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Mariupol-„Tribunal“ für Asowstahl-Kämpfer: Separatisten wollen Gefangene nicht nach Russland bringen

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Von: Richard Strobl, Franziska Schwarz

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Kiew sieht im Ukraine-Krieg eine „extrem schwierige“ Situation. Gefangene Soldaten aus Mariupol soll ein Tribunal erwarten. Der News-Ticker zur militärischen Lage.

Update vom 24. Mai, 8.40 Uhr: Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind wohl drei Zivilisten getötet worden (Update vom 23. Mai, 23.18 Uhr). Die pro-russischen Separatistenführer in der Ostukraine wollen ein „internationales Tribunal“ für die Soldaten aus dem Azowstal-Werk abhalten (Update vom 23. Mai, 18.46 Uhr). Neue Nachrichten zu Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem aktuellen Ticker.

Update vom 23. Mai, 23.40 Uhr: Durch russische Raketenangriffe im Osten der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben am Montag Infrastruktur der Eisenbahn zerstört worden. Bei vier Raketeneinschlägen im Gebiet Dnipropetrowsk seien Gleise sowie die Oberleitungen schwer beschädigt worden, teilte Gouverneur Walentyn Resnitschenko auf seinem Telegram-Kanal mit. Verletzt wurde demnach niemand. Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden könne, sei noch nicht bekannt. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert inzwischen schon drei Monate.

Ukraine meldet tote Zivilisten nach russischem Angriff

Update vom 23. Mai, 23.18 Uhr: Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Montag drei Zivilisten getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, auf Telegram. Die ukrainische Armee gab an, auf russischer Seite acht Panzer, eine Drohne, sechs Flugzeuge sowie weitere Militärtechnik zerstört zu haben. In der Region Nowoukrajinka soll eine russische Rakete abgeschossen worden sein. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Im Osten der Ukraine baute Russland nach ukrainischen Angaben die Kommandostrukturen der Militärpolizei aus. In den besetzten Regionen Cherson und Saporischschja seien 19 sogenannte Kommandantenbüros eingerichtet worden, schrieb der ukrainische Generalstab am Montagabend.

Update vom 23. Mai, 20.27 Uhr: Sie waren das Zuhause von Tausenden Menschen in den vergangenen Wochen: Die Metro-Stationen in Charkiw sollen am Mittwoch (24. Mai) wieder eröffnet werden. Nach Angaben von CNN sagte Charkiws Bürgermeister Ihor Terekhov im ukrainischen Fernsehen. „Die U-Bahnen werden von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends fahren. Es wird nicht den gleichen Takt wie außerhalb der Kriegszeiten geben, weil ein Zugdepot bei Bomben- und Raketenangriffen zerstört wurde.“

Einwohner:innen von Charkiw ruhen sich vor Angriffen in einer U-Bahn-Station aus.
Einwohner:innen von Charkiw ruhen sich vor Angriffen in einer U-Bahn-Station aus. © EMRE CAYLAK/afp

Wenn es nötig sei, könnten Charkiws Bewohner die U-Bahn-Stationen aber weiterhin als Schutzorte gegen Bombenangriffe aufsuchen.

Ukraine-Krieg: Ukraine erobert 24 Gemeinden in der Region Charkiw zurück

Update vom 23. Mai, 19.03 Uhr: Laut Kyiv Independent hat die Ukraine am Montag im Zuge eines groß angelegten Gegenangriffs 24 Gemeinden aus russischer Besatzung befreit. Laut Befehlshaber Valerii Zaluzhnyi hätten die Menschen in Dörfern nördlich von Charkiw seit Monaten in ihren Kellern ausgeharrt. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Pro-Russische Separatistenführer im Ukraine-Krieg: „Internationales Tribunal“ für Gefangene aus Azowstal

Update vom 23. Mai, 18.46 Uhr: Die pro-russischen Separatistenführer im Osten der Ukraine wollen nach dpa-Angaben ein „internationales Tribunal“ für die Soldaten aus dem Azowstal-Werk abhalten. Denis Puschilin sagte der Agentur Interfax zufolge am Montag, dass die in der Hafenstadt Mariupol gefangengenommenen Soldaten nicht nach Russland gebracht, sondern in der Region vor Gericht gestellt werden sollen. Ein erster Prozess solle demnach in Mariupol stattfinden, weitere könnten an anderen Orten abgehalten werden.

