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EU-Urgestein sieht Frankreich vor Stichwahl in „politischem Bürgerkrieg“ — Macron ist „zu allem bereit“

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Von: Florian Naumann, Jennifer Battaglia, Patrick Mayer

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Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich siegt Emmanuel Macron in der ersten Runde. Herausforderin Marine Le Pen hat aber noch Chancen. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 11. April, 15.50 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Vorfeld des entscheidenden Duells mit Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl mit Bürgernähe enttäuschte Wähler für sich gewinnen. „Ich bin zu allem bereit, um zu überzeugen“, sagte Macron am Montag bei einem Besuch in der von Armut geprägten Kleinstadt Denain im Norden Frankreichs, in der viele für seine rechte Kontrahentin gestimmt hatten. „Man muss auf die Fragen abzielen, die die Leute sich stellen.“ Macron und Le Pen stehen sich am 24. April in einer Stichwahl gegenüber.

Menschen in schwierigen Situationen erreiche man nur noch mit spürbaren Verbesserungen in ihrem Alltag, sagte Macron. „Es braucht Effizienz. Die Leute glauben nicht mehr an Versprechungen.“ Bei seinen Gesprächen mit Bürgern in Denain habe er viel Unsicherheit gespürt, etwa von jungen Leuten auf Jobsuche oder von Menschen, die in ihrem Beruf wenig verdienen.

Es gehe nun darum, auch Wähler von Marine Le Pen zu gewinnen, deren Partei Rassemblement er fälschlicherweise mehrfach beim alten Namen Front National nannte. Diesen hatte Le Pen 2018 geändert und damit nach Überzeugung von Kommentatoren versucht, das alte rechtsextreme Image der Partei abzustreifen.

Macron gegen Le Pen: Asselborn sieht Frankreich in „politischem Bürgerkrieg“ - Baerbock äußert „Anliegen“

Update vom 11. April, 12.10 Uhr: Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat sich nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich äußert beunruhigt gezeigt. „Die sind in einer Art politischem Bürgerkrieg“, sagte der dienstälteste EU-Chefdiplomat am Montag am Rande eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg. Im Resultat hätten die Rechtsextremen mehr als zweimal so viele Stimmen bekommen wie in Deutschland. Das sei „sehr, sehr besorgniserregend.“

Marine Le Pen werde nun vermutlich versuchen, die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu einem Referendum gegen den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron zu machen. Das werde eine ganz schlimme Auseinandersetzung. „Ich hoffe, dass es so ausgeht, dass wir keine Le Pen in der Europäischen Union als französische Präsidentin haben“, ergänzte Asselborn. Denn die würde die bislang für ein Werte- und Friedensprojekt stehende Europäischen Union auf eine andere Schiene setzen. „Das müssen die Franzosen verhindern. Das ist das Allerwichtigste“, sagte er.

Außenminister Annalena Baerbock (Grüne) reagierte in Luxemburg ausweichend auf die Frage, ob sie besorgt über den Verlauf der Wahl in Frankreich sei. Sie sagte, als deutsche Außenministerin äußere sie sich nicht zu nationalen Angelegenheiten, „aber als Herzenseuropäerin ist es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir gerade in diesen Zeiten gemeinsam als Europäerinnen und Europäer stark zusammenstehen.“

Update vom 11. April, 11.20 Uhr: Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl ist es in Frankreich vereinzelt zu Ausschreitungen gekommen. In Lyon gingen nach Bekanntgabe erster Ergebnisse rund hundert Menschen auf die Straße, wie der Sender France 3 am späten Sonntagabend berichtete. Einige seien ins Rathaus eingedrungen, wo ein Fenster zu Bruch ging und eine Wahlurne zerstört wurde. Bilder zeigten umgeworfene Müllcontainer, in dem Bericht ist zudem die Rede von beschädigten Bushaltestellen und Schaufenstern. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Im bretonischen Rennes zogen am Sonntagabend einem Bericht von Francebleu zufolge rund 600 Menschen durch die Straßen. Die Teilnehmer der Demonstration errichteten demnach Barrikaden und zerstörten Fensterscheiben. Teilnehmer sagten dem Bericht zufolge Sätze wie: „Macron - Le Pen, nein! Ich werde in der zweiten Runde nicht wählen gehen“, und: „Das sind zwei rechtsextreme Kandidaten!“

Frankreich-Wahl: Le Pens Vater nennt Tochter Marine bereits „die zukünftige Präsidentin der Republik“

Update vom 11. April, 11.11 Uhr: Nach dem Einzug Marine Le Pens* in die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl sieht ihr Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen sie bereits als Wahlsiegerin. In der Zeitung Le Parisien vom Montag nannte der 93-Jährige seine Tochter bereits „die zukünftige Präsidentin der Republik“. Ihr Ergebnis sei bemerkenswert gewesen.

