Bündnis gegen Ex-Klimakanzlerin

Macron hofiert deutsche „Fridays for Future“-Aktivistin - und setzt Merkel unter Druck

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Emmanuel Macron (r.) verbündet sich mit der deutschen Klima-Aktivistin Luisa Neubauer (2.v.l.).

Am Rande des EU-Gipfels im rumänischen Sibiu treffen sich der französische Präsident Emmanuel Macron und acht weitere Staats- und Regierungschefs mit der deutschen Klima-Aktivistin Luisa Neubauer. 

Sibiu - Luisa Neubauer wird in den Medien oft als „die deutsche Greta Thunberg“ bezeichnet. Mit einigen Mitstreitern ist die Klima-Aktivistin nach Sibiu in Rumänien gefahren, um am Rande des EU-Gipfels am 9. Mai in der Innenstadt für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Eigentlich hat die rumänische Polizei die Demo verboten - doch dann landen die Aktivisten einen Coups, der auch Angela Merkel nicht gefallen wird.

Mitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron rufen an - und schlagen ein Treffen vor, was den Aktivistinnen wohl wesentlich mehr Aufmerksamkeit bescheren sollte, als eine verbotene Demo. Mehr noch: Macron und seine Mitstreiter verstärken durch das Treffen mit einer deutschen (!) Aktivistin den Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Deutsche Klima-Aktivistin Neubauer bekommt Schützenhilfe von Macron

Macron hatte auf dem EU-Gipfel eine Klima-Initiative für Europa vorgelegt. Die Staats- und Regierungschefs von Schweden, Dänemark, Spanien, Portugal, den Beneluxländern und Lettland haben unterschrieben. 

Sie begleiteten den französischen Präsidenten auch zu dem Treffen mit der deutschen Klima-Aktivistin auf dem Platz von Sibiu. Ein Video über das Treffen der politischen Schwergewichte mit Luisa Neubauer sowie den Klima-Aktivistinnen Anuna de Wever aus Belgien und Paula Dörr aus Rumänien veröffentlichte Macron später auf Twitter. 

Macron hofiert deutsche „Fridays for Future“-Aktivistin - und setzt Merkel unter Druck

Merkel geriet in der Diskussion um den Klimaschutz in Kritik. Wegen ihrer fehlenden Unterstützung für den europäischen Klimavorstoß des französischen Präsidenten gilt die einstige Klimakanzlerin inzwischen als Klimabremserin auf europäischer Ebene

In einem Interview mit der Welt berichtete Neubauer später über die Begegnung. Die 22-jährige „Firdays for Future“-Aktivistin habe vor allem geschätzt, dass die Politikern ihren Anliegen so gut zugehört hätten. Das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sie nicht verstehen: 

„Das ist doch ein Skandal, was hier passiert. Frau Merkel erzählt, wir müssen eine europäische Lösung finden, und dann geht sie nach Europa und blockiert.“ 

Dabei hätte die Bundeskanzlerin jetzt alle Möglichkeiten, sich für eine CO2-Steuer, ein Klimaschutzgesetz und einen schnellen Kohleausstieg einzusetzen. 

Sie galt mal als „Klimakanzlerin“, doch das Ansehen von Angela Merkel ist in der „Fridays for Future“-Bewegung gesunken. Das unterstreicht nun auch Luisa Neubauer.

nai

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