Ukraine-Krieg: Laut Ukraine mindestens 4.600 tote Zivilisten außerhalb des von Russland besetzten Ostens

Update vom 23. Mai, 18.23 Uhr: Laut der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurden seit Begin des Ukraine-Krieges mindestens 4.600 ukrainische Zivilisten getötet, darunter sollen 232 Kinder sein. Dies berichtet Kyiv Independent in Berufung auf die Generalstaatsanwältin, Iryna Venediktova. Ihr zufolge enthielten die Zahlen aber keine Daten aus den russisch besetzten Gebieten im Osten der Ukraine, wo Tausende Tote mehr vermutete werden.

Ukraine-Krieg: 87 Menschen bei Angriff im Norden verstorben - Selenskyj spricht bei Weltwirtschaftsforum in Davos

Update vom 23. Mai, 13.38 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf ein Dorf mit einem ukrainischen Militärstützpunkt im Norden des Landes sind nach Angaben der Führung in Kiew in der vergangenen Woche 87 Menschen getötet worden. Unter den Trümmern in der Ortschaft Desna seien inzwischen so viele Todesopfer entdeckt worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag in einer Videoansprache vor den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos.

Die russischen Streitkräfte hätten das Dorf in der Region von Tschernihiw am 17. Mai attackiert, so der Präsident. Die örtlichen Behörden hatten in der vergangenen Woche zunächst von acht Todesopfern und zwölf Verletzten gesprochen.

London: Russlands Verluste im Ukraine-Krieg so hoch wie die der Sowjets in Afghanistan

Update vom 23. Mai, 10.18 Uhr: Überprüfbare Zahlen zu getöteten Soldaten und Verlusten auf Seiten der Ukraine und Russlands gibt es aktuell nicht. Britische Geheimdienst-Experten haben nun aber zumindest eine Schätzung abgegeben - und die mit einem Vergleich veranschaulicht: Die Verluste der russischen Armee im Ukraine-Krieg seien wohl bereits nach drei Monaten so hoch wie die der Roten Armee in den neun Jahren des sowjetischen Afghanistan-Kriegs.

Das geht aus einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums hervor. Die hohe Verlustrate steige auch bei der russischen Offensive im Donbass weiter. Grund dafür sei eine Kombination aus Faktoren wie etwa schlechte Taktiken, eingeschränkte Lufthoheit und mangelnde Flexibilität.

Die Geheimdienstexperten gehen davon aus, dass dadurch auch die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung steigen könnte - und die Bereitschaft, dies zu äußern: „Die russische Öffentlichkeit hat in der Vergangenheit empfindlich auf Verluste in Kriegen reagiert, die dem Land nicht aufgezwungen wurden“, hieß es.

Ukrainscher Anschlag auf Putin-Statthalter? Moskau verfolgt „ukrainische Nationalisten“

Update vom 23. Mai, 9.17 Uhr: Nahe Enerhodar im Süden der Ukraine liegt das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas. Nun meldet das ukrainische Militär einen Sprengstoffanschlag in der Stadt. Der von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Bürgermeister Andrij Schewtschik sei dabei schwer verletzt worden.

Es handle sich um einen gezielten Partisanenangriff gegen einen Kollaborateur, teilte die ukrainische Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, in dem Enerhodar liegt, auf Telegram weiter mit. Medienberichten zufolge liegt Schewtschik auf der Intensivstation.