Jean-Marie Le Pen, der als Gründer der rechtsextremen Partei Front National in Frankreichs Rechter noch immer Einfluss genießt, hatte im Wahlkampf den Rechtsextremen Éric Zemmour unterstützt und sich damit gegen seine Tochter gestellt. Bereits mehrfach hatte er sie in der Vergangenheit öffentlich kritisiert. Marine Le Pen, die die Partei von ihrem Vater übernahm, bemüht sich nach ihrer Wahlniederlage gegen Macron 2017 um ein gemäßigteres Auftreten. Im Versuch, die Partei zu „entteufeln“ und damit in Wählerschichten der bürgerlichen Rechten und der Mitte wählbar zu werden, benannte sie die Partei auch in Rassemblement National um.

Sozialistin: Kandidaten des linken Lagers krachend gescheitert

Update vom 11. April, 10.52 Uhr: Die bekannte Sozialistin Ségolène Royal hat den krachend gescheiterten Kandidaten des linken Lagers eine Mitschuld am Erfolg der Rechten Marine Le Pen in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl gegeben. Mehrere Kandidaten aus dem linken Spektrum seien offenbar wegen ihres Egos trotz schlechter Umfragewerte angetreten und bei unter fünf Prozent der Stimmen gelandet, sagte Royal am Montag im Sender BFMTV.

„Wenn sie sich aus dem Rennen zurückgezogen hätten, hätten wir Jean-Luc Mélenchon im zweiten Wahlgang, und Frankreich käme in den Genuss einer echten, grundsätzlichen Debatte, einer echten Wahl zwischen Werten und Strategien.“ Die Wähler hätten eine Vereinigung der Linken erwartet. Der Linkspolitiker Mélenchon lag nach Auszählung fast aller Stimmen laut Pariser Innenministerium nur rund 1,5 Prozentpunkte hinter Marine Le Pen und verpasste damit recht knapp den Einzug in die Stichwahl.

French President Francois Hollande welcomes the king of Morocco Mohammed VI at the Elysee in Paris
Marie-Ségolène Royal. © Laurent Guerin / E Press Photo

Royal war bei der Präsidentschaftswahl 2007 als Kandidatin der Sozialisten in die Stichwahl gegen den konservativen Nicolas Sarkozy eingezogen, der dann schließlich Staatspräsident wurde. Sie ist die frühere Lebensgefährtin des Sozialisten François Hollande, der von 2012 bis 2017 im Élyséepalast regierte. Royal ist in Frankreich noch immer sehr bekannt und präsent in den Medien.

Le Figaro: „Dieses Rückspiel, das die Franzosen eigentlich nicht wollten“

Update vom 11. April, 10.29 Uhr: Und auch französische Medien kommentieren die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich, in der Amtsinhaber Emmanuel Macron* und die Rechte Marine Le Pen sich für die Stichwahl am 24. April* qualifizierten.

So schreibt Le Figaro unter anderem: „Die Überraschung liegt darin, dass es keine Überraschung gibt. Das Duell (Emmanuel) Macron gegen (Marine) Le Pen, dieses Rückspiel, das die Franzosen eigentlich gar nicht wollten, wird stattfinden. (...) Zwar kursierten in den vergangenen Tagen die verrücktesten Gerüchte, aber letztlich hat sich Macron wohl umsonst Sorgen gemacht: Auch wenn das letzte Kapitel dieser Wahl noch nicht geschrieben ist, kann der Kandidat entspannt darauf blicken. Natürlich kann die Kandidatin des Rassemblement National dieses Mal neue Wählerreserven mobilisieren; natürlich kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass die anstehende Fernsehdebatte für sie weniger vernichtend ausfällt als die letzte; es ist wahrscheinlich, dass sie am Ende besser abschneiden wird als 2017. Aber angesichts des sehr deutlichen Vorsprungs Emmanuel Macrons gegenüber seiner Rivalin deutet alles darauf hin, dass dem Präsidenten der Sieg am 24. April nicht zu nehmen ist.“

Londoner Times: Macron „nicht radikaler Erneuerer“

Update vom 11. April, 10.13 Uhr: Zur Präsidentschaftswahl in Frankreich meint die Londoner Times

„Zum zweiten Mal wird Emmanuel Macron in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen mit Marine Le Pen konfrontiert. Bei dieser Kandidatenliste enden jedoch die Ähnlichkeiten mit der Wahl von 2017. Diesmal kommt Macron nicht als radikaler Erneuerer einer aufstrebenden Partei daher, der von begeisterten Massen von Anhängern auf lebhaften Kundgebungen begrüßt wird, sondern als müder Amtsinhaber, der meist nicht am Wahlkampf teilnimmt und nach einer anstrengenden ersten Amtszeit offensichtlich erschöpft ist.

