Markt für Sportwetten soll geöffnet werden

Berlin - Die Ministerpräsidenten der Länder wollen nach Medieninformationen den deutschen Sportwettenmarkt öffnen. Gleichzeitig werden schärfere Auflagen für das Glücksspiel gefordert.

Das berichtet die  “Neue Osnabrücker Zeitung“. Das Blatt beruft sich auf Informationen aus der Länder-Arbeitsgruppe “Zukunft des Lotteriemonopols“. Die Ministerpräsidenten treffen sich am Donnerstagvormittag in Berlin. Die Länder seien sich darin einig, dass die Lotterie in staatlicher Hand bleiben solle, während der Sportwettenmarkt für private Anbieter geöffnet werde, schreibt die Zeitung (Donnerstag).

Noch werde aber darum gerungen, wie weit eine Liberalisierung gehen soll. Während die SPD drei regional begrenzte Lizenzen für den Norden, die Mitte und den Süden Deutschlands vergeben wolle, dringen einige Unionsländer nach dem Bericht auf fünf bundesweit geltende Konzessionen, was zu größerer Konkurrenz auf dem Wettmarkt führen würde. Nach Ansicht der SPD lasse sich das Unionsmodell deshalb nicht mit dem Ziel eines neuen Staatsvertrags vereinbaren, Spielsucht effektiver zu bekämpfen.

Deutlich verschärfte Auflagen für Glücksspiel gefordert

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz rechnet damit, dass es bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag nicht zu einer Einigung kommen wird. Der vereinbarte Zeitplan sehe vielmehr vor, “dass die Länder auf einer Sonderkonferenz der Regierungschefs am 6. April einen neuen Staatsvertrag zum Glücksspiel beschließen sollen“, sagte der Chef der Mainzer Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, der Zeitung.

Vorher sind auch keine endgültigen Beschlüsse zum gewerblichen Automatenspiel zu erwarten. Die Ministerpräsidentenkonferenz fordert deutlich verschärfte Auflagen für die bundesweit rund 8000 Spielhallen und 60 000 Gaststätten mit Gewinnspielgeräten. Der Vorstoß der Länder ist bisher aber nicht mit dem zuständigen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) abgestimmt.

dpa

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