Außerdem hieß es, die russischen Besatzungstruppen suchten nun nach zwei jungen Männern in einem roten Audi. Zudem hätten sie die Checkpoints verstärkt. Das russische Ermittlungskomitee hat nach eigenen Angaben „wegen des Verbrechens ukrainischer Nationalisten“ ein Strafverfahren eingeleitet.

Russische Truppen hatten Enerhodar schon in den ersten Kriegstagen besetzt. Bei den Gefechten war kurzzeitig sogar ein Feuer auf dem Atomkraftwerk-Gelände ausgebrochen, das aber wieder gelöscht werden konnte. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst ist immer noch unter ukrainischer Kontrolle.

Ukraine-Krieg: Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich das Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar im Süden der Ukraine.
Aufnahme vom 1. Mai: Ein russischer Soldat am Kernkraftwerk Saporischschja in Enerhodar © Uncredited/AP/dpa

Ukraine-News: Ukrainisches Militär warnt vor Aktivitäten an belarussischer Grenze

Update vom 23. Mai, 8.28 Uhr: Die ehemalige Sowjetrepublik Belarus, die sich bislang nicht aktiv am russisch-ukrainischen Krieg beteiligt hat, zieht nach Angaben aus Kiew Streitkräfte an der Grenze zusammen. „Die belarussischen Streitkräfte führen verstärkt Aufklärung durch und haben zusätzliche Einheiten im Grenzbereich aufgestellt“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Demnach bleibe die Gefahr von Raketen- und Luftangriffen auf die Ukraine von belarussischem Gebiet aus erhalten.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat sich nicht mit eigenen Truppen an dem Ende Februar von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Allerdings durften russische Truppen das Land als Aufmarschgebiet für den Angriff nutzen.

Kiew sieht daher Minsk nicht als neutral an und befürchtet potenziell ein Eingreifen belarussischer Soldaten aufseiten Russlands in den Konflikt. Lukaschenko, der am 23. Mai in Sotschi Russlands Präsident Wladimir Putin trifft, hat derartige Absichten stets dementiert.

Tote Soldaten im Ukraine-Krieg: Selenskyj räumt hohe Verluste in der Ostukraine ein

Update vom 23. Mai, 7.28 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat hohe Verluste in der Ostukraine eingeräumt:  „Heute können zwischen 50 und 100 Menschen an der für uns schwersten Front im Osten unseres Landes sterben“, so der ukrainische Präsident über die Tagesverluste der eigenen Truppe.

„Sie schützen unsere Freiheit und Unabhängigkeit, über die in der ganzen Welt gesprochen wird.“ Mit den hohen Verlusten begründete Selenskyj die Ablehnung einer Petition, Männern im wehrpflichtigen Alter die Ausreise aus der Ukraine zu erlauben. So berichtet es die Nachrichtenagentur RBK-Ukraina aus einer gemeinsamen Pressekonferenz Selenskyjs‘ mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda.

Zuletzt hatte Selenskyj Mitte April die eigenen Verluste offengelegt. Damals sprach er von insgesamt etwa 3000 ukrainischen Soldaten, die seit dem russischen Angriff am 24. Februar gestorben seien. Genaue Zahlenangaben hat das Präsidialamt allerdings verweigert. Dies sei ein Kriegsgeheimnis, begründete Präsidentenberater Olexij Arestowitsch.

Ukraine-News: Politiker erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kreml - „Ganze Städte ausradieren“

Update vom 23. Mai, 6.43 Uhr: Nach Meinung des ukrainischen Parlamentsabgeordneten Dmytro Lubinets versucht die russische Besatzung in der Ostukraine, „ganze Ortschaften und Städte auszuradieren“. Vor allem die zivile Infrastruktur werde angegriffen, sagte Lubinets am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ laut Übersetzung des Senders. Dies betreffe die Stromversorgung und Wasserleitungen, aber auch Schulen und Krankenhäuser.

„Es sieht so aus, die Russen bekämpfen nicht die ukrainischen Streitkräfte, sondern das ganze Volk“, sagte der Parlamentarier weiter. Deshalb appelliere die Ukraine an die internationale Öffentlichkeit, die Situation als Genozid des ukrainischen Volkes anzuerkennen.