Seine Gegnerin ist geschickter denn je. Sie hat ihre schrille Anti-Immigranten-Rhetorik aufgegeben und sich als Retterin der Arbeiter an der Tanksäule präsentiert. (...) Am meisten besorgniserregend ist ihr mangelndes Engagement für die regelbasierte Ordnung und das westliche Bündnis. Es ist noch nicht lange her, dass sie Fotos von einem Treffen mit Präsident Putin in ihrer Wahlkampfbroschüre präsentierte. Sie hat seine illegale Annexion der Krim offen verteidigt. Zweifellos wäre ein Sieg von Le Pen eine gute Nachricht für Moskau. In den Umfragen liegt Macron immer noch um Haaresbreite vorn, aber zwei Wochen sind in der Politik eine lange Zeit.“

Update vom 11. April, 6.31 Uhr: Frankreich steht nach dem Erfolg des Liberalen Emmanuel Macron und der Rechten Marine Le Pen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vor einer Richtungsentscheidung. Der 44 Jahre alte Amtsinhaber Macron und seine 53-Jährige Herausforderin Le Pen qualifizierten sich am Sonntag für die Stichwahl am 24. April*. Für Macron und Le Pen geht es in den kommenden beiden Wochen darum, Wähler außerhalb ihres Lagers zu mobilisieren.

Ergebnis nach 99% der ausgezählten StimmenProzent der Stimmen:
Emmanuel Macron (Präsident, liberal)27,6 % (bei Stichwahl dabei)
Marine Le Pen (rechtspopulistisch)23,4 % (bei Stichwahl dabei)
Jean-Luc Mélenchon (linkspopulistisch)22,0 %
Éric Zemmour (rechtsextrem)7,1 %
Valérie Pécresse (konservativ)4,8 %
Yannick Jadot (grün)4,6 %

Hinweis: In der Tabelle werden die ersten sechs von insgesamt zwölf Kandidaten aufgelistet. Alle anderen Kandidaten haben 3,2 Prozent der Stimmen und weniger.

Für den Amtsinhaber könnte das deutlich schwieriger werden als noch 2017, auch wenn ihm zahlreiche gescheiterte Kandidaten am Sonntagabend ihre Unterstützung aussprachen. Vielen Franzosen gilt Macron nach fünf Jahren an der Macht als abgehoben. Manchem eher links eingestellten Wähler dürfte es schwerfallen, für ihn zu stimmen, etwa weil Macron den Kündigungsschutz gelockert und die Vermögenssteuer abgeschafft hat. Am Sonntagabend warnte der Amtsinhaber vor zu viel Siegesgewissheit.

Le Pen wiederum, die seit Jahren um ein gemäßigtes Image kämpft, gilt mittlerweile in Teilen des bürgerlichen rechten Lagers als wählbar. Sie könnte in der zweiten Runde Anhänger der ausgeschiedenen Konservativen Valérie Pécresse für sich gewinnen. Der extrem rechte Publizist Zemmour rief seine Anhänger auf, für Le Pen zu stimmen. Aus dem Mitte-Links-Lager kann sie kaum auf Stimmen hoffen. Ihr würde es aber helfen, wenn frustrierte Linke der Wahl einfach fernblieben und so Le Pens Stimmanteil in die Höhe trieben.

Hochrechnung zur Frankreich-Wahl da - doch Macron hält „nichts für entschieden“

Update vom 10. April, 22.45 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat nach seinem Einzug in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl vor vorschneller Siegesgewissheit gewarnt. „Vertun wir uns nicht, nichts ist entschieden“, sagte Macron am Sonntagabend in Paris. Mit Blick auf seine rechte Herausforderin Marine Le Pen warb Macron für ein unabhängiges und starkes Frankreich, verankert in einem starken Europa, statt eines fremdenfeindlichen Frankreichs, das sich von der internationalen Bühne verabschiede. Es gehe ihm um ein Frankreich, das Fortschritt für alle biete, die Vollbeschäftigung anstrebe und in der Lage sei, Sozialleistungen und einen Wohlfahrtsstaat zu finanzieren.

Update vom 10. April, 22.10 Uhr: Emmanuel Macron hat die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl gewonnen - doch Marine Le Pen fährt ein Rekordergebnis* ein. Was das für die Stichwahl bedeutet.

Frankreich-Wahl 2022: Macron liegt in Umfrage zur Stichwahl vorne

Update vom 10. April, 21.55 Uhr: Präsident Emmanuel Macron könnte einer ersten Umfrage zufolge die zweite entscheidende Runde der französischen Präsidentschaftswahl mit zwei Punkten Vorsprung gewinnen. In einer am Sonntagabend veröffentlichten Umfrage des Instituts Ifop-Fiducial kommt Macron auf 51 Prozent der Stimmen, während die Rechtspopulistin Marine Le Pen 49 Prozent auf sich vereint. Bei der Stichwahl vor fünf Jahren hatte Macron haushoch mit 66 zu 34 Prozent gewonnen.

