Virologe Drosten im NDR-Podcast

Experte mahnt: Test-Ausweit hat Grenzen - Fokussierung sei sinnvoller

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Coronavirus - Experte Christian Drosten gibt eine Empfehlung ab. 

Antikörpertests sind nicht immer richtig und eine Ausdehnung von Tests kann an seine Grenzen stoßen: Der Virologe Christian Drosten gibt im NDR-Podcast Auskunft. 

  • Wissenschaftler* planen ausführliche Antikörpertests
  • Ihre Ergebnisse sind jedoch nicht immer richtig
  • Virologe Christian Drosten gibt Antworten zur tagesaktuellen Situation

München - Die Forschung rund um das Coronavirus* hat derzeit viel zu tun: Unter Hochdruck wird an einem Impfstoff* gearbeitet. Auch der Einsatz von Antikörpertests soll in breitem Umfang eingeführt werden. Der Virologe Christian Drosten klärt in einem täglichen NDR-Podcast über den Einsatz solcher Tests auf. 

Doch zunächst geht er auf die Frage nach den bisherigen und aktuellen Corona-Tests ein. „Wie belastbar sind diese?“, fragt Redakteurin Korinna Hennig. Schließlich liefern Robert-Koch-Institut und John-Hopkins-Universität täglich aktuelle Zahlen - doch diese weichen voneinander ab*. Das liegt an den verwendeten Quellen, sagt Drosten. Grundsätzlich könne man beruhigt auf die Zahlen des RKI zurückgreifen, um die Pandemie einzuschätzen. Kritik an dem Institut halte der Virologe für „total unfair“. Einer Erhöhung der Tests steht der Virologe jedoch kritisch gegenüber. 

Coronavirus: Eine Ausweitung der Tests ist nur bedingt sinnvoll

Viele Experten fordern derzeit „Testen, testen, testen“, weiß Korinna Hennig. Doch Drosten hält diese Maßnahme nur bedingt für sinnvoll. Denn wie in anderen Bereichen gäbe es Engpässe in den Lieferunge n. Simple Abstrich-Tupfer etwa, oder Reagenzien, die für einen separaten Laborprozess zur Gewinnung des reinen Erbgutes notwendig sind, seien nicht unbegrenzt verfügbar. Auch bei den essenziellen Reagenzien handelt es sich um einen „begrenzten Markt, die in ihrer Produktion nicht beliebig gesteigert werden können.“

Der Experte hält deshalb eineFokussierung der Testungen für dringend notwendig. Doch wo sind diese notwendig? In Krankenhäusern, bei Patienten und Personal sowie bei Menschen mit einem Risikofaktor. Häufig sind Risikopatienten* zwar häuslich isoliert, doch kann ein Ausbruch und damit einhergehend eine Verschlechterung der Krankheit sehr plötzlich erfolgen. Ein Krankenhausaufenthalt könne dann zu spät geschehen. 

Coronavirus: Experte rät zu Fokussierung der Tests

Eine Überwachung durch den Hausarzt per Telefonanruf, Abstriche mit „Corona-Taxis“ und eine Einbindung der Krankenhäuser wäre hierbei die Lösung. Diese Maßnahmen wären nötig - aber nicht möglich. Ein solch riesiger Arbeitsaufwand könne nicht wie das „Virus exponentiell steigen.“ Eine digitale Lösung per App könnte in diesem Fall helfen, so der Experte. 

mak

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes.

 

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