Die ukrainische Regierung bemühe sich nach Kräften, die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus den umkämpften Gebieten zu organisieren, sagte Lubinets. Die Behauptung Moskaus, Ukrainer würden nach Russland in Sicherheit gebracht, tat er ab. „Russische Propaganda verzerrt wie immer die Tatsachen“, sagte der Politiker. „Die Russen zwingen die Menschen zur Evakuierung nach Russland - also mit Gewaltanwendung.“ Unter den Verschleppten seien auch viele Kinder.

Ukraine-Krieg: eine zerstörte Brücke im Donbass in der Ostukraine.
Aufnahme vom 22. Mai: eine zerstörte Brücke in der Ostukraine. © ARIS MESSINIS/AFP

Wegen Ukraine-Kriegs weltweit erstmals über 100 Millionen Menschen auf der Flucht

Update vom 23. Mai, 6.19 Uhr: „Hundert Millionen ist eine krasse Zahl - ernüchternd und alarmierend zugleich“: Mit diesen Worten hat der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, die jüngsten Zahlen kommentiert. Das UN-Flüchtlingswerk zählt nun mehr als 100 Millionen Menschen, die weltweit durch Gewalt vertrieben sind.

Grund sind der russische Angriffskrieg in der Ukraine sowie andere tödliche Konflikte. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. „Es ist ein Rekord, den es niemals hätte geben dürfen“, so Grandi in der Mitteilung.

Ukraine-Krieg-News: Kiew meldet erneut zivile Opfer

Update vom 22. Mai, 22.05 Uhr: Mindestens acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben am Sonntag durch russischen Beschuss getötet worden. Im ostukrainischen Gebiet Donezk wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs mindestens sieben Menschen getötet und acht verletzt. Bei einem Raketenangriff auf Malyn nordwestlich von Kiew wurde nach Angaben der Agentur Unian ebenfalls mindestens ein Mensch getötet. Das ukrainische Militär meldete zudem am Sonntag elf abgewehrte Angriffe russischer Truppen im Osten der Ukraine. Im Lauf der Woche seien mehr als 200 russische Militärfahrzeuge zerstört worden sowie 3 Flugzeuge.

Ukraine-Krieg: Montag kommt das Urteil im ersten Prozess gegen russischen Soldaten in Kiew

Update vom 22. Mai, 19.25 Uhr: In Kiew wird am Montag das Urteil im ersten Prozess gegen einen russischen Soldaten wegen Kriegsverbrechen erwartet. Dem 21-jährigen Wadim Schischimarin droht wegen der Tötung eines unbewaffneten Zivilisten eine lebenslange Haftstrafe. Vor Gericht gestand er und bat um Vergebung. Sein Anwalt forderte einen Freispruch.

Schischimarin wollte den ukrainischen Ermittlern zufolge nach einem Angriff auf seinen Konvoi in der Nordukraine mit vier Kameraden in einem gestohlenen Auto fliehen. Das von ihm getötete Opfer war demnach Zeuge des Autodiebstahls. Vor Gericht bestätigte Schischimarin diese Darstellung. Es tue ihm „wirklich leid“.

Update vom 22. Mai, 14.15 Uhr: Die Ukraine hat das seit Ende Februar geltende Kriegsrecht um weitere 90 Tage verlängert. Das Parlament in Kiew stimmte angesichts des russischen Angriffskriegs auch für eine Verlängerung der Generalmobilmachung bis zum 23. August, wie mehrere Abgeordnete auf Telegram schrieben.

Ukraine-Krieg-News: Mariupol drohen Infektionskrankheiten

Update vom 22. Mai, 12.50 Uhr: In der Hafenstadt Mariupol könnten sich Infektionskrankheiten bald rapide ausbreiten. Das berichtet der Bürgermeister der Stadt nach Angaben des Kyiv Independent. „Die Kanalisation funktioniert nicht. In der ganzen Stadt gibt es chaotische Massenbestattungen. Während der Sommerregen gelangen alle (Toxine) in die Flüsse, das Meer und die Quellen, aus denen die Menschen ihr Wasser beziehen“, wird Vadym Boychenko zitiert.

