CNN lobt Deutschland

US-Nachrichtensender rät Donald Trump: Schau auf Angela Merkel - „Weniger reden, mehr Führung“?

Die USA und Deutschland haben eines gemeinsam: den Föderalismus. US-Nachrichtendienst CNN sieht in bessern Führung in der Krise aber einen klaren Sieger - es ist nicht die USA. 

  • Deutschland und die USA haben beide mit der Corona-Krise* zu kämpfen
  • Ein US-Nachrichtensender hält Angela Merkel dabei für die bessere Krisenmanagerin
  • Donald Trump könne sich an Deutschland orientieren

München - Die USA und Deutschland haben aus politischer Sicht eines gemeinsam: sie sind beide föderale Staaten. Das heißt: Beide sind in mehrere Teilstaaten unterteilt, die sich in einigen politischen Bereichen autonom regieren. Angela Merkel und Donald Trump haben also auch nicht das alleinige Sagen, wenn es um spezifische Länderangelegenheiten geht. In Deutschland bedeutet das ein Mitspracherecht für 16 Ministerpräsidenten, in den USA von 50 Gouverneuren

US-Präsident Donald Trump hat dieses Recht jüngst wohl vergessen. Auf einer Pressekonferenz war sich der Präsident sicher, er habe die „vollste Autorität“, um Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen in den einzelnen Bundesstaaten beschließen zu können. Die Gouverneure ließen das nicht auf sich sitzen und konterten Trump. „Die Gouverneure sind verantwortlich“ ruderte dieser dann am Dienstag, 14. April, zurück. 

Corona-Krise: Deutschland und USA mit verschiedenen Führungspersonen

Die Politiker der Vereinigten Staaten haben offenbar genau da Probleme, wo es in einem Krisenmanagement* eigentlich um das Zusammenhalten gehen sollte. Das föderale Konzept geht nicht wirklich auf. Zwietracht in den USA, Einigkeit in Deutschland? So sieht das zumindest der US-Nachrichtensender CNN. Merkel sei eindeutig die bessere Krisenmanagerin, so der Sender. 

Während Trump sich an der US-Verfassung die Zähne ausbeißt, „erhält ein anderes dezentralisiertes Land in mehr als 6.000 Kilometern Entfernung eine gänzlich andere Lektion in Führungskraft“, schreibt CNN. Deutschland habe zwar eine hohe Zahl an Infizierten*, doch das Gesundheitssystem* sei stabil, die Todesrate niedrig. Anders in den USA: Das Land ist immer noch Spitzenreiter der Infektionszahlen und das Gesundheitssystem steht auf der Kippe.

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Den Erfolg Deutschlands in der Bekämpfung des Coronavirus* sieht der Nachrichtensender in der Beseitigung aller Differenzen zwischen Staat- und Länderebene - und in Angela Merkels Führungsstil. Der deutsche Politikwissenschaftler Jan Techau sagt gegenüber CNN, Merkel sei eine „diplomatische Führungskraft“. Und das Wichtigste: Sie habe verstanden, um was es in einem föderalen Staat gehe: „Weniger reden, mehr Führung.“

mak

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Rubriklistenbild: © AFP / NICHOLAS KAMM

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