Kritik an Videoüberwachung in Zügen

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Gisela Piltz, FDP-Innenexpertin kritisiert die Videoüberwachung in Zügen.

Düsseldorf - Die FDP-Innenministerin Gisela Piltz übt Kritik an dem Vorschlag der Videoüberwachung in Zügen und dem Alkoholverbot. Beides löse nicht das Problem, sagte sie.

Die von den Innenministern geplante Videoüberwachung in Zügen stößt auf Kritik. “Videokameras steigen nicht von der Wand, um Gewalt zu verhindern, wie der schreckliche Fall in der Münchner U-Bahn gezeigt hat“, sagte FDP-Innenexpertin Gisela Piltz der “Rheinischen Post“. Polizisten müssen vor Ort sein und schnell deeskalierend eingreifen können.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende wandte sich zudem gegen das von den Innenministern geplante Alkoholverbot in Zügen: Damit sei nicht effektiv zu verhindern, dass alkoholisierte Passagiere Gewalt und Vandalismus begingen. Eine Kontrolle sei nahezu unmöglich, da Getränke selbstverständlich aus mitgebrachten Flaschen konsumiert werden könnten.

Ein Alkoholverbot sei Augenwischerei und treffe im Zweifel diejenigen, “die völlig verantwortungsvoll ihre Reise mit einem Gläschen Sekt versüßen“, gab Piltz zu bedenken. Sicherheit in Zügen gewährleistet man nicht durch Verbote und Kameras, sondern nur durch ein Gesamtkonzept zur Gewaltprävention und eine bessere personelle Ausstattung der Polizeibehörden, unterstrich die FDP-Politikerin. AP

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