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Gasnotstand: Betrüger nutzen Angst vor Energiekrise – das müssen Verbraucher wissen

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Von: Jan Knötzsch

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Die Energiepreise steigen und Deutschland droht der Gasnotstand. Die Angst, kein Gas zu haben oder zu viel zu zahlen, wächst. Betrüger nutzen das aus.

Berlin – Der Appell aus der Politik ist nicht neu, sondern längst bekannt. Deutschland muss Gas sparen. Sonst wird es knapp. Der Gasnotstand droht. Dreht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) der Industrie und Haushalten am Ende sogar den Gashahn zu? Kurzum: Die Energiekrise 2022 ist in vollem Gange – und hat Deutschland im Griff. Selbst, wer früher nichts mit Gaspreisen und Strompreisen am Hut hatte und einfach gezahlt hat, gerät inzwischen ins Nachdenken.

Wie lange habe ich noch Gas? Trifft mich in der Gaskrise der Gasnotstand? Sollte ich den Energieversorger wechseln?

Fragen und Ängste, die die Energiekrise 2022 und der Gasnotstand in Deutschland mit sich bringen. Und wo Fragen und Ängste schon einmal da sind, lassen sich letztere kinderleicht noch ein bisschen mehr schüren. Kein Wunder, dass genau hier Betrüger versuchen, ihren Nutzen zu ziehen. Die steigenden Energiepreise rufen unseriöse Anrufer auf den Plan, die versuchen, die Angst der Bürgerinnen und Bürger in der Energiekrise 2022 auszunutzen.

Gasnotstand: Angst der Verbraucher in der Energiekrise 2022 spielt Betrügern in die Karten

„Die Masche ist nicht neu“, sagt Irina Krüger, Referentin im Team Markenbeobachtung Energie der Verbraucherzentrale des Bundesverbandes, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es gab, so Krüger, „allerdings selten so viel Unsicherheit und Sorge bei den Menschen wie zurzeit.“ Und genau das spielt den Betrügern in die Hände, die aktuell im Zuge der Energiekrise 2022 und des drohenden Gasnotstands durch Telefonanrufe bei Bürgerinnen und Bürgern versuchen Profit zu schlagen. Ihr Ziel: Sie wollen an die Daten der Angerufenen kommen und diese abzocken. Dazu würden die Betrüger am Telefon mit aktuellen Fakten zur Energiekrise 2022 argumentieren und sprechen davon, dass die Gas- und Strompreise steigen und Gas oder Strom bald abgeschaltet werden müssen.

Ein Telefon mit dem Wort Fake-Anruf auf dem Dipslay wird neben einem Warnschild und Geldscheinen ins Bild gehalten.
Betrüger setzen in der Energiekrise auf die Angst der Verbraucher und versuchen, diese mit Fake-Anrufen zu schädigen. © Christian Ohde/imago

Die Betrüger kündigen am Telefon an, dass bei den Gas- oder Stromverträgen angesichts des drohenden Gasnotstands in der Energiekrise etwas angepasst werden müsse. „Um an die wichtigen Daten zu kommen, werden die Angerufenen in ein Gespräch verwickelt, verunsichert und bedrängt“, so Verbrauchschützerin Kröger gegenüber dem RND. Wer in diesem Moment oder im weiteren Verlauf des Telefonats dann „schwach“ wird und seine Daten herausgibt, auf den wartet anschließend in den meisten Fällen ein Problem - und entsprechende Post im Briefkasten, die zusätzlich zur Angst vor dem Gasnotstand auch noch für jede Menge Ärger sorgt.

Gasnotstand: Was empfehlen Verbraucherschützer bei Betrug in der Energiekrise 2022?

Denn nachdem die Betrüger den von der Energiekrise und dem Gasnotstand verunsicherten Verbrauchern einen neuen Gas- oder Stromvertrag untergejubelt haben, kommt dieser per Post - und nicht selten haben diese neuen Verträge dann statt der versprochenen besseren auf einmal viel schlechtere Konditionen als die vorherigen. Und wer einmal in der Fänge der Betrüger geraten ist, die von der Angst vorm Gasnotstand und der Energiekrise 2022 profitieren, der kommt aus der ganzen Nummer nur schwerlich wieder raus. Zumindest nicht ohne Aufwand und ohne am Ende irgendwie doch als Verlierer dazustehen.

