Konflikt um Ölregion eskaliert - UN besorgt

Nairobi/Khartum - Die UN blickt mit großen Sorgen in den Sudan. Wenige Wochen vor der Unabhängigkeit des Südsudan droht der Konflikt um die ölreiche Grenzregion Abyei zu eskalieren.

Die nordsudanesische Armee SAF hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Stadt Abyei in der umstrittenen Grenzregion zum Südsudan übernommen, berichtete der britische Sender BBC am Samstag. Im sudanesischen Staatsfernsehen in der Hauptstadt Khartum hieß es, die Truppen des Nordens hätten feindliche Kräfte in Abyei zurückgeschlagen.

UN-Mitarbeiter in Abyei bestätigten, dass die Truppen des Nordens nach Angriffen mit schwerer Artillerie die Kontrolle über Abyei hätten. Ein für Montag geplanter Besuch einer Delegation des UN-Sicherheitsrates in Abyei wurde angesichts der Entwicklung abgesagt.

Juak Agok von der Bezirksverwaltung Abyei hatte zuvor über Luftangriffe der SAF auf Ziele in Abyei berichtet. Die UN-Mission im Sudan (UNMIS) zeigte sich in einer bereits am Samstag abend veröffentlichten Erklärung “tief besorgt“ Sie forderte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und einen Rückzug aller nicht autorisierten Truppen.

Die Auseinandersetzungen hatten am Donnerstag begonnen, nachdem die nordsudanesische Armee erklärt hatte, 22 ihrer Soldaten seien im einem Hinterhalt von Truppen des Südens getötet worden. Etwa sieben Kilometer von der Stadt Abyei entfernt gerieten die in UN-Fahrzeugen transportierten Soldaten unter schweren Beschuss.

Sowohl der Norden als auch der Süden erheben Anspruch auf die ölreiche Region Abyei. Ein für Januar geplantes Referendum über die Zukunft der Region musste wegen organisatorischer Probleme und anhaltender Spannungen verschoben werden. Ebenfalls im Januar entschied sich die Bevölkerung des Südsudan in einer Volksabstimmung für einen eigenen Staat.

Sechs Jahre nach Beendigung des Bürgerkrieges wird der Südsudan am 9. Juli ein unabhängiger Staat. Mit der Unabhängigkeit des Südens verliert der Sudan, bisher der größte Staat Afrikas, einen großen Teil seines bisherigen Staatsgebietes und zwei Drittel der Ölquellen.

dpa

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