Le Pen hatte unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen am Sonntagabend zu einem breiten Wahlbündnis aufgerufen. Sie appellierte an alle, die nicht für Macron gestimmt hatten, sich ihr anzuschließen .Mehrere linke Kandidaten riefen unterdessen zur Wahl Macrons auf, „um dem Rechtsextremismus Einhalt zu gebieten“. Auch der drittplatzierte Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon rief zur Wahl Macrons auf. Umfragen zufolge könnte ein Teil seiner Wähler in der Stichwahl allerdings auch für Le Pen stimmen.

Französischer Präsident: Emmanuel Macron (Mi.).
Französischer Präsident: Emmanuel Macron (Mi.). © IMAGO / Xinhua

Frankreich-Wahl 2022: Grünen-Kandidat ruft zur Wahl Macrons auf

Update vom 10. April, 21.45 Uhr: Der grüne Kandidat bei der französischen Präsidentschaftswahl, Yannick Jadot, hat nach seinem Ausscheiden zur Unterstützung von Emmanuel Macron bei der Stichwahl in zwei Wochen aufgerufen. Damit solle die Rechte Marine Le Pen verhindert werden, sagte Jadot an diesem Sonntagabend. „Niemand sollte die fundamentale Bedrohung, die die extreme Rechte für die Demokratie, den zivile Frieden, die Ökologuie und die Werte der Republik darstellt, herunterspielen.“

Jadot mahnte zugleich Macron: „Unsere Stimme gilt nicht als Rückhalt für seine Verantwortung für die Zerrüttung des Landes durch klimapolitische Untätigkeit, soziales Versagen, Konformismus und demokratische Missachtung. “Der 54-Jährige, der mit etwa 4.5 Prozent der Stimmen schlechter als erwartet abschnitt, nahm zudem Kurs auf die im Juni anstehenden Parlamentswahlen, die für die präsidiale Macht von Entscheidung sind. „Die Ökologie wird bei der Stichwahl abwesend sein. In der fünfjährigen Amtszeit darf sie das nicht sein.“ Man werde nicht aufgeben, man werde handeln. „Die Ökologie, das ist die Republik.“

Frankreich-Wahl 2022: Le Pen ruft zu breitem Wahlbündnis für zweite Runde auf

Update vom 10. April, 21.10 Uhr: Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat mit Blick auf die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahl zu einem breiten Wahlbündnis aufgerufen. „Ich rufe alle, die nicht für (Präsident Emmanuel) Macron gewählt haben, dazu auf, sich uns anzuschließen“, sagte sie am Sonntagabend in einer Ansprache an ihre Anhänger eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale. Nach den Hochrechnungen kommt sie auf 23,5 bis 24,7 Prozent der Stimmen, Macron auf zwischen 27 und 29,7 Prozent.

„Wir haben gewonnen, wir haben gewonnen“, skandierten ihre Anhänger. Le Pen sprach von einem „großen, vereinenden Projekt“. Sie stehe für „Wirtschaftspatriotismus“ und die „Wiederherstellung der staatlichen Autorität“, und sie wolle Frankreich „in Ordnung bringen“. Le Pen liegt drei bis fünf Punkte hinter Macron, so wie es sich in den Umfragen vor der ersten Wahlrunde abgezeichnet hatte. Es ist das zweite Mal, dass Le Pen und Macron gegeneinander in der Stichwahl antreten. Vor fünf Jahren hatte Macron dann mit 66 Prozent haushoch gewonnen. Dieses Mal gehen die Meinungsforscher von einem deutlich knapperen Ergebnis auf.

Le Pen kann auf einen Großteil der Wähler des rechtsextremen Eric Zemmour zählen. Der provokante Überraschungskandidat, der sie zeitweise in den Umfragen überholt hatte, hat es am Ende laut Hochrechnungen nur auf etwa acht Prozent gebracht. Seine Wähler werden zum großen Teil für Le Pen stimmen. Mehrere linke Kandidaten riefen umgehend dazu auf, „den Rechtsextremismus zu stoppen“ und für Macron zu stimmen.

Frankreich-Wahl 2022: Le Pen kann wohl mit Stimmen von Zemmour rechnen

Update vom 10. April, 20.40 Uhr: Zwar liegt Emmanuel Macron laut den ersten Hochrechnungen deutlich vor Marine Le Pen. Das heißt aber nicht, dass der Amtsinhaber als klarer Favorit in die Stichwahl am 24. April geht. Denn: Der rechtsextreme Kandidat Éric Zemmour holte zum Beispiel 7,2 % der Stimmen. Die Stimmen, die auf ihn entfielen, werden im zweiten Durchgang bei Le Pen erwartet, nicht bei Macron. Dasselbe gilt für die 2,3 % der Stimmen, die der national-konservative Nicolas Dupont-Aignan bekam. Es bleibt spannend.

