Kandahar: Mindestens 25 Tote nach Taliban-Angriff

+
Afghanische Grenzpolizisten schießen auf Talibankämpfer, die sich im Verkehrsministerium in Kandahar versteckt haben.

Kandahar - Talibankämpfer haben am Wochenende in einer groß angelegten Aktion Regierungsgebäude in der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen.

Ziel der Offensive waren der Wohnsitz des Provinzgouverneurs, das Rathaus sowie Büros des Geheimdienstes, drei Polizeireviere und zwei Schulen. Die Gefechte dauerten nach Angaben des Innenministeriums am Sonntag den zweiten Tag in Folge an. Mindestens 25 Menschen wurden getötet und 40 weitere verletzt.

Die Taliban erklärten am Samstag, einige der mehr als 100 eingesetzten Kämpfer seien bis auf das Gelände des Gouverneursanwesens vorgedrungen. Ziel der Aktion sei es, die Kontrolle über das im vergangenen Jahr von afghanischen und NATO-Truppen eingenommene Kandahar zurückzugewinnen. Der Angriff sei Teil der geplanten Frühjahrsoffensive der Taliban und keine Reaktion auf die Tötung von Osama bin Laden, sagte ein Sprecher. Am Freitag hatten die Taliban erklärt, die Tötung bin Ladens werde den Kampfgeist der Aufständischen nur weiter stärken.

Bei den stundenlangen Gefechten am Samstag setzten die Extremisten laut NATO auch Selbstmordattentäter mit Autobomben ein. Zu keinem Zeitpunkt hätten die Taliban aber auch nur einen Teil der Stadt kontrolliert, betonte das Militärbündnis. Am Sonntag lieferten sich Sicherheitskräfte nach Angaben des Innenministeriums Gefechte mit Extremisten, die sich in einem Hotel verschanzt hatten.

Seit Beginn der Kämpfe wurden einem Ministeriumssprecher zufolge 23 Angreifer und zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Die Provinz Kandahar galt einst als Hochburg der radikalislamischen Taliban, wird nun aber von der NATO und den afghanischen Streitkräften kontrolliert.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare