Bundestagswahl 2021

Wahlkampf-Finale mit Merkel in München: Laschet überrascht mit Annäherung an Söder

Söder, Merkel und Laschet beim offiziellen Wahlkampfabschluss von CDU und CSU in der Festhalle am Nockherberg.
+
Söder, Merkel und Laschet beim offiziellen Wahlkampfabschluss von CDU und CSU in der Festhalle am Nockherberg.

Die Union setzt auf den letzten Wahlkampfmetern auf Geschlossenheit – mit Laschet, Söder und Merkel gemeinsam in München.

  • Große Geschützte fahren im Wahlkampfendspurt CDU und CSU auf: In München sind Kanzlerkandidat Armin Laschet, CSU-Chef Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel* gemeinsam im Einsatz.
  • Angela Merkel betonte in ihrer Rede mehrmals: „Es ist nicht egal, wer Deutschland regiert“ und warb eindringlich für Armin Laschet (siehe Update vom 24. September, 17.15 Uhr).
  • Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet wiederum ging auf Kuschelkurs mit Söder: „Armin und Markus - das wird ein tolles Team“ (siehe Update vom 24. September, 18.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wurde regelmäßig aktualisiert.

Update vom 24. September, 19 Uhr: Das war‘s! Die Abschlusskundgebung von CDU/CSU in München mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Alle drei hielten eine Ansprache, alle drei verwiesen auf die Bedeutung dieser Bundestagswahl – und warnten vor „Rot-Rot-Grün“. Besonders Söder und Laschet malten das Schreckgespenst der Union an die Wand und appellierten an alle Unentschiedenen, doch noch ihr Kreuzchen bei CDU/CSU zu machen.

Auffällig auch die Annäherung Armin Laschets an Markus Söder. Mit dem er gar „gemeinsam regieren“ möchte (siehe vorheriges Update). Bemüht waren die Schwesternparteien, die Unterschiede zu den Grünen und SPD herauszuarbeiten und vor einem „Linksrutsch“ zu warnen. Klar war jedoch allen Beteiligten: Die Bundestagswahl wird knapp, auf den letzten Metern wird nochmal alles mobilisiert, was möglich ist.

Update vom 24. September, 18.10 Uhr: Armin Laschet, Unions-Kanzlerkandidat, wird unter Jubel auf der Bühne empfangen. In seiner Rede unterstreicht er seine Verbindung zu München, wo er einst studierte. Bundeskanzlerin Angela Merkel dankt er für ihre Leistungen. Es liege nun an ihnen, dieses Erbe weiter zu tragen. Ansonsten könne all das in den vergangenen 16 Jahren erreichte wieder zurückgedreht werden.

Die Union stehe an der Seite des Mittelstands in Deutschland. Steuererhöhungen seien kein adäquates Mittel – vor allem angesichts der Corona-Krise. Auch er geht auf die Möglichkeit von Rot-Rot-Grün ein. Dabei führt er Juso-Chef Kevin Kühnert an und stichelt gegen Olaf Scholz. Kühnert habe einen Mitgliederentschied ins Spiel gebracht – an der Stelle von Olaf Scholz würde ich da „ganz vorsichtig sein, wenn es um Mitgliederentscheide geht“.

In Richtung „Fridays for Future“ und dem aktuellen Klimastreik sagt Laschet, dass auch die Union für Klimaschutz stehe. Doch dieser sei nicht mit „Planwirtschaft“ schaffbar. Dabei pickt er Annalena Baerbocks Zitat „Verbote sind auch Innovationstreiber“ heraus und bezeichnet die Aussage als falsch. Auch er richtet sich wie Bundeskanzlerin Angela Merkel an die 88-jährige Charlotte Knobloch – und verspricht den Kampf gegen die AfD in den Parlamenten.

Er bläst auch zum Angriff gegen seinen schärfsten Konkurrenten Olaf Scholz. „Zu sagen, ich bin Angela Merkel“, wie Scholz es laut Laschet mache, sei „gespielt“ und nicht „authentisch“. Mit Blick auf Söder und einen möglichen nächsten Koalitionsausschuss äußert Laschet: „Und diese Bündelung - ein Nordrhein-Westfale, der nach Berlin wechselt, und ein Bayer, der mit am Koalitionstisch sitzt. Das wird unschlagbar sein, und ich sag‘ jedem Koalitionspartner: Zieht euch warm an! Armin und Markus - das wird ein tolles Team und wir werden zusammen die Bundesrepublik regieren.“

Merkel und Laschet in München: Söder sieht Union vor Wahl im Vorteil und spricht von „unmoralischen Vibrations“

Update vom 24. September, 18 Uhr: Was sich durch die CDU/CSU-Wahlkampfveranstaltung zieht: Die Warnung vor einem „Linksrutsch“ und „Rot-Rot-Grün“. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wettert in seiner Rolle als Moderator gegen SPD und Grüne. Diese hätten schon längst die Bindung zu den Menschen verloren und würden allein für „Berlin-Mitte“ stehen.