Update vom 10. April, 20.30 Uhr: Die einstigen Volksparteien in Frankreich, die Sozialisten und die Konservativen, haben bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl historische Niederlagen erlitten. Nach den Hochrechnungen der Sender France 2 und TF1 vom Sonntagabend kam die bürgerlich-konservative Partei Les Républicains mit Spitzenkandidatin Valérie Pécresse auf nur 4,6 bis 5 Prozent der Stimmen. Die Sozialisten, die von 2012 bis 2017 mit François Hollande noch den Präsidenten stellten, stürzten demnach auf 1,9 bis 2,1 Prozent ab.

Frankreich-Wahl 2022: Macron und Le Pen ziehen in die Stichwahl ein

Update vom 10. April, 20.15 Uhr: Bei der französischen Präsidentschaftswahl liegen der amtierende Staatschef Emmanuel Macron und die Rechte Marine Le Pen im ersten Durchgang laut Hochrechnungen vorne. Wie die Sender France 2 und TF1 am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale berichteten, ziehen der Liberale und seine Konkurrentin vom Rassemblement National in die Stichwahl am 24. April. Macron lag laut TF1 mit 28,6 Prozent deutlich vor Le Pen mit 24,4 Prozent. Die Hochrechnung von France 2 sah Macron bei 28,1 Prozent vor Le Pen mit 23,3 Prozent.

Macron und Le Pen treten nun am 24. April gegeneinander an - eine Wiederauflage des Stichwahl-Duells von 2017, in dem Le Pen Macron letztlich klar unterlag. Umfragen sagten für dieses Mal aber einen deutlich knapperen Ausgang vorher. Immer wieder gewann in der Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl auch der Kandidat, der in der ersten Runde auf Platz zwei gelandet war.

Frankreich-Wahl 2022: Macron liegt in erster Hochrechnung deutlich vor Le Pen

Update vom 10. April, 20 Uhr: Die ersten Hochrechnungen zur Frankreich-Wahl sind da: Emmanuel Macron kommt auf 28,1 % der Stimmen, die Rechtspopulistin Marine Le Pen holt 23,3 % der Stimmen.

Amtsinhaber Macron und Le Pen ziehen bei der Präsidentschaftswahl damit in die zweite Runde ein. Macron kommt nach ersten Angaben der Wahlforschungsinstitute vom Sonntagabend auf 27 bis 29,7 Prozent der Stimmen. Damit liegt er in der ersten Runde vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die demnach auf 23,5 bis 24,7 kommt.

Die weiteren Stimmen verteilen sich nach der ersten Hochrechnung wie folgt: Melenchon 20,1 %, Zemmour 7,2 %, Pecresse 5,0 %, Janot 4,4 %, Lassalle 3,3 %, Roussel 2,7 %, Dupont-Aignan 2,3 %, Hidalgo 2,1 %, Arthaud 0,8 %, Toutou 0,7 %

Frankreich-Wahl 2022: Le Pen holte in den Umfragen gegenüber Macron deutlich auf

Update vom 10. April, 19.05 Uhr: Die Wahlbeteiligung wird, wie erwartet, gering ausfallen. Bis zum Nachmittag war diese um vier Prozentpunkte geringer als bei der vorherigen Wahl. Wie das ZDF berichtet, sei die Wahlbeteiligung in der Hauptstadt Paris mit ihren rund 2,1 Millionen Einwohnern (Kernstadt) unterdurchschnittlich ausgefallen. Bis um 17 Uhr hatten 65 % der Wahlberechtigten ihre Stimmen in den Wahllokalen abgegeben.

Update vom 10. April, 18.50 Uhr: Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat in den vergangenen Wochen sehr zum liberalen Amtsinhaber Emmanuel Macron aufgeholt. Das zeigen die Umfragen des Instituts „Ipsos“. So hatte Macron noch am 17. März einen satten Vorsprung mit 31 % der erwarteten Wählerstimmen. Le Pen kam damals auf 15 %. Unmittelbar vor der Frankreich-Wahl lag die 53-jährige Juristin bei 23 %, knapp hinter Macron (26 %).

Umfrage zur Frankreich-WahlEmmanuel Macron (liberal)Marine Le Pen (rechtspopulistisch)
17. März:31 %15 %
8. April26 %23 %

Quelle: Ipsos

Frankreich-Wahl 2022: Bis 17 Uhr haben 65 % der Wahlberechtigten gewählt

Update vom 10. April, 17.55 Uhr: In Frankreich haben bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag bis 17 Uhr knapp zwei Drittel der registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Mit 65,0 Prozent fiel die Wahlbeteiligung damit zunächst etwas niedriger aus als mit 69,42 zum gleichen Zeitpunkt des ersten Wahlgangs 2017, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. 2007 hatten bis 17 Uhr sogar knapp drei Viertel der registrierten Wählerinnen und Wähler abgestimmt (73,63 Prozent). Bei der historisch niedrigen Wahlbeteiligung im Jahr 2002 lag der Wert am Nachmittag indes nur bei 58,45 Prozent.

