Deutscher Schuldenberg wächst

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Euroscheine: Auch im ersten Halbjahr 2010 haben Bund, Länder und Kommunen mehr Kredite aufgenommen als sie abbezahlt haben.

Wiesbaden - Der Schuldenberg der öffentlichen Haushalte wächst unaufhörlich. Auch im ersten Halbjahr 2010 haben Bund, Länder und Kommunen mehr Kredite aufgenommen als sie abbezahlt haben.

Die Gesamtsumme wuchs innerhalb der ersten sechs Monate um 29,6 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent auf 1,721 Billionen Euro, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden.

Die Verbindlichkeiten der Kommunen legten dabei mit 3,3 Prozent deutlich schneller zu als die von Bund und Ländern, die aber auf ungleich größeren Schulden sitzen. Deutlich häufiger griffen die Gemeinden und ihre Verbände zu kurzfristigen Kassenkrediten, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Der Anteil dieser kurzfristigen Kredite erhöhte sich auf über ein Drittel.

Beim Bund gab es eine Zunahme um 1,5 Prozent auf 1,07 Billionen Euro. Die Schulden der Länder wuchsen um 1,9 Prozent auf 537 Milliarden Euro. Alle Schulden zusammen ergeben eine Pro- Kopfverschuldung von 21 025 Euro. Das entspricht dem Preis eines Mittelklasseautos.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Die Steigerung von 1,7 Prozent bewegt sich im Rahmen des Üblichen: Im Gesamtjahr 2009 waren die Schulden nicht zuletzt wegen der Finanzmarktstabilisierung um überdurchschnittlich hohe 7,4 Prozent gewachsen. Einen Rückgang der Gesamtverschuldung hat es seit Einführung der Statistik im Jahr 1951 nicht gegeben.

Der Bund kündigte für das vierte Quartal an, weniger Kredite aufnehmen zu wollen als geplant. Gründe dafür seien die günstigere Entwicklung des Bundeshaushalts und die aktuelle Lage an den Finanzmärkten, teilte die Finanzagentur des Bundes in Frankfurt mit. In den letzten drei Monaten will der Bund nun 60 Milliarden Euro aufnehmen, statt der geplanten 86 Milliarden. Bereits im dritten Quartal lag die Kreditaufnahme unter dem Planansatz.

dpa

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