Update vom 24. September, 17.30 Uhr: Es spricht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. „Ja, es ist sehr eng, ja, es ist so knapp wie nie, aber liebe Freunde, wir werden am Sonntag das Spiel noch drehen.“ Die Union werde die Nummer eins in Deutschland werden. Das sei das erklärte Ziel. Ein „rot-grünes-Experiment“ sei ein Schaden für die Bundesrepublik. Man stehe mit voller Überzeugung hinter Armin Laschet als Kanzlerkandidaten.

Der CSU-Chef sieht die Union unmittelbar vor dem entscheidenden Wahlwochenende im Vorteil gegenüber der SPD. Seit dem CSU-Parteitag spüre er einen Ruck in Deutschland, so der bayerische Ministerpräsident am Freitag beim Wahlkampfabschluss der Union in München. SPD und Grüne würden langsam nervös und würden der Union einen unfairen Wahlkampf vorwerfen. „Am Schluss im Wahlkampf werden die Argumente dichter“, sagte Söder.

Die Union wolle Deutschland nach der Pandemie nicht mit neuen Steuern lähmen, sondern Raum zur Entfaltung geben. „Wir wollen dieses Land stimulieren und nicht anästhesieren“, sagte Söder. Deutschland habe bereits nach dem „rot-grünen-Experiment“ einen großen Schaden erlebt. - am Ende seien fünf Millionen Arbeitslose und ein Schuldenberg zu beklagen gewesen. Deutschland „dürfe nicht mehr zum „Experimentierfeld linker Spinnereien“ werden.

In Richtung Merkel sagt er: „Du hast uns durch globale Riesen-Krisen ganz hervorragend geführt. Vergelt‘s Gott für diese Leistung.“ Nun geht es um Corona. Man habe das Land gut durch diese Krise geführt und die Menschen beschützt. Jedoch erlebe man aktuell, wie aus schlechten Gedanken Taten werden. „Ich habe es satt, dass Parteien wie die AfD am Ende Menschen aufhetzten, die dann unsere Demokratie herausfordern.“ Dabei verurteilt er entschieden die Querdenker-Bewegung. „Wenn jemand glaubt, uns drohen zu können, dann sagen wir Nein.“

Wahlkampf-Finale mit Laschet in München: Merkel wird deutlich, dann spricht Söder plötzlich über Scholz

Rot-Grün-Rot wird auch in seiner Rede als Schreckgespenst angeführt. „Diese Truppe kann unser Land nicht führen.“ Weiter wettert er in Richtung SPD: „Scholz mag ein netter Mensch sein, er mag die Gesten der Kanzlerin gut nachmachen können, aber er hat nicht das Zeug zum Kanzler.“ Dafür brauche es Armin Laschet. Grüne, SPD und Die Linke würden den Menschen misstrauen. Die Union hingegen wolle das Land erneuern, nicht „anästhesieren“. Alle in Bayern seien dazu aufgerufen, die CSU zu wählen. „Wer Rot-Rot-Grün wählt, wählt leider den Abstieg Bayerns.“

Zugleich zeige sich mit der näher kommenden Wahl, dass zwischen SPD, Grünen und Linken „im Geiste unglaublich viel Verwandtschaft“ sei. Hinzu komme, dass es auch „unmoralische Vibrations“ zwischen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner gebe. „FDP bedeutet nicht nur links wählen, sondern nicht bayerisch“, sagte Söder.

Es bedeute, eine künftige Ampelkoalition zu wählen. Und: „Die sinnloseste Stimmvergabe die man machen kann, geht an die Freien Wähler.“ Die Freien Wähler seien teilweise mit ihrer Regierungsarbeit in Bayern am Limit. Daher fordert der CSU-Chef auf: Beide Stimmen für Bayern.

Update vom 24. September, 17.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel betritt die Bühne und hält kurz vor der Bundestagswahl ihre Rede. Auf den letzten Metern gilt es für die Union, die noch Unentschlossenen umzustimmen. Merkel hatte sich bislang im Wahlkampf von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet zurückgehalten. In den letzten Tagen vor dem Stichtag am Sonntag, 26. September, zeigt sie jedoch Präsenz.

257944466.jpg

„Weil es nicht egal ist, wer regiert, haben wir uns immer wieder zusammen gerauft“, sagt Merkel mit Blick auf die CSU und besonders Edmund Stoiber. Die Bundeskanzlerin nennt während ihrer Rede Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen beim Namen, wie Charlotte Knobloch. Auch in Bayern sehe man, dass es nicht egal sei, wer regiere. Dem Freistaat gehe es so gut, weil die CSU an der Macht sei. Immer wieder wiederholt Merkel in ihrer Rede den Satz: „Es ist nicht egal, wer Deutschland regiert.“ Sie ist sicher: „Damit Deutschland stabil bleibt, muss Armin Laschet Bundeskanzler werden.“

Laschet und Merkel heute bei Söder in München - Politologe erkennt jedoch neues Problem für CDU-Chef

Update vom 24. September, 16.45 Uhr: Der gemeinsame Wahlkampfabschluss von CDU/CSU in München hat begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet haben in dem Saal Platz genommen und angestoßen.