Mariupol war wochenlang heftigem russischem Beschuss und Belagerung ausgesetzt, da ukrainische Soldaten sich in der strategisch wichtigen Stadt am Meer verbarrikadiert hatten.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. (Archivbild)
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. (Archivbild) © Ukraine Presidency/Ukraine Presi/dpa

Ukraine-News: Russland vermint wohl Chersons Straßen gegen Flucht

Update vom 22. Mai, 11.29 Uhr: Die russische Armee vermint offenbar Straßen in der besetzten Region Cherson Oblast. Das berichtet nun der englischsprachige Kyiv Independent unter Berufung auf regionale Behörden. Demnach vermint das Militär Brücken und Straßen, um die ukrainische Bevölkerung daran zu hindern, aus den besetzten Gebieten in von ukrainischem Militär kontrollierte Landesteile zu fliehen. Unabhängig prüfen lassen sich diese Informationen aktuell nicht.

Die Verwaltungseinheit (Oblast) Cherson ist fast vollständig von Russland kontrolliert. Die Hauptstadt Cherson war lange die einzige große Stadt, die Putins Truppen einnehmen konnten. Zuletzt gab es Gerüchte darüber, dass Russland ein Referendum abhalten wolle, um den Oblast in sein Territorium einzugliedern. Ähnlich war man einst mit der Halbinsel Krim umgegangen. In der Region Cherson führte Russland zum 1. Mai bereits den russischen Rubel als offizielles Zahlungsmittel ein. Der Vizechef der prorussischen Verwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, brachte unlängst ein formelles Beitrittsgesuch an Putin ins Gespräch.

Selenskyj sieht „extrem schwierige“ Lage - News zum Ukraine-Krieg

Erstmeldung vom 22. Mai: Kiew - Russland hat seine Offensive in der Ostukraine offenbar verstärkt. Die Ukraine berichtet vom Einsatz von Flugzeugen, Panzern, Raketen, Mörsern, Marschflugkörpern und Flugzeugen gegen öffentliche Infrastruktur und Wohngebiete an der gesamten Frontlinie im Donbass. Unabhängig prüfen ließen sich diese Informationen der Kriegspartei nicht.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj sieht verstärkte Offensive

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „extrem schwierigen“ Situation im Donbass. Demnach versuche Russland die Städte Slawjansk und Sewerodonezk anzugreifen. Den Angaben Selenskyjs zufolge gelingt es der ukrainischen Armee bislang, die Offensive hier zurückzuhalten.

Das russische „Iskander-M“ Raketensystem bei einer Demonstration im Jahr 2016.
Das russische „Iskander-M“ Raketensystem bei einer Demonstration im Jahr 2016. © Sergei Ilnitsky/dpa

Gleichzeitig forderte Selenskyj weitere Sanktionen des Westens gegen Russland und verwies auf ein Telefonat mit Italiens Regierungschef Mario Draghi. Ein Ende des Krieges könne laut Selenskyj nur durch Diplomatie herbeigeführt werden. Erhöhter Sanktionsdruck auf Russland soll dessen Präsident Wladimir Putin demnach zurück an den Verhandlungstisch zwingen.

Ukraine-News: Atomfähiges Raketensystem an Grenze

Gleichzeitig hat Russland offenbar auch Trägerraketen des Systems Iskander im russischen Belograd nahe der Grenze zur Ukraine stationiert. Das berichtet das ukrainische Militär. Dieses Kurzstrecken-Raketensystem kann unter anderem Nuklearsprengköpfe abschießen. Was die Ziele hinter der Verlegung sind, ist bislang unklar.

Den Hintergrund zum Ukraine-Konflikt haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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