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Ex-Bundespräsident: „Auch einmal frieren für die Freiheit“

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Joachim Gauck
Joachim Gauck kann sich einen Stopp russischer Energie-Importe durchaus vorstellen. © Axel Heimken/dpa

Joachim Gauck macht sich für einen Stopp russischer Energie-Importe stark. Deutschland könne eine „generelle Delle im Wohlstandsleben“ ertragen. Kritik am Aufruf zum Energiesparen kommt von der Linken.

Berlin - Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hält einen Stopp russischer Energie-Importe angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine für sinnvoll.

„Also, ich kann mir das sehr gut vorstellen“, sagte Gauck in der Nacht zum Donnerstag in der ARD-Talkshow „Maischberger“. Dies sei „eine ernsthaft zu überlegende Variante“, die ihm mehr liege als der Ist-Zustand.

Die Verluste an Wohlstand seien zu ertragen, sagte Gauck. „Wir können auch einmal frieren für die Freiheit. Und wir können auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben.“ Zugleich sei Deutschland ein sozialer Rechtsstaat, der für die am stärksten betroffenen Menschen sorge.

Gauck spricht Menschen im Land Mut zu

„Eine generelle Delle in unserem Wohlstandsleben ist etwas, was Menschen ertragen können. Wir haben andere Probleme ertragen, und wir haben sie bewältigt.“ Der Ex-Bundespräsident sprach den Menschen im Land Mut zu: „Wir verfügen über mehr Kräfte, als wir heute, wenn wir sie noch nicht brauchen, denken.“

Gauck zeigte sich erfreut über die große Hilfsbereitschaft für Ukraine-Flüchtlinge und empfahl, sich um andere zu kümmern. „Das Leben wird dann schön, obwohl es schwieriger wird.“

Linke: Aufruf zum Energiesparen „zynisch“

Unterdessen wehrt sich Linke-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali gegen den Aufruf zum Energiesparen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Das finde ich wirklich zynisch“, sagte Mohamed Ali im ZDF-„Morgenmagazin“.

Von der Leyen hatte gesagt, auch Energiesparen könne dazu beitragen, Europa schneller von Gas, Öl und Kohle aus Russland unabhängig zu machen. Hinzu kämen Energiesparprogramme für die Wirtschaft, neue Lieferwege und der Ausbau erneuerbarer Energien.

Mohamed Ali hielt dem entgegen: „Wir sind mittlerweile in einer Situation, in der es für viele Menschen wirklich real schwierig wird, ihren normalen Alltag zu bewältigen, der Weg zur Arbeit wird für viele unbezahlbar. (...) Viele Menschen haben keine Alternative, die brauchen das Auto, um zur Arbeit zu fahren.“

Die Linke-Fraktionschefin wandte sich zugleich gegen weitere Waffenlieferungen aus Deutschland an die Ukraine. Solche Lieferungen drohten, die Lage weiter zu eskalieren. Auch Wirtschaftssanktionen, „die die russische Bevölkerung treffen“, kritisiert die Politikerin. Richtig seien Sanktionen, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin und sein System träfen. dpa

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