Cain erwägt Ausstieg aus Republikaner-Rennen

+
Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain denkt darüber nach, aus dem Rennen auszusteigen.

Washington - Steht der Republikaner Cain vor dem Aus? Erst haben vier Frauen den Präsidentschaftsbewerber sexueller Belästigung beschuldigt, jetzt geht eine angebliche Geliebte an die Öffentlichkeit. Zum ersten Mal denkt Cain ans Aufgeben.

Lesen sie dazu:

Cain soll jahrelang eine Affäre gehabt haben

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Herman Cain denkt darüber nach, aus dem Rennen auszusteigen. Zuvor war der 65-Jährige nach Vorwürfen sexueller Belästigung erneut in die Schlagzeilen geraten - diesmal wegen einer angeblichen langjährigen Affäre. Cain wies dies zwar kategorisch zurück, aber teilte am Dienstag Mitgliedern seines Wahlkampfteams mit, dass er ein Ende seiner Kandidatur erwäge. Er werde seine Entscheidung in den nächsten Tagen fällen, zitierten ihn zahlreiche US-Medien.

Eine Geschäftsfrau aus Atlanta hatte behauptet, fast 14 Jahre lang mit ihm liiert gewesen zu sein. Der verheiratete Cain erklärte dagegen, es habe sich um reine Freundschaft gehandelt. Er sprach weiter von “Schmiertaktiken“, hinter denen politische Gegner steckten, “die Angst vor einem Präsidenten Cain haben“.

Das sind Republikaner und Demokraten

Das sind Republikaner und Demokraten

Der frühere Chef einer Pizzakette war bereits zeitweise Favorit der Republikaner gewesen. In den vergangenen Wochen gingen seine Popularitätswerte aber deutlich zurück. An seiner Stelle stieg der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, auf. Laut Umfragen führen Gingrich und der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, das republikanische Bewerberfeld zurzeit an.

Die 46-jährige Ginger White sagte dem Sender Fox 5 in Atlanta, sie habe Cain Ende der 90er Jahre kennengelernt, als er Chef der nationalen Restaurant-Vereinigung (National Restaurant Association) gewesen sei. Die Affäre habe bis kurz vor Cains Einstieg ins Präsidentschaftsrennen in diesem Jahr gedauert. Sie sei nicht stolz auf die Affäre, sagte White. Sie gehe damit nur an die Öffentlichkeit, weil die Sache ihrer Ansicht nach ohnehin von anderer Seite ans Tageslicht gezerrt worden wäre.

“Es war nicht kompliziert“, sagte sie dem Sender über die angebliche Beziehung. “Ich war mir bewusst, dass er verheiratet war, und ich war mir bewusst, dass ich in eine sehr unangemessene Beziehung verwickelt war.“

Zuvor hatten vier Frauen Cain der sexuellen Belästigung beschuldigt. Alle angeblichen Vorfälle sollen sich in den 90er Jahren ereignet haben. Cain hat alle Beschuldigungen kategorisch zurückgewiesen. Den Medienberichten zufolge sagte er aber jetzt seinen Teammitgliedern, dass der Fall White möglicherweise schwerer zu bewältigen sein werde, weil die erste Vorwahl bereits in fünf Wochen anstehe. Die Präsidentenwahl ist am 6. November 2012.

dpa

Kommentare