Gas- und Strompreise: Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Betrugsanruf erhalte?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Anruf sofort zu beenden und sich gar nicht erst in ein Gespräch mit dem Anrufer oder der Anruferin verwickeln zu lassen. Die Betrüger sind so geschult, dass sie ein Gespräch in die von ihnen gewollte Riichtung leiten können.

Schon bei den Telefonaten sei extreme Vorsicht geboten, so die Verbraucherschützer. Die Anrufer seien geschult, lenken die Gespräche - von daher würden die Betrüger auch die Masche wählen, über Telefonate zu gehen statt den Weg über E-Mails oder SMS zu wählen. Über Mails, SMS oder aber per Post kommen dann die neuen Verträge, mit denen die Verbraucher in Zeiten des Gastnotstands über den Tisch gezogen werden sollen. Seitens der Verbraucherschützer gibt es Empfehlungen, wie man sich verhalten soll, wenn man, nicht nur während der Energiekrise, über den Tisch gezogen worden ist.

Gasnotstand: Betrüger wollen Verbraucher über den Tisch ziehen - wie kommt man aus einem neuen Vertrag?

„Wer einen Vertrag am Telefon oder der Haustür abgeschlossen hat, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht“, erläutert Irina Krüger. Die Verbraucherschützerin verweist zudem darauf, dass es bei einer Kündigung des alten Strom- oder Gasvertrages oft eine Schwierigkeit gebe. Welche? „Falls die neuen Anbieter den alten Vertrag der Kundin oder des Kunden gekündigt haben, ist es oft nicht möglich, diesen alten Vertrag wiederherzustellen und zu den früheren Bedingungen weiterlaufen zu lassen.“ Bei einer Kündigung eines neuen Strom- oder Gasvertrages empfiehlt die Bundesnetzagentur, den Widerruf per Einschreiben an den neuen Anbieter zu schicken. Laut der Verbraucherzentrale ist es zudem sinnvoll, auch seinen bisherigen Gas- und Stromversorger zu kontaktieren.

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Zu beachten ist bei den Versuchen der Betrüger, in Zeiten der Energiekrise den Verbrauchern neue Verträge unterzujubeln, auch, dass eine Bestätigung eines Vertragswechsels am Telefon „grünes Licht“ für einen Wechsel bedeutet. „Den neuen Vertrag kann man zwar in der Widerrufsfrist kündigen, aber nicht mehr auf die alten Konditionen seines alten Vertrages bestehen“, so die Verbraucherschützer, die Rat gibt, wenn Unklarheiten bestehen und auch hilft, wenn es nicht nur während der Gaskrise in Deutschland um neue Energie- bzw. Stromverträge geht. Zu beachten: Vorkasse vermeiden, Preisgarantie und Bonustarife prüfen.

Gasnotstand und Energiekrise: Wann fließt das Geld aus der Energiepauschale und wer bekommt es?

Technisch gesehen ändert ein Anbieterwechsel nichts an dem Strom- oder Gaszufuhr für den jeweiligen Haushalt. Der Wechsel ist generell kostenlos. Was den Betrügern, die während der Energiekrise 2022 die Angst der deutschen Bevölkerung vor dem Gasnotstand nutzen, in die Karten spielt: Es muss niemand dafür extra in die Wohnung kommen.

Droht beim Wechsel des Anbieters ein Gas- oder Stromausfall?

Nein. Ein Gas- oder Stromausfall wegen eines Anbieterwechsels ist ausgeschlossen. Der Bezug von Strom und Gas ist in Deutschland gesetzlich abgesichert. Im Zweifelsfall werden Kunden vom Grundversorger in ihrem Ort beliefert.

Dabei ist ein Wechsel des Gas- oder Stromanbieters in der Energiekrise eigentlich gar nicht zwingend nötig. Schließlich hat die Bundesregierung in Berlin um Bundeskanzler Olaf Scholz extra das Entlastungspaket 2022 auf den Weg gebracht, in welchem nicht nur das 9-Euro-Ticket integriert ist, sondern auch die Energiepauschale. Wer bekommt die Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro und wann? Auf Entlastung hoffen dürfen auch Eltern: in Form eines 100-Euro-Kinderbonus.

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