Update vom 24. September, 14.50 Uhr: CDU und CSU bereiten sich auf ihren gemeinsamen Wahlkampfabschluss in München vor: CSU-Generalsekretär Markus Blume postete am Nachmittag Fotos aus dem Veranstaltungssaal am Nockherberg - und schrieb von „entscheidenden 48 Stunden“ vor dem Wahltag. Unterdessen könnte ein Expertenurteil nach der TV-„Schlussrunde“ im ZDF Hauptredner Armin Laschet Sorgen oder zumindest Ärger bereiten.

Der Politologe Moritz Kirchner attestierte in der „phoenix Runde“ des gleichnamigen TV-Senders ein „doppeltes Söder-Paradox“ zu Lasten Laschets. Die CDU habe sich den Auftritt des CSU-Chefs in der Runde wohl als „Verstärkung“ gedacht, mutmaßte er. „Aber es ist sehr deutlich geworden, dass die Union hätte Söder nehmen sollen und nicht Laschet, weil der ist, ehrlich gesagt, ganz schön abgesoffen.“ Kirchner sah indes die Linke Janine Wissler als Gewinnerin der Runde - unter anderem, weil sie im Streit um Wohnungs-Enteignungen „das Ding an Laschet zurückgespielt“* habe. Lob hatte der Experte allerdings auch für FDP-Chef Christian Lindner und die Grüne Annalena Baerbock parat.

Mit Merkel und Söder - Laschet will heute ausgerechnet in München noch Scholz ausstechen

Vorbericht: München - So langsam dürften die letzten Umfragen vor dem Tag der Wahl* eingetrudelt sein - und noch immer ist das Rennen um Parlamentsmehrheiten und Kanzleramt weitgehend offen. Klar ist aber auch: Als Favorit gehen Olaf Scholz und die SPD in den Wahltag*. Letzte Unentschlossene wollen Union, SPD und Grüne am Freitag bei Kundgebungen erreichen. Den wohl spektakulärsten Plan kurz vor der Bundestagswahl haben dabei CDU und CSU.

Denn Kanzlerkandidat Armin Laschet* (CDU) absolviert seinen vorletzten großen Auftritt ausgerechnet in München. Dort also, von wo aus sein Konkurrent um die Kandidatur monatelang teilweise bös stichelte. Die Union will vermutlich ein Signal maximaler Geschlossenheit aussenden. Neben Laschet ist am Freitagnachmittag CSU-Chef Markus Söder mit von der Partei - und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich im Wahlkampf lange zurückgehalten hatte.

Bundestagswahl: CDU/CSU-Wahlkampfabschluss - Laschet, Söder und Merkel auf dem Nockherberg in München

Allerdings begeben sich Laschet, Söder und Merkel nicht etwa auf den Marienplatz, Münchens wohl größte und zentralste traditionelle Wahlkampfbühne. Die Union hat sich für ihr Stelldichein den Nockherberg ausgesucht. Dort werden alljährlich zum Starkbieranstich Politiker „derbleckt“, also veralbert. CDU und CSU dürften natürlich ganz anderes im Sinne haben - ein großes Jubelfest.

Was hat die Stunde geschlagen? Markus Söder und Armin Laschet (re.) am Donnerstag in der ZDF-„Schlussrunde“

Um 16.30 Uhr soll es losgehen, immerhin satte zweieinhalb Stunden haben die Wahlkampfmanager in München angesetzt. Blasmusik und ein Ehrensalut der Truderinger Böllerschützen sind ebenfalls eingeplant. Laschet wird gleichwohl noch einen draufsetzen: Am Samstagmittag tritt er in seiner Heimatstadt Aachen auf. Einmal mehr mit Merkel, die sich so langsam auf Abschiedstournee begibt - und dabei nun eben doch noch einmal die Werbetrommel für Laschet rührt. Auch in Merkels Noch-Wahlkreis waren die beiden in dieser Woche aufgetreten.

Bundestagswahl: Auch Scholz und Baerbock sind am Freitag noch im Einsatz

Unterdessen suchen auch SPD und Grüne am Freitag noch einmal den Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz* spricht bei einer Kundgebung in Köln (15.00 Uhr), Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock* und der Ko-Parteivorsitzende Robert Habeck kommen zum Wahlkampfhöhepunkt nach Düsseldorf (15.30 Uhr). (fn/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare