Merkel empfängt Medwedew im Schlossgarten

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsiden Dmitri Medwedew spazieren am Freitag durch den Schlossgarten des Gästehauses der Bundesregierung in Meseberg. Zwei Tage lang beraten Merkel und Medwedew in Brandenburg nördlich von Berlin über anstehende politische Themen.

Berlin - Mitten in der intensiven Spardebatte der Koalition hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew zu einem Arbeitstreffen in malerischer Kulisse empfangen.

Die Kanzlerin begrüßte den Kremlchef am Freitagabend im Gästehaus der Bundesregierung, in Schloss Meseberg nordwestlich von Berlin.

Neben den bilateralen Beziehungen sollten bei den zweitägigen Gesprächen auch internationale Konflikte wie die Lage in Afghanistan und das iranische Atomprogramm im Mittelpunkt stehen, kündigte der Kreml im Vorfeld an.

Der Iran hat trotz drohender Sanktionen eine weitere Urananreicherung angekündigt. Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow steht die Arbeit an einer neuen UN-Resolution kurz vor dem Abschluss. Moskau war zuletzt auf deutliche Distanz zur Führung in Teheran gegangen und hatte sich ungeachtet seiner wirtschaftlichen Interessen im Iran zu Sanktionen bereiterklärt.

Merkels Frisur im Wandel der Zeit

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Bei den Gesprächen zwischen Merkel und Medwedew standen auch die Themen Abrüstung, die Regulierung der Finanzmärkte und die langfristige Abschaffung der Visumspflicht zwischen Russland und der EU auf der Tagesordnung. Beim jüngsten EU-Russland-Gipfel hatte sich Medwedew nicht durchsetzen können mit der Forderung, die Visumspflicht zu kippen. Merkel und Medwedew wollen ihre Gespräche am Samstagmorgen fortsetzen.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen in den Bereichen Energie, Maschinen-, Flugzeug- und Schiffbau sollten in Meseberg angesprochen werden. Russlands Führung bemüht sich um eine enge Kooperation mit Deutschland, auch um die eigene Wirtschaft zu modernisieren. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt der Petersburger Unternehmer Artur Pachomow, der beim insolventen Karstadt-Konzern einsteigen will.

Nach Einschätzung russischer Medien sucht der Kreml nach jüngsten Enttäuschengen im Verhältnis zur Europäischen Union wieder einen intensiveren Kontakt zur Bundesregierung. Als Erfolg werten beide Länder den Baubeginn der Gaspipeline Nord Stream durch die Ostsee im April. Konfliktpunkte bleiben weiterhin die mangelhafte Rechtssicherheit für ausländische Unternehmen in Russland sowie die Korruption im Riesenreich.

dpa

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