliche Obergrenze.

Die Eltern der jüngeren Freiwilligen erhalten weiter das Kindergeld. Der Bund fördert nach den Angaben des Bundesfamilienministeriums die Freiwilligendienste künftig mit 350 Millionen Euro pro Jahr.

dapd

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