Etwa 48,7 Millionen Menschen haben sich für die Teilnahme an der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr registriert. Insgesamt treten zwölf Kandidatinnen und Kandidaten an. Die Wahllokale sind in Frankreich bis 19 Uhr geöffnet, mancherorts auch bis 20 Uhr. Befürchtet wurde eine niedrige Wahlbeteiligung. Umfragen gingen zuletzt davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Wahl fernbleiben könnten. Drei von zehn Franzosen wussten kurz vor der Wahl noch nicht, für wen sie stimmen werden. Auch die Bindung an eine Partei hat nachgelassen, es gibt weniger Stammwähler als früher.

Rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin: Marine Le Pen.
Rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin: Marine Le Pen. © IMAGO / PanoramiC

Update vom 10. April, 17.15 Uhr: Wer wird Präsidentin oder Präsident Frankreichs? Laut einer jüngsten Umfrage des Instituts „Ipsos“ kam der liberale Amtsinhaber Emmanuel Macron auf 26 % der Stimmen, 23 % entfielen auf die Reechstpopulistin Marine Le Pen.  Der linkspopulistische Jean-Luc Mélenchon schaffte es immerhin noch auf 16 %.

Frankreich-Wahl 2022: Zwölf Kandidaten treten beim ersten Wahlgang an

Update vom 10. April, 16.45 Uhr: Bei der Präsidentschaftswahl 2022 treten in Frankreich zwölf Kandidaten an, von linkspopulistisch, über liberal bis rechtsextrem. Wirkliche Chancen werden nach den Umfragen aber nur dem liberalen Amtsinhaber Emmanuel Macron und der rechtspopulistischen Marine Le Pen zugerechnet.

Frankreich-Wahl 2022: Stichwahl am 24. April - wer kommt weiter?

Update vom 10. April, 16.25 Uhr: Nach der Wahl ist in Frankreich vor der Wahl: Sobald am Sonntagabend die beiden Präsidentschaftskandidaten feststehen, die in die Stichwahl am 24. April kommen, geht der Wahlkampf in die zweite Runde. Was passiert bis zur Stichwahl?

Die beiden Favoriten Präsident Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen kennen die Situation: Sie haben sich bereits 2017 in der Stichwahl gegenüber gestanden. Mit Spannung wird erwartet, welche Wahlempfehlungen die unterlegenen Kandidaten nach dem ersten Wahlgang aussprechen.

Traditionell gibt es ein Fernsehduell der beiden Kandidaten, voraussichtlich am Mittwoch, dem 20. April. Le Pen will noch vor der Stichwahl zudem einen Wahlkampfauftritt in Avignon abhalten - dies hat sie siegessicher schon vor der ersten Wahlrunde angekündigt. Gewählt wird dann am Sonntag, dem 24. April, der in den Frühlingsferien liegt.

Frankreich-Wahl 2022: Proteste auf Korsika - Banner an Wahlbüro

Update vom 10. April, 15.45 Uhr: Korsische Aktivisten haben in der Inselstadt Bastia ein anti-französisches Banner vor dem zentralen Wahlbüro für die französische Präsidentschaftswahl angebracht. Wie der Regionalsender France 3 Corse am Sonntag berichtete, war auf dem Protestband „Französischer Staat Mörder“ zu lesen. Daneben war demnach ein Foto des vor kurzem getöteten korsischen Nationalisten Yvan Colonna abgebildet.

Der 61-jährige Colonna war Anfang März von einem Mitgefangenen im südfranzösischen Arles angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Er lag danach im Koma und starb wenige Wochen später. Wegen des Mordes am Präfekten von Korsika 1998 saß Colonna eine lebenslange Haftstrafe ab. Der Angriff auf Colonna hatte auf Korsika zu zahlreichen Protesten geführt, die teils brutal ausarteten.

