Militäraktion

Nordkorea: Explosion an der Grenze zum Süden - Verbindungsbüro gesprengt

Nachdem Nordkorea mit Militäraktionen droht, sprengen sie nun das Verbindungsbüro an der Grenze zu Südkorea. Auslöser seien südkoreanische Aktivisten.

  • Das Verbindungsbüro an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea sollte die Beziehung der Staaten verbessern
  • Nun hat Nordkorea das Büro durch eine Explosion zerstört
  • Hintergrund des Konflikts ist eine Flugblattaktion südkoreanischer Aktivisten

Seoul - Erst vor zwei Jahren öffneten Süd- und Nordkorea das Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong. Als aktiver Kommunikationskanal sollte es dazu dienen, das Verhältnis der beiden Staaten zu verbessern und militärische Spannungen langfristig abzubauen. Doch jetzt hat Nordkorea das Verbindungsbüro zerstört.

Vor Explosion drohte Nordkorea mit Militäraktionen gegen Südkorea

Wie eine südkoreanische Nachrichtenagentur berichtete, stieg am Dienstag (16.06.2020) über dem Industriepark, in dem sich das Büro befindet, nach einer Explosion Rauch auf. Das Vereinigungsministerium Seoul erklärte anschließend, dass Nordkorea das gemeinsame Verbindungsbüro „in die Luft gesprengt“ hat.

Grenzabschnitt zwischen Nord- und Südkorea, an dem die Explosion stattgefunden haben soll

Einige Tage zuvor drohte Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un und Direktorin des Ministeriums für Propaganda, bereits damit, militärische Schritte gegen Südkorea einzuleiten. Sie erwähnte dabei auch explizit das Verbindungsbüro: „In Kürze wird eine tragische Szene des komplett eingestürzten, nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein“, erklärte sie am Samstag (13.06.2020).

Nordkorea: Militär will in entmilitarisierte Gebiete einziehen

Auch das nordkoreanische Militär kündigte an, dass die Armee bereits einen „Aktionsplan“ geprüft hat, um Südkorea anzugreifen. Demnach will die Armee wieder in entmilitarisierte Gebiete einziehen - welche das genau sein werden, ist noch nicht bekannt. Südkoreanischen Medienberichten zufolge könnten sie möglicherweise wieder Posten an der gemeinsamen Grenze einrichten.

Hintergrund des Konflikts zwischen Nord- und Südkorea ist eine Flugblattaktion

Bereits letztes Jahr kamen die Beziehungen zwischen Süd- und Nordkorea zum Erliegen, nachdem der Gipfel Nordkoreas mit den USA scheiterte. Die Spannungen zwischen den beiden Staaten nahmen vor allem aber nach einer Aktion von südkoreanischen Aktivisten zu: Diese schickten eine halbe Millionen Flugblätter mit Ballons über die Grenze, auf denen Kim Jong Un als Menschenrechtsverletzer bezeichnet und für seine Atompolitik kritisiert wird. Da die Regierung in Seoul die Aktivisten an ihrer Aktion nicht hinderte, übt Nordkorea jetzt selbst Vergeltung. Neben der Zerstörung des Verbindungsbüros will die Armee nun ebenfalls eine Flugblattaktion gegen Südkorea starten.

Von Teresa Toth

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