Offenbar geringe Wahlbeteiligung: die Präsidentschaftswahl 2022 in Frankreich. (Symbolfoto)
Offenbar geringe Wahlbeteiligung: die Präsidentschaftswahl 2022 in Frankreich. (Symbolfoto) © IMAGO / NurPhoto

Frankreich-Wahl 2022: Geringe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Update vom 10. April, 13.51 Uhr: Bis 12 Uhr am Sonntagmittag hatten 25,48 Prozent der eingeschriebenen 48,7 Millionen Wählerinnen und Wähler bei der Frankreich-Wahl 2022 abgestimmt. Die Wahlbeteiligung wurde im Vorfeld eher als gering erwartet. Sie lag tatsächlich leicht unter dem Vergleichswert von 28,54 Prozent am Mittag des Wahlsonntags im Jahr 2017 - allerdings auch über dem Tiefststand von 21,39 Prozent bei der bisher schlechtesten Wahlbeteiligung im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2002. Macron, Le Pen und die anderen zehn Kandidatinnen und Kandidaten gaben bis mittags ihre Stimme ab.

Aufgrund der Zeitverschiebung wurde in einigen französischen Überseegebieten, etwa in der Karibik, bereits am Samstag abgestimmt. Im Rest von Frankreich schließen die Wahllokale spätestens am Sonntag um 20 Uhr. Dann werden auch erste Hochrechnungen erwartet.

Frankreich-Wahl 2022: Präsidentschaftskandidaten Le Pen und Macron an den Wahlurnen

Update vom 10. April, 12.37 Uhr: Zahlreiche der insgesamt zwölf Kandidaten der Präsidentschaftswahl in Frankreich gaben bereits ihre Stimme ab. Als erste wurde die sozialistische Kandidatin Anne Hidalgo gegen 9 Uhr morgens in Paris an der Wahlurne gesehen. Der rechtspopulistische Kandidat Eric Zemmour von der Partei Reconquête wählte in seiner Heimatstadt Paris. Der kommunistische Fabien Roussel warf seinen Wahlzettel im Norden des Landes ein. Jean-Luc Mélenchon von La France insoumise gab in Marseille seine Stimme ab.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen gilt neben dem Amtsinhaber Emmanuel Macron als Favoritin für das Präsidentenamt. Sie gab am Sonntag im nordfranzösischen Henin-Beaumont ihre Stimme ab. Der Amtsinhaber Emmanuel Macron wählte zusammen mit seiner Frau Brigitte im Wahllokal in Le Touquet im Norden des Landes.

Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft am Sonntag (10. April) mit seiner Frau Brigitte Macron bei einem Wahllokal im nordfranzösischen Le Touquet ein.
Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft am Sonntag (10. April) mit seiner Frau Brigitte Macron bei einem Wahllokal im nordfranzösischen Le Touquet ein. © Ludovic MARIN / AFP

Frankreich-Wahl 2022: Wahllokale geöffnet - die erste Runde der Präsidentschaftswahl beginnt

Update vom 10. April, 8.53 Uhr: In Frankreich hat am Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahl 2022 begonnen. Um 8 Uhr öffneten die Wahllokale. Rund 48,7 Millionen Wähler hatten sich für die Stimmabgabe eingeschrieben. Der derzeitige Staatschef Emmanuel Macron hofft auf eine zweite Amtszeit. Als seine größte Konkurrentin gilt die Rechte Marine Le Pen. Hoffnung auf einen Einzug in die Stichwahl am 24. April macht sich auch der Linke Jean-Luc Mélenchon. Insgesamt treten zwölf Kandidatinnen und Kandidaten an.

Die Wahllokale sind in Frankreich bis 19.00 Uhr und mancherorts bis 20.00 Uhr geöffnet. Wegen der Zeitverschiebung wurde in einigen französischen Überseegebieten, etwa in der Karibik, bereits am Samstag abgestimmt.

Befürchtet wird eine niedrige Wahlbeteiligung bei den Wahlen in Frankreich. Umfragen gingen zuletzt davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Wahl fernbleiben könnten. Drei von zehn Franzosen wussten kurz vor der Wahl noch nicht, für wen sie stimmen werden. Auch die Bindung an eine Partei hat nachgelassen, es gibt weniger Stammwähler als früher.

Frankreich-Wahl 2022: Kaufkraft als wichtigstes Thema im Wahlkampf

Der französische Wahlkampf kam nur schleppend in Gang und wurde vom Krieg in der Ukraine* überschattet. Kaum Themen verfingen, viele Bewerberinnen und Bewerber wurden als schwach wahrgenommen. Mit dem Ukraine-Konflikt und seinen wirtschaftlichen Folgen rückte die Kaufkraft als wichtigstes Thema in den Fokus.

Emmanuel Macrons diplomatisches Bemühen im Ukraine-Konflikt gab ihm in den Umfragen Auftrieb. Seine Prozente bröckelten aber mit Dauer des Kriegs und dem Spürbarwerden der wirtschaftlichen Folgen. Seine größten Stärken dürften derzeit die Schwächen seiner meisten Gegner und das Versprechen von Stabilität sein. Dabei hat er auch klare Erfolge am Arbeitsmarkt sowie ein robustes Durchstarten der französischen Wirtschaft nach der Corona-Krise vorzuweisen.

Unterdessen war die 53-jährige Langzeitpolitikerin Le Pen vom Rassemblement National schon lange vor der Wahl um ein gemäßigteres Auftreten bemüht und trieb so die „Entteufelung“ der von ihrem Vater gegründeten und lange als rechtsextrem verorteten Partei voran. Ihr Ziel dabei war, auch für Schichten in der Mitte wählbar zu werden. Dabei spielte ihr der extrem rechte Politikneuling Éric Zemmour in die Karten, der sie zunächst in Umfragen überrundete. Während Zemmour mit zunehmend radikalem Gebaren verstörte, wurde Le Pen gleichsam zur wählbaren Alternative des Extremisten. Und während dieser weiter über Migration redete, schwenkte Le Pen in der Krise instinktiv auf das drängende Thema Kaufkraft um - ein Volltreffer.

Letzte Umfragen der Frankreich-Wahl 2022: Amtsinhaber Emmanuel Macron und Rechtspopulistin Marine Le Pen vorne

Erstmeldung vom 9. April 2022: Paris – Es herrscht bereits politische Funkstille in Frankreich. Schon einen Tag vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag (10. April) waren Wahlkampfauftritte, Interviews und Umfragen untersagt. Nach den letzten Umfragen liegen Amtsinhaber Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen vorn. Meinungsforscher rechnen damit, dass das Ergebnis erheblich knapper ausfällt als bei der vorigen Wahl, in der die beiden ebenfalls in die Stichwahl gekommen waren. Diese soll dieses Jahr am 24. April stattfinden.

Frankreich-Wahl am 10. April 2022: Ungewöhnlicher Wahlkampf beendet

Die acht Kandidaten und vier Kandidatinnen haben einen ungewöhnlichen Wahlkampf hinter sich, der zunächst von der Corona-Pandemie und dann vom Ukraine-Krieg überschattet war. Macron, der in seiner Amtszeit auch mit markigen Sprüchen auffiel*, hatte seine Kandidatur erst sehr spät bekannt gegeben und nur einen einzigen großen Wahlkampftauftritt* absolviert. Er lehnte es zudem ab, sich den anderen Kandidaten in einer Debatte zu stellen.

Le Pen hatte sich im Vergleich zu 2017 gemäßigter gezeigt, obwohl sie in ihrem Programm dieselben Positionen vertritt. Die Rechtspopulistin hatte unerwartet Konkurrenz durch den rechtsextremen Publizisten Eric Zemmour bekommen, der ihr Stimmen abgezogen hat. Diese könnten ihr in der Stichwahl aber wieder zufallen. Le Pen gab sich im Wahlkampf siegessicher.

Die beiden Kandidatinnen der ehemaligen rechten und linken Volksparteien, Valérie Pécresse und Anne Hidalgo, könnten jeweils das schlechteste Ergebnis in der Parteigeschichte einfahren. Ungewöhnlich hoch ist nach Einschätzung der Meinungsforscher der Anteil der bis zur letzten Minute unentschlossenen Wähler.

Frankreich-Wahl 2022: Nicht nur Marine Le Pen fordert Amtsinhaber Emmanuel Macron heraus.
Frankreich-Wahl 2022: Nicht nur Marine Le Pen fordert Amtsinhaber Emmanuel Macron heraus. © Daniel Karmann/dpa

Frankreich-Wahl 2022: Politische Funkstille bis Sonntag, 20 Uhr

Acht Meinungsforschungsinstitute haben sich verpflichtet, am Sonntag keine Nachwahlbefragungen zu machen. Die politische Funkstille ist bis zur Schließung der letzten Wahllokale um 20 Uhr vorgeschrieben. Die Wahllokale öffnen am Sonntag um 8 Uhr und schließen in weiten Landesteilen um 19 Uhr – doch in mehreren Großstädten kann bis 20 Uhr gewählt werden. Wegen der Zeitverschiebung begann die Wahl in einigen Überseegebieten bereits am Samstag.

Frankreich-Wahl 2022: Auch Deutschland blickt mit Spannung ins Nachbarland

Der französische Präsident hat weitreichende Machtbefugnisse und amtiert für fünf Jahre. Er ist mächtiger als der von ihm bestimmte Premierminister und beeinflusst die Geschicke des Landes maßgeblich. Damit gibt es bei der Frankreich-Wahl einige Unterschiede zu Wahlen in Deutschland. Aber auch für Berlin und Europa ist der Wahlausgang von erheblichem Interesse: Der liberale Macron wird als weitaus einfacherer und verlässlicherer Partner gesehen als Le Pen oder Mélenchon, mit denen eine enge Zusammenarbeit wegen ihrer teils radikalen Positionen nur schwer vorstellbar ist. Mehr zu den Ergebnissen und Hochrechnungen lesen Sie hier*